• vom 21.07.2012, 15:34 Uhr

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Update: 21.07.2012, 20:31 Uhr
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Ein Toter nach Murenabgang

Regensturm verwüstet Obersteiermark



  • St. Lorenzen im Paltental unter Schlammlawine begraben.

Eine Schlammlawine verwüstete St. Lorenzen im Paltental. - APAweb / Markus Leodolter

Eine Schlammlawine verwüstete St. Lorenzen im Paltental. APAweb / Markus Leodolter

Graz/Klagenfurt. Schwere Unwetter haben in der Nacht auf Samstag in der Obersteiermark zu erheblichen Verwüstungen durch Muren und Hochwasser geführt. Der Ortskern von St. Lorenzen im Paltental im Bezirk Liezen wurde von einer meterhohen Schlammlawine erfasst, Dutzende Menschen mussten ihre Häuser teilweise per Luftbrücke verlassen. In Thörl (Bezirk Bruck/Mur) starb ein 47-jähriger Fußgänger unter einer Mure. Die S35 musste teilweise wegen des Mur-Hochwassers gesperrt werden.

Gegen 21.00 Uhr war der 47-Jährige aus Thörl in seinem Heimatort zu Fuß unterwegs. Ein Mitarbeiter der Steweag-Steg hatte den Obersteirer noch gesehen und bemerkt, wie sich die Mure in einem Waldstück oberhalb der Straße löste. Er schrie dem Fußgänger noch zu, sich in Sicherheit zu bringen, doch es war zu spät. Während sich der 50-Jährige retten konnte, wurde der 47-Jährige von den Erdmassen mitgerissen. Er konnte Samstagvormittag nur noch tot geborgen werden.

Schlammlawine im Morgengrauen

Samstag gegen 5.00 Uhr wurden die Bewohner der Triebener Katastralgemeinde St. Lorenzen durch ein Grollen aus dem Schlaf gerissen. Eine Mure bahnte sich ihren Weg durch den Ortskern, riss Autos, Garagen und Brücken mit sich und bedeckte den Boden mit einer teilweise meterhohen Schlammschicht. Rund 20 Personen waren in einem abgeschnittenen Ortsteil von der Außenwelt abgetrennt und mussten mit Hubschraubern ausgeflogen werden. Ein Mann zog sich schwere Verletzungen zu und konnte in der Schaufel eines Traktors zur Rettung gebracht werden, ehe er ins Spital eingeliefert werden konnte. Eine weitere Person erlitt einen Schock. Katastrophenalarm wurde ausgerufen.

Samstagmittag standen 22 Feuerwehren im Paltental im Einsatz und mussten sich mühsam einen Weg zum abgeschnittenen Ortsteil bahnen. Die Strom- und Trinkwasserversorgung war teilweise unterbrochen. Knapp 70 Bewohner hatten ihre Häuser auf behördliche Anweisung wegen Gefahr im Verzug zu verlassen und wurden im Freizeitheim Trieben untergebracht. Wann sie zurück können, war vorerst unklar. Laut Chefinspektor Herbert Angerer sind 60 bis 70 Gebäude von der Mure erfasst worden und mehrere davon seien total beschädigt.

Auch in einem weiteren Triebener Ortsteil, in Schwarzenbach, musste am Nachmittag mit der Evakuierung begonnen werden. Nach Angaben des Bürgermeisters, Helmut Schöttl (S), drohen dort ebenfalls Muren abzugehen. Betroffen seien 100 bis 150 Menschen, sagte Schöttl der APA. Die Katastrophenhilfsdiensteinheiten (KHD) der Feuerwehr aus Feldbach traf am Nachmittag mit vier Zügen und mehr als 100 Kräften in Trieben ein, um die örtlichen Einsatzkräfte zu unterstützen. Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) hat am Samstag per Aussendung 1,5 Mio. Euro Soforthilfe aus Mitteln des Bundes für die Steiermark zugesichert.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-21 15:34:42
Letzte Änderung am 2012-07-21 20:31:09


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