• vom 29.07.2012, 14:59 Uhr

Top News

Update: 29.07.2012, 15:04 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Front gegen vorzeitigen Urnengang bröckelt nach und nach

Neuwahlpoker und gegenseitige Anschüttungen am Wörthersee



  • ÖVP, Freiheitliche und SPÖ blieben einander nichts schuldig.
  • Ankündigungen für Prozesstag am 6. August.

Seit dem Geständnis des Steuerberaters Dietrich Birnbacher, an einem Korruptionsnetzwerk in Kärnten beteiligt gewesen zu sein, gehen die Wogen am Wörthersee hoch.

Seit dem Geständnis des Steuerberaters Dietrich Birnbacher, an einem Korruptionsnetzwerk in Kärnten beteiligt gewesen zu sein, gehen die Wogen am Wörthersee hoch.APAweb Seit dem Geständnis des Steuerberaters Dietrich Birnbacher, an einem Korruptionsnetzwerk in Kärnten beteiligt gewesen zu sein, gehen die Wogen am Wörthersee hoch.APAweb

Wien. Seit dem Geständnis des Steuerberaters Dietrich Birnbacher, an einem Korruptionsnetzwerk in Kärnten beteiligt gewesen zu sein, gehen die Wogen am Wörthersee hoch. Auch das Wochenende war von gegenseitigen Anschuldigen - hauptsächlich zwischen den Freiheitlichen und der ÖVP - geprägt, die auch in der Bundespolitik ihre Fortsetzung fanden. Nachdem die Kärntner SPÖ gemeinsam mit ÖVP und Grünen einen dementsprechenden Antrag durchgebracht hatte, wurde auch fleißig Neuwahlpoker gespielt. Selbst Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK)  schloss zuletzt einen vorgezogenen Urnengang im Süden nicht mehr aus.

  Waren die Protagonisten der FPK nach einer turbulenten Landtagssitzung Freitagabend noch überzeugt, dem Neuwahlantrag niemals zuzustimmen, bröckelte der Widerstand nach und nach. Ein merkbar gereizter Landeshauptmann Dörfler sagte in einem Ö1-Interview am Samstag, es könne gewählt werden, wenn auch die von den Freiheitlichen erhobenen Vorwürfe gegen die SPÖ - Stichwort "TopTeam" - geklärt und "alle Sümpfe trockengelegt" seien. Tags darauf klang dies bereits anders: Die FPK werde in den kommenden Tagen beraten, ob sie einem Neuwahlantrag nach den Urteilen im Birnbacher-Prozess zustimmt. Weiters wies der Kärntner Landeshauptmann jede Verwicklung in die Causa von sich: "Ich war nie einer Buberl-Partie anhängig."

 
Auszug aus dem Plenum gegen den "kläglichen Versuch"
Hintergrund: Eine Neuwahl können die Freiheitlichen im Landtag nur noch abwenden, wenn sie beim gemeinsamen Antrag von SPÖ, ÖVP und Grünen regelmäßig aus dem Landtag ausziehen. Den Beschluss dazu im Budgetausschuss nannte dessen Präsident Josef Lobnig (FPK) "überfallsartig", der freiheitliche Klubobmann, Kurt Scheuch, einen "kläglichen Versuch". Beginnen soll diese Taktik laut SP-Klubchef Reinhart Rohr in der kommenden Woche: Spätestens am Dienstag soll von dem neuen Dreierbündnis eine Sondersitzung beantragt werden, die dann innerhalb von acht Tagen stattfinden muss. Für den Politikwissenschafter Peter Filzmaier beginnt nun ein Spiel des wechselseitigen Drucks.

  Der Druck machte sich im gegenseitigen Umgang bemerkbar. So drohte der nach seinem Korruptionsgeständnis zurückgetretene ÖVP-Landeschef Josef Martinz mit Klage, da ihn Dörfler als "Lügenbaron" bezeichnet hatte. Der Landeshauptmann klagt wiederum SPÖ-Klubchef Reinhart Rohr, da ihm dieser unlautere Methoden bei der Vergabe von Bauaufträgen vorgeworfen hatte. Und Finanzlandesrat Harald Dobernig drohte gleich präventiv all jenen mit Klagen, die behaupten oder auch nur vermuten, bei ihm hätte im Zuge der Causa Birnbacher eine Hausdurchsuchung stattgefunden. Ein Mysterium klärte sich sogar auf, ohne dass ein Anwalt bemüht wurde: Ein vor der Landesregierung geparkter Entsorgungs-Lkw komme jede Woche, beruhigte die Landesamtsdirektion, nachdem im Internet nach Auftauchen eines Fotos Hysterie ausgebrochen war.




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-29 15:01:55
Letzte Änderung am 2012-07-29 15:04:54


Werbung



Beliebte Inhalte



An der Existenz des Bauriesen hängen Tausende Jobs. Die Alpine selbst beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter (zu gleichen Teilen im In- und Ausland). - APAweb/BARBARA GINDL
  • Geschäftsführung strebt Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung an
  • weiter

Neun Menschen erzielen die besten Resultate bei geringstem Aufwand. - corbis
  • Forscher untersuchten das Verhalten von Naturschützern in China.
  • weiter

Dr. Ernest G. Pichlbauer ist unabhängiger Gesundheitsökonom und Publizist.
  • Alle wissen es: Die Ausbildung für Jungärzte - Turnus genannt - ist schlecht. Turnusärzte sind Systemerhalter, mehr nicht...
  • weiter

Wien. (est/dpa) Nicht nur vor dem Hintergrund des Internet-Überwachungsskandals durch die US-Regierung kann es Angst einflößen: Schweizer Forscher...weiter

Bernd Wiegand konnte es nur falsch machen. Er hatte keine andere Chance. Bernd Wiegand - das ist der Oberbürgermeister von Halle an der Saale...weiter

Kindergarten ab eins und Ganztagsschule: für Brandsteidl die beste Lösung. - Radule Bozinovic/KOSMO
  • Stadtschulratspräsidentin hält Trennung von deutsch- und nichtdeutschsprachigen Kindern für wenig sinnvoll.
  • weiter

Veganes Urgestein Chen Huang versorgt Wiens Veganer mit dem Nötigsten. - Mazak
  • Wien ist Stadt mit höchster Dichte an veganen und vegetarischen Restaurants.
  • weiter

Die US-Geheimdienste lesen mit. - © Andrea Danti - Fotolia.com
  • Unter Barack Obama wurde das Programm noch ausgeweitet.
  • weiter





Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk.

Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt. 18.6.2013: Heute herrscht in Österreich wieder Badewetter: Über 35 Grad Celsius werden erwartet.

Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück. Ein frömmelnder Heuchler schleicht sich in das Vertrauen eines alten Patriarchen und versucht, sich alles anzueignen, was diesem teuer ist: Frau, Haus und Tochter. Abgespielt hatte sich das Ganze in der Wohnküche eines Landhauses, auf den Brettern des Akademietheaters. Im Bild: Gert Voss (r.) als "Orgon", Edith Clever (m.) als "Dorine" und Adina Vetter als "Marianne".

Werbung