• vom 29.05.2012, 19:14 Uhr

Top News

Update: 29.05.2012, 22:10 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Friedensplan bisher nicht umgesetzt

Annan warnt Assad



  • Syrien-Vermittler: Waffenruhe in sich zusammengebrochen.
  • UNO: Viele Massaker-Opfer aus nächster Nähe erschossen.

Annan spricht nach dem Treffen mit Assad zu Medienvertretern.

Annan spricht nach dem Treffen mit Assad zu Medienvertretern.APAweb / EPA/YOUSSEF BADAWI Annan spricht nach dem Treffen mit Assad zu Medienvertretern.APAweb / EPA/YOUSSEF BADAWI

Damaskus/Genf. Der Syrien-Vermittler Kofi Annan hat Präsident Bashar al-Assad nach dem jüngsten Massaker eine deutliche Warnung übermittelt. Die Ausweisung der syrischen Botschafter durch mehrere Staaten an diesem Dienstag sei ein Signal, dass die Regierungen dieser Staaten sehr besorgt seien über die Lage in Syrien, sagte Annan in Damaskus nach einem Treffen mit Assad. Wer das Massaker in der Ortschaft
Al-Hula verübt habe, müsse dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Laut UNO besteht auch der Verdacht, dass Pro-Assad-Truppen in Houla Menschen mit Messer und Handwaffen getötet haben.

Annan betonte, sein Sechs-Punkte Plan für Frieden in Syrien sei bisher nicht umgesetzt worden. Nach einem vielversprechenden Start im April sei die Waffenruhe in sich zusammengebrochen. Annan erklärte, wie schon bei seinem ersten Besuch in März, das Regime müsse die politischen Gefangenen freilassen, die schweren Waffen aus den Städten abziehen und die Gewalt beenden. Die syrische Führung sei dazu auch alleine in der Lage sagte er in Anspielung auf Aussagen Assads und seiner Regierung. Diese hatten nach dem Treffen mit Annan erklärt, die Operationen "bewaffneter terroristischer Banden" seien die eigentliche Ursache des blutigen Konflikt.

"Beginnt einen Dialog"

"Meine Botschaft an alle Syrer ist: beginnt einen Dialog", sagte Annan. Die Zeit vergehe und sein Friedensplan werde nicht ewig auf dem Tisch liegen.

Die meisten Opfer des Massakers in der syrischen Ortschaft Houla wurden nach bisherigen Erkenntnissen aus nächster Nähe erschossen. Zu diesem Ergebnis kommt eine erste Untersuchung von UN-Experten. Danach wurden etwa 20 Menschen von Artilleriegeschossen getroffen. Die restlichen Opfer seien nach Aussagen von Überlebenden des Massakers von Milizionären getötet worden.

Ganze Familien seien demzufolge in ihren Häusern erschossen worden, sagte der Sprecher von UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay in Genf. Er verurteilte das Blutbad als "absolut abscheulich" und grauenhaft.

Umfangreiche Untersuchung gefordert

Unter den Opfern seien 49 Kinder und 34 Frauen. Viele der Kinder sollen jünger als zehn Jahre gewesen sein. Sprecher Rupert Colville betonte, es handle sich noch um vorläufige Angaben. Es gebe Berichte über weitere Tote. Es werde noch dauern, bis die genaue Zahl der Todesopfer geklärt sei. Viele der Menschen seien regelrecht hingerichtet worden. Einwohner machten für das Massaker die regimetreue Shabiha-Miliz verantwortlich, ergänzte er.

Colville forderte eine umfangreiche Untersuchung des Blutbades. Zugleich bekräftigte er die Forderung des UN-Hochkommissariats, Menschenrechtsverletzungen in Syrien vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag  zu bringen.




Schlagwörter

Kofi Annan, Houla, Syrien, UNO

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-29 19:14:45
Letzte Änderung am 2012-05-29 22:10:57


Werbung



Beliebte Inhalte



Ein tunesischer Polizistvor der Okba Ibn Nafaa Moschee in Kairouan,153 km südlich von Tunis. - EPAweb / MOHAMED MESSARA
  • Festnahmen von 200 mutmaßlichen Extremisten.
  • weiter

Unvorstellbare Grausamkeit sollen Gottfried Helnweins Arbeiten oft erklären. - Julia Stix
  • Der Künstler über Mangel an Charisma, Kunst als Trophäe und ordinäres Wienerisch.
  • weiter

 Ray Manzarek im Juli 2012. -  EPA/Jan Dzban
  • Organist der legendären US-Rockband verstarb im Alter von 74 Jahren in Bayern.
  • weiter

Menschen laufen auf einer Straße in Deir al-Zor. - REUTERSweb / Khalil Ashawi
  • Folter wird seit Jahrzehnten systematisch eingesetzt, nun auch von den Aufständischen.
  • weiter

Volksschulwand vorher (links) und nachher (rechts) - Bild: Andreas Praefcke An einer Volksschule in Wien mussten nach dem Protest der Mutter einer Schülerin die Kreuze in allen Klassenzimmern entfernt werden...weiter

  • Der Streit um religiöse Symbole ist ein Nebenschauplatz
  • weiter

"Bevor uns das Rohöl ausgeht, geht uns das Wasser aus" , ist Brabeck-Letmathe überzeugt. - dpa
  • Spitzenmanager über Europas Defizite und emotionale Debatten.
  • weiter

Schütze Bosko Rasovic trainiert fünfmal pro Woche. S. Jenis
  • Rund 24.000 Wiener haben eine Waffenbesitzkarte.
  • weiter





Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

20.5.2013: Ein tibetischer Mönch hält ein Schild neben einem Plakat, das Gedhun Choekyi Nyima, den elften Penchen Lama zeigt, der vom Dalai Lama anerkannt wird. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung