• vom 31.07.2012, 19:42 Uhr

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Update: 31.07.2012, 22:16 Uhr
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Fehltritte am laufenden Band

Romney floppt im Ausland



  • US-Präsidentschaftskandidat auf Europa-Tour.
  • US-Medien: "Er hätte zu Hause bleiben sollen."

Die Welt war zu groß für Mitt Romney, hier im Bild mit seiner Frau Ann vor dem Denkmal zu Ehren der Helden des Warschauer Ghettos.

Die Welt war zu groß für Mitt Romney, hier im Bild mit seiner Frau Ann vor dem Denkmal zu Ehren der Helden des Warschauer Ghettos.© REUTERS Die Welt war zu groß für Mitt Romney, hier im Bild mit seiner Frau Ann vor dem Denkmal zu Ehren der Helden des Warschauer Ghettos.© REUTERS

Washington/Wien. (aum) Der Ausraster seines Pressesprechers Rick Gorka stand symbolisch für Mitt Romneys Europa-Tour. "Zeigt Respekt", forderte Gorka die Journalisten auf, als sie den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Romney beim Besuch des Grabs des Unbekannten Soldaten am Warschauer Pilsudski-Platz mit Fragen torpedierten. Doch was folgte, war alles andere als respektvoll: "Leck mich am Arsch", rief Gorka den Journalisten zu, während Romney schwieg "das hier ist ein heiliger Platz für das polnische Volk." Einen Journalisten soll er aufgefordert haben, sich zu "verpissen".

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Romney wollte mit der Europareise eigentlich sein außenpolitisches Profil schärfen. Doch international hat er das Gegenteil erreicht. Am Anfang seiner Reise gab er den Sicherheits-Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in London die Note "beunruhigend". Böse Konter von Seiten der britischen Politik waren die Folge. Es sei natürlich einfacher, Olympische Spiele "mitten im Nirgendwo" zu organisieren, sagte der britische Premier David Cameron. Damit spielte er offensichtlich auf die Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City an, die Mitt Romney an Land gezogen hatte. Londons Bürgermeister Boris Johnson nannte den Republikaner "irgendeinen Typen". Der versuchte alsbald zu beschwichtigen und versicherte, die Spiele würden zweifellos großartig werden. Doch der Schaden war bereits angerichtet.

Bei der nächsten Station des US-Präsidentschaftskandidaten, Israel, verglich dieser die starke Wirtschaft des Landes mit der schwachen der Palästinenser, was er auf kulturelle Unterschiede zurückführte. Hätte er bis dahin noch nicht den Zorn der Palästinenser auf sich gezogen, so war ihm dieser spätestens gesichert, als er Jerusalem als Israels Hauptstadt bezeichnete. Immerhin ist die Annexion Ostjerusalems völkerrechtswidrig und somit noch von keiner US-Regierung jemals anerkannt worden.

Beim Abschluss der Europatournee in Polen gab es keine Fettnäpfchen Romneys. Dafür bezeichnete ihn die Gewerkschaft Solidarnosc, an dessen Anführer Lech Walesa sich Romney anbiederte, als Beschneider von Arbeitnehmerrechten. Für den krönenden Abschluss sorgte ohnedies der Pressesprecher des Präsidentschaftskandidaten.

Was man im Ausland über ihn denkt, wird für Romney sekundär sein. Punkten wollte er primär vor dem heimischen Publikum in den USA. Die harte Linie in Israel wird den jüdischen Hardliner und Financier der Republikaner, Sheldon Adelson, gefreut haben, der noch Millionen Dollar im dreistelligen Bereich für Romney ausgeben will.

Schmerzhafter für den Präsidentschaftskandidaten ist, dass auch die Amerikaner seiner Reise wenig abgewinnen konnten. So nannte ihn etwa US-Leichtathletiklegende Carl Lewis einen "amerikanischen Borat". Und das Online-Magazin "Politico" urteilte: "Mitt Romney hätte besser zu Hause bleiben sollen."




Schlagwörter

US-Wahl, Mitt Romney, USA

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-31 19:47:05
Letzte Änderung am 2012-07-31 22:16:39


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