
Die deutsche Lufthansa macht mit ihrem radikalen Sparkurs ernst. Einem Pressebericht zufolge sollen die Hälfte der 6000 Stellen im Verwaltungsbereich abgebaut werden. Zudem will die AUA-Mutter offenbar ihre Billigflieger-Marke Germanwings sterben lassen.
Die Lufthansa setzt im Zuge ihres milliardenschweren Sparprogramms den Rotstift auch beim Personal an. Weltweit sollten 3000 der 6000 Stellen in den Verwaltungsbereichen Finanzen, Personal und Buchungen abgebaut werden, berichtete die "Bild"-Zeitung am Donnerstag. Allein in Frankfurt sollten 1500 der 3000 Jobs gestrichen werden. Die verbliebenen Mitarbeiter sollten in eine neue Gesellschaft ausgegliedert werden und dort für weniger Geld bei mehr Arbeitszeit arbeiten, berichtete die Zeitung weiter. Das Vorstandskonzept, das vom 23. März stamme, liege dem Gesamtbetriebsrat vor.
Ein Lufthansa-Sprecher wollte dies nicht bestätigen. Dazu gebe es keinerlei Beschluss des Vorstands und auch entsprechenden Analysen im Rahmen des Sparprogramms "Score" seien noch nicht abgeschlossen, sagte der Sprecher. Man habe in diesem Zusammenhang immer kommuniziert, dass es auch zu Stellenstreichungen kommen könne.
Im Rahmen von "Score" würden die Prozesse gründlich überprüft, Servicefunktionen der verschiedenen Abteilungen und Tochterunternehmen möglicherweise zusammengefasst, erläuterte die Lufthansa. Ziel sei es, die Aufgaben dort zu erledigen, wo dies am kostengünstigsten möglich sei. Das müsse nicht immer zwangsläufig in der Zentrale der größten Einheit sein. Am Kunden werde nicht gespart, sondern für die Kunden. Derzeit könne Lufthansa noch aus einer Position der Stärke handeln.
Ende von Germanwings?
Der Sparkurs könnte laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" auch das Ende der Marke Germanwings bedeuten. Demnach soll die Fusion der Billigtochter und Teilen des Lufthansa-Europaverkehrs Anfang kommenden Jahres umgesetzt sein. Entscheidungen müssten schon in den nächsten Wochen getroffen werden. Vieles deute darauf hin, dass die Marke Germanwings bald verschwinden werde, berichtete die Zeitung. Das Unternehmen selbst würde dann womöglich nur noch im Auftrag des Konzerns und mit dem Lufthansa-Logo weiterfliegen.
Die Lufthansa hat den Bericht indes dementiert. Es gebe dazu keinerlei Planungen oder Beschlüsse, erklärte ein Sprecher am Donnerstag in Frankfurt. Vielmehr seien die Aufgaben in den dezentralen Verkehren gerade neu geordnet und Germanwings an einigen Standorten sogar gestärkt worden.
Radikaler Sparkurs
Die AUA-Mutter hat angesichts des harten Wettbewerbs mit Rivalen wie Emirates oder Ryanair und roter Zahlen im Vorjahr einen radikalen Sparkurs angekündigt. So will das Unternehmen das Ergebnis im Passagiergeschäft um rund 900 Millionen Euro jährlich verbessern. Konzernweit sollen es bis 2014 mindestens 1,5 Milliarden Euro werden. Die Flotte soll nicht mehr wachsen. (reu/apa/red)