• vom 11.04.2012, 11:03 Uhr

Top News

Update: 11.04.2012, 19:43 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Die nordkoreanische Arbeiterpartei hat wieder einen Führer

Der Chef heißt Kim Jong-un



  • Langstreckenrakete könnte bereits am Donnerstag ins All geschickt werden.

Kim Jong-un tritt in die Fußstapfen seines Vaters. - APAweb/AP/David Guttenfelder

Kim Jong-un tritt in die Fußstapfen seines Vaters. APAweb/AP/David Guttenfelder

Pjöngjang. Nordkoreas Einheitspartei, die kommunistische Arbeiterpartei, hat Kim Jong-un zu ihrem "Ersten Sekretär" ernannt. Der Beschluss wurde auf einem außerordentlichen Treffen der Parteitagsdelegierten in Pjöngjang gefasst. Damit wurde  Kim Jong-uns Stellung an der Spitze des isolierten Staates gestärkt.

Zugleich wurde Kim Jong-il, der zu Lebzeiten Generalsekretär war, der Ehrentitel eines "ewigen Vorsitzenden" der Partei verliehen. Kim Jong-ils 1994 verstorbener Vater Kim Il-sung wird als "ewiger Präsident" der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik verehrt.

Gleichzeitig mit der Ernennung von Kim Jong-un zum Parteichef wurde ein Wechsel an der Spitze des nordkoreanischen Verteidigungsministeriums vollzogen. Kim Jong-gak löst als "Minister der Volksstreitkräfte" den 75-jährigen Vizemarschall Kim Yong-chun ab, berichtete das Parteiorgan "Rodong Sinmun".

Ein Foto des Raketenstarts in der "Drei-Revolution-Halle" in Pjöngjang. Nordkorea könnte schon sehr bald erneute eine Rakete ins All schicken.

Ein Foto des Raketenstarts in der "Drei-Revolution-Halle" in Pjöngjang. Nordkorea könnte schon sehr bald erneute eine Rakete ins All schicken.APAweb/Ng Han Guan/AP Ein Foto des Raketenstarts in der "Drei-Revolution-Halle" in Pjöngjang. Nordkorea könnte schon sehr bald erneute eine Rakete ins All schicken.APAweb/Ng Han Guan/AP

Kim Jong-Gak (59) ist seit 2002 General und war bisher stellvertretender Minister. Er begleitete oftmals den verstorbenen Machthaber Kim Jong-il auf dessen Inspektionsreisen und schlug 2009 der Obersten Volksversammlung die Wiederwahl Kim Jong-ils zum Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates vor.

Raketenstart steht unmittelbar bevor
Indes steht der Start der nordkoreanischen Langstreckenrakete möglicherweise bereits am Donnerstag bevor. Die Rakete werde betankt, sagte der Leiter des nordkoreanischen Satelliten-Kontrollzentrums, Paek Chang-ho, am Mittwoch vor ausländischen Journalisten. Nach offiziellen Angaben soll die Unha-3 einen Wettersatelliten ins All bringen. Nachbarstaaten und die USA vermuten aber einen militärischen Test für eine Rakete, die mit Atomsprengköpfen bestückt auch Alaska erreichen könnte. Mit dem Start verstößt Nordkorea gegen Beschlüsse der Vereinten Nationen.

Wie lange die Betankung dauert, sagte Paek nicht. Auch zum genauen Zeitpunkt des Starts, der zwischen Donnerstag und Montag geplant ist, äußerte er sich nicht. "Das werden meine Vorgesetzten entscheiden." Der Zeitpunkt fällt mit den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il-sung zusammen.

Clinton fürchtet weitere Provokationen
Der Start der Langstreckenrakete würde die Ansicht stützen, dass Nordkoreas Führung verbesserte Beziehungen mit dem Rest der Welt "als eine Bedrohung ihres Systems betrachtet", sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag in Annapolis. "Und die jüngere Geschichte deutet sehr stark darauf hin, das weitere Provokationen folgen könnten." Ähnlich äußerten sich auch Clintons japanischer Amtskollege Koichiro Gemba und die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice. Auch die deutsche Regierung warnte Nordkorea am Mittwoch vor dem Start einer Langstreckenrakete gewarnt und diesen als "deutliche Provokation" bezeichnet.

China zeigte sich am Mittwoch besorgt, aber eher zurückhaltend zu den Vorbereitungen Nordkoreas. Der Sprecher des Außenministeriums, Liu Weimin, wollte sich auf Journalistenfragen nicht konkret zu einer möglichen Reaktion des Weltsicherheitsrats äußern. "Alle Worte und Reaktionen der internationalen Gemeinschaft sollten dem Ziel dienen, Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und in Nordostasien zu fördern, und die Situation nicht noch verschlimmern."

Westliche Regierungen sehen hinter dem Satellitenstart den Versuch, den Test einer Interkontinentalrakete zu verschleiern, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Dies würde eine Verletzung der UNO-Resolution 1874 bedeuten, die Pjöngjang weitere Atomwaffentests oder Abschüsse ballistischer Raketen verbietet. Nordkorea hatte jeweils wenige Monate vor seinen Atomwaffentests in den Jahren 2006 und 2009 Langstreckenraketen getestet.




Schlagwörter

Nordkorea, Kim Jong-un

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-11 07:50:39
Letzte Änderung am 2012-04-11 19:43:35


Werbung



Beliebte Inhalte



Wien. Ein Mann hat Donnerstag früh seinen ehemaligen Chef in Wien-Alsergrund angeschossen. Der Inhaber einer Firma in der Seegasse 25 erlitt laut...weiter

20.000 Obdachlose leben allein auf den Straßen Athens. - APAweb / EPA / Orestis Panagiotou
  • Wer arbeitslos wird, landet schnell auf der Straße.
  • weiter

Blumen geschockter Anrainer in der Nähe des Tatortes. Noch sind die Motive der Angreifer unklar. Sicher ist, dass sie schockieren und Angst verbreiten wollten. Da wir dies nicht unterstützen wollen, finden Sie hier keine bluttriefenden Bilder. (red/ja) - Foto: apaWeb / EPA - Arrizabalaga
  • Mutige Frau verwickelte Täter in ein Gespräch.
  • weiter

  • Neue Regierung will Verhandlungen mit Brüssel nicht fortsetzen.
  • weiter

"Bevor uns das Rohöl ausgeht, geht uns das Wasser aus" , ist Brabeck-Letmathe überzeugt. - dpa
  • Spitzenmanager über Europas Defizite und emotionale Debatten.
  • weiter

Schütze Bosko Rasovic trainiert fünfmal pro Woche. S. Jenis
  • Rund 24.000 Wiener haben eine Waffenbesitzkarte.
  • weiter

Haben die Wiener Senioren mehr Weitblick als die eigene Partei? - Rösner
  • Die "rote Basis" macht Urlaub - und schimpft über die (grüne) Stadtpolitik.
  • weiter

Reinhard Göweil Die fünf Agrarkonzerne Monsanto, Pioneer, Syngenta, Limagrain und Bayer kontrollieren weltweit zirka 63 Prozent des Saatguts...weiter





Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

Werbung