Rutshuru.

Rumangabo liegt mitten im M23-Rebellenterritorium im Ostkongo, das immer größer wird. Die im April entstandene Rebellenbewegung hatte Anfang Juli begonnen, aus ihren Basen an der Grenze zu Ruanda vorzustoßen. Nach mehreren erfolglosen Gegenoffensiven der Regierungsarmee kontrolliert die M23 jetzt wieder die Bezirkshauptstadt Rutshuru und das umliegende Gebiet.
Oberstleutnant Vienney Kazarama stapft vom Kommandeurshaus in der Militärakademie den Hügel hinunter, seine Leibwächter im Schlepptau.
Er schwingt sich in einen Geländewagen, um "das befreite Territorium zu zeigen", wie er sagt. Kazarama ist einer der Mitbegründer der M23.
Berichte über Zwangsrekrutierungen

Auf der staubigen Piste von Rumangabo nach Rutshuru stehen seine Kämpfer am Straßenrand und salutieren. "Sie sind viel disziplinierter als die Soldaten der Armee", prahlt Kazarama. Der M23-Sprecher bemüht sich, die Herrschaft seiner Miliz im besten Licht darzustellen.
In Kiwanja, einem Vorort von Rutshuru, begrüßt Kazarama den Vize-Koordinator des politischen Flügels der M23, Ali Musagara. Dieser trommelt die Jugendlichen zusammen, die auf der Straße herumlungern. Hunderte stehen um ihn herum, als er anfängt, seine Rede zu halten:
"Wir rekrutieren niemanden mit Gewalt, sondern wir warten auf euch, dass ihr euch uns freiwillig anschließt", wettert er. Er versucht damit den jüngsten Berichten entgegenzutreten, die M23 würde systematisch Jugendliche zwangsrekrutieren.
Die M23 ist derzeit dabei, ein eigenes Regierungs- und Verwaltungssystem aufzubauen: Ministerien werden eingerichtet, Vertreter im Ausland - auch in Europa - sollen als Botschafter dienen, in Rutshuru werden zentrale Posten wie die Krankenhausdirektion oder lokale Verwaltung an M23-loyale Bewerber vergeben. "Jeder ist eingeladen, einer unserer Funktionäre zu werden", verspricht Musagara und fragt in die Menge, ob jemand Fragen stellen möchte.