• vom 09.05.2012, 17:55 Uhr

Top News

Update: 10.05.2012, 07:19 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Pröll setzt sich im Streit um Parteienfinanzierung durch



  • Regelung der Parteispenden mit Parteienförderung junktimiert.

Wien.



(kats) Die Bundesregierung hat sich am Mittwoch darauf verständigt, die Vereinheitlichung der Parteienförderung wenn möglich gemeinsam mit dem Transparenzpaket bereits am 15. Mai im Ministerrat zu beschließen. Damit hat sich der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll durchgesetzt, der genau diese Junktimierung gefordert hatte. Von Junktim wollte die Regierung freilich nicht sprechen. "Wir werden das Thema der Parteienförderung in Beratungen miteinbeziehen und bundesweite einheitliche Regelungen schaffen" - die aber eine gewisse Bandbreite für die Länder übriglassen sollen, erklärte Kanzler Werner Faymann nach dem Bund-Länder-Gipfel.

Werbung

Die ÖVP-Führung hatte zuvor die Forderung Prölls aufgegriffen und damit das Transparenzpaket gehörig ins Wanken gebracht. Am Mittwochvormittag etwa erklärte ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch, der Entwurf des Kanzleramts für ein neues Parteiengesetz sei "unbrauchbar und muss neu formuliert werden". Zwar könne er sich eine bundesweit einheitliche Regelung der Parteispenden vorstellen - aber nur bei gleichzeitiger Harmonisierung der Parteienförderung. Die SPÖ lehnte dies ab und warf der ÖVP Verzögerungstaktik vor.

Das sah auch der Politologe Hubert Sickinger so. Dass ÖVP-Chef Michael Spindelegger Prölls Linie durchsetzen wollte, während die übrigen ÖVP-Landeshauptleute kompromissbereit seien, wertete er als "Kniefall". "Hier geht es nicht um föderalistische Interessen - es geht darum, dass der niederösterreichischen ÖVP das Paket nicht gefällt." Und Sickinger weiter: "Wer die Parteienfinanzierung mit der Parteienförderung verknüpft, der will Ersteres von vorneherein scheitern lassen." Die Koalition wisse allerdings, dass sie in dem Fall den neu aus dem Boden schießenden Kleinparteien in die Hände spiele -und das wiederum würde in erster Linie der ÖVP schaden, so Sickinger.

Pröll zeigte sich am Rande der Sitzung zufrieden, erklärte aber: "Es geht nicht um Sieg oder Niederlage. Es ist ein Sieg für den Steuerzahler." Als dessen Vertreter sehe er sich. Mit einer bundeseinheitlichen Regelung für die Parteienfinanzierung habe er kein Problem, Niederösterreich werde im Anschluss ein Gesetz beschließen. Auch die Offenlegungsgrenze der Parteispenden bei 5000 Euro sei akzeptabel.

Kein Fortschritt bei Streit um Lehrerkompetenz
Wenig akzeptabel findet Pröll hingegen die Arbeit von Bildungsministerin Claudia Schmied in Sachen Reform der Bildungsverwaltung. Es geht dabei um den alten Streit, ob Lehrer in die Kompetenz des Bundes oder der Länder fallen sollen. Dazu wurden die Teilnehmer des Bund-Länder-Gipfels mit einem Zwischenbericht über einen Sieben-Punkte-Plan informiert. Sieben Überschriften allein seien zu wenig, so Pröll und bezeichnete Schmied als "vollkommen unvorbereitet.




Schlagwörter

Transparenz, Schulverwaltung

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-09 18:02:12
Letzte Änderung am 2012-05-10 07:19:19


Werbung



Beliebte Inhalte



Auch in Ankara ging die Polizei mit Tränengas nicht sparsam um - nun kommt es zu Engpässen. - APAweb / REUTERS / Dado Ruvic
  • Lage in Istanbul ruhig - OSZE kritisch - FPÖ und BZÖ fordern Abbruch von Beitrittsgesprächen.
  • weiter

Die am Mittwoch angemeldete Insolvenz des Bauriesen Alpine ist eine der größten Pleiten der Zweiten Republik und könnte vom Volumen der Verbindlichkeiten her alles bisher Dagewesene übertreffen. - APAweb/dpa/dpaweb
  • 6.483 Dienstnehmer und 8.000 Gläubiger betroffen.
  • Erste Gläubigerversammlung findet am 4. Juli statt.
  • weiter

Arbeiten in der prallen Sonne: Besonders Bauarbeiter stöhnen unter der Hitze. - apa/Hans Klaus Techt
  • Baufirmen können Arbeiter ab 35 Grad Außentemperatur bezahlt freistellen.
  • weiter

Wie Franz von Assisi ein Freund der Armen und der Tiere. - epa
  • Franziskus ermuntert Bischöfe und Laien zum ursprünglichen Christentum.
  • weiter

Bernd Wiegand konnte es nur falsch machen. Er hatte keine andere Chance. Bernd Wiegand - das ist der Oberbürgermeister von Halle an der Saale...weiter

Kindergarten ab eins und Ganztagsschule: für Brandsteidl die beste Lösung. - Radule Bozinovic/KOSMO
  • Stadtschulratspräsidentin hält Trennung von deutsch- und nichtdeutschsprachigen Kindern für wenig sinnvoll.
  • weiter

Veganes Urgestein Chen Huang versorgt Wiens Veganer mit dem Nötigsten. - Mazak
  • Wien ist Stadt mit höchster Dichte an veganen und vegetarischen Restaurants.
  • weiter

Die US-Geheimdienste lesen mit. - © Andrea Danti - Fotolia.com
  • Unter Barack Obama wurde das Programm noch ausgeweitet.
  • weiter





Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung