
Aleppo/Beirut/Damaskus/Kairo. Aleppo im Kriegszustand: Die syrischen Regierungstruppen haben eine Großoffensive gegen die Rebellen in der Millionenmetropole gestartet. Unterstützt von Militärjets, Kampfhubschraubern und schwerer Artillerie rückten Panzer und Soldaten auch am Montag gegen die Stellungen der aufständischen Freien Syrischen Armee (FSA) vor.
Vor allem werde das südwestliche Viertel Salaheddin, wichtigster Stützpunkt der oppositionellen Freien Syrischen Armee, bombardiert, teilten Rebellen in der Region mit. Nach Angaben der Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London beschossen die Aufständischen ihrerseits ein Gebäude des Geheimdiensts der syrischen Luftwaffe im Stadtteil Al-Sahira.
Der Syrien-Sondervermittler Kofi Annan appellierte an die Konfliktparteien, jedes weitere Blutvergießen zu verhindern. Der französische Präsident François Hollande forderte den UNO-Sicherheitsrat auf, so schnell wie möglich einzugreifen. In Jordanien, wohin sich derzeit täglich 2.000 Syrer retten, öffnete ein Flüchtlingslager mit Platz für 140.000 Menschen.

Gespräche über Übergangsregierung
Der oppositionelle Syrische Nationalrat kündigte Gespräche zur Bildung einer Übergangsregierung an. Ein erstes Treffen sei für diesen Dienstag in Kairo geplant, sagte Nationalratsmitglied Halit Hoca am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Istanbul. Ziel sei es, außerhalb Syriens eine Regierung zu bilden in Opposition zu dem Regime von Präsident Bashar al-Assad.
In Syrien wurden allein am Samstag nach Angaben der oppositionellen Lokalen Koordinierungskomitees landesweit mindestens 160 Menschen getötet, davon mindestens 33 in Aleppo. Unter den Toten waren demnach auch mehr als 20 Kinder. Auch aus den Provinzen Damaskus-Land, Homs, Hama, Idlib und Daraa wurden Kämpfe gemeldet. In der Ortschaft Sheikh Meskin (Provinz Daraa) sollen 21 Menschen getötet worden sein. Viele von ihnen seien hingemetzelt und ihre Leichen verbrannt worden, berichteten Aktivisten.
Mit Blick auf Aleppo berichteten die syrischen Menschenrechtsbeobachter in London von der bisher schwersten militärischen Konfrontation in Syrien seit dem Beginn der Revolte gegen Machthaber Assad im März 2011. Trotz der Eskalation verbuchten die Regimetruppen bis zum Sonntagnachmittag keine nennenswerten Gebietsgewinne. "Unsere Positionen sind unverändert", sagte Rebellenkommandeur Abu Omar al-Halebi der dpa.