Wien. Im Streit des AUA-Managements mit seinen Piloten wächst die Nervosität. Dass die monatelangen Kraftproben um das Sparpaket mittlerweile die Passagiere zu spüren kriegen, weil Ersatzcrews für "unfitte" Piloten nicht oder nur mit Mühe aufzutreiben sind, lässt selbst langjährige treue AUA-Firmenkunden bei Buchungen nach Alternativen suchen, wie die APA in Erfahrung brachte. In der AUA rüstet man indes mit Lufthansa- und Swiss-Aushilfen gegen weitere drohende Ausfälle. Am Freitag sind wegen einer Betriebsversammlung der Bord-Leute verzögerte Abflüge ab Wien-Schwechat programmiert. Gewerkschaft und Betriebsrat hoffen weiter auf Verhandlungen mit dem Vorstand noch diese Woche. Bei der Lufthansa ist hinter vorgehaltener Hand von einem weiteren AUA-Schrumpfkurs die Rede.
An den vergangenen beiden Wochenenden hat die AUA, um ausfallsgefährdete teure Strecken mit Exklusivcharakter zu besetzen, einzelne Flüge auf öfter bedienten Kursen wie Köln oder Frankfurt streichen müssen. Vergangenen Samstag hat die Landung eines sonst nur für Langstreckenflüge eingesetzten Boeing-Jumbos der Mutter Lufthansa in Wien für Aufsehen gesorgt, mit dem die Deutschen für ausgefallene AUA-Flieger auf der Strecke Wien-Frankfurt einsprangen.
Dass dies als Machtdemonstration der Lufthansa im Streit bei der AUA zu werten war, bestreitet AUA-Bordbetriebsratschef Karl Minhard gegenüber der APA. Wie überhaupt er keine erhöhte Krankenstandsrate sieht, auch keine vermehrten "unfit-to-fly"-Meldungen. "Es gibt einfach zu wenig AUA-Piloten, weil die Firma schlecht geplant hat, zu viele auf Umschulungen geschickt hat", so Minhard. Und weil schon viele fehlten, die wegen des vom Vorstand betriebenen Betriebsübergangs auf Tyrolean ausschieden.
"Es gibt keine Bereitschaft mehr, an freien Tagen einzuspringen. Viele haben damit abgeschlossen. Der Vorstand muss das kapieren", so Minhard am Dienstag.
Betriebsrat verschnupft über Lufthansa-Standby
Dass die Lufthansa vorweg bereitsteht, auch am Pfingstwochenende Europaflüge für die AUA durchzuführen, verwundert den AUA-Pilotenvertreter ein wenig. "Wenn die Lufthansa zu Pfingsten Flugzeuge über hat, dann haben sie selber schlecht gemanagt. Wenn zu Pfingsten die Flieger nicht in der Luft sind, wann dann? Ich denke, das gilt auch für die Swiss. Es werden kaum Flieger frei sein."