Wien. Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA), Yukiya Amano, reist am kommenden Sonntag nach Teheran. Das teilte die IAEA in einer Aussendung mit. Amano werde im Iran Themen "beiderseitigen Interesses" besprechen. Am Montag sind Treffen mit dem iranischen Chefverhandler Saeed Jalili und anderen hochrangigen Regierungsvertretern geplant.
Herman Nackaerts, IAEA-Vizedirektor und Chefinspektor, und andere hochrangige Funktionäre der Atombehörde werden Amano nach Teheran begleiten. Am Mittwoch, dem 23. Mai, sollen in Bagdad entscheidende Gespräche über eine Beilegung des Atomstreits geführt werden. Ob dies gelingt, ist allerdings noch offen.
Netanyahu zweifelt
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich indes skeptisch vor den Atomgesprächen mit dem Iran geäußert. "Ich sehe keinerlei Beweis, dass der Iran ernsthaft bereit ist, sein Atomprogramm zu beenden", sagte Netanyahu am Rande eines Treffens mit dem tschechischen Präsidenten Václav Klaus in Prag. Netanyahu fügte hinzu, dass nichts besser als eine diplomatische Lösung sei.
Aus Sicht Netanyahus taktiert die Führung in Teheran vor allem. "Der Iran beherrscht dieses Schachspiel nur zu gut und weiß, dass er manchmal ein Bauernopfer bringen muss, um den König zu retten", sagte er.
Am kommenden Mittwoch treffen sich iranische Vertreter in der irakischen Hauptstadt Bagdad zu Atomgesprächen mit der sogenannten 5+1-Gruppe - USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Das Treffen war bei der vorangegangenen Verhandlungsrunde mit der internationalen Gemeinschaft Mitte April in Istanbul vereinbart worden.