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Update: 05.08.2012, 16:36 Uhr
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Auch in Salzburg und der Obersteiermark Murenabgänge

Zwei Tote nach Unwetter in Süd- und Nordtirol



  • Brennerbahn bleibt zwei Wochen gesperrt.

Bei mehreren Unwettern sind in Salzburg und der Steiermark zahlreiche Muren abgegangen.

Bei mehreren Unwettern sind in Salzburg und der Steiermark zahlreiche Muren abgegangen.APAweb / APA, Susi Berger, Pressefoto Neumayr Bei mehreren Unwettern sind in Salzburg und der Steiermark zahlreiche Muren abgegangen.APAweb / APA, Susi Berger, Pressefoto Neumayr

Salzburg/Graz. Schwere Unwetter haben in der Nacht auf Sonntag neuerlich Österreich heimgesucht. Am schlimmsten dürfte es Südtirol und Tirol getroffen haben, wo zwei Todesopfer zu betrauern waren: In Afens im Pfitschtal bei Sterzing wurde ein Hof von einer Mure verschüttet. Dabei kam eine 84-Jährige ums Leben. In Tulfer konnte eine Vermisste nur noch tot aus den Erdmassen geborgen werden.

Seit Samstagabend standen in Südtirol rund 480 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Zivilschutz, Wasserschutzbauten, Sicherheitskräften und Rettungsorganisationen im Dauereinsatz. Die Brennerbahnstrecke, die in der Nacht vermurt worden war, bleibt voraussichtlich rund zwei Wochen gesperrt.

1.000 Haushalte in Nordtirol ohne Strom
Auch in Nordtirol waren die Aufräumarbeiten voll im Gang. Im Virgental in Osttirol waren Sonntagvormittag rund 1.000 Haushalte ohne Strom. Auch die Virgentalstraße musste bei Virgen wegen mehrerer Murenabgänge gesperrt werden. Vorübergehend gesperrt waren unter anderem die Loferer Straße (B178) zwischen Erpfendorf und Waidring, die Felbertauern Straße (B108) bei St. Johann im Walde, die Namloser Landesstraße (L21) und die Planseestraße (L255). Unterbrochen war auch die Karwendelbahnstrecke zwischen Scharnitz und Seefeld. Die Bahnlinie sollte Sonntagabend wieder freigegeben werden. Für schwere Schäden sorgten zum Teil golfballgroße Hagelkörner, die Samstagnachmittag in Innsbruck und Umgebung niedergingen. Die Österreichische Hagelversicherung schätzte das Schadensausmaß am Sonntag auf etwa 500.000 Euro.

Kinder in Oberösterreich in Sicherheit gebracht
600 Kinder wurden Samstagabend bei einem Unwetter in Oberösterreich aus einem Feuerwehrlager in Sicherheit gebracht, nachdem zahlreiche Zelte beschädigt worden waren. Sie wurden in das Feuerwehrhaus in Walding gebracht. In der Nacht auf Sonntag waren die Einsatzkräfte in Oberösterreich rund 250 Mal im Einsatz, um Keller auszupumpen. In Schlüßlberg (Bezirk Grieskirchen) schlug ein Blitz in einen Bauernhof ein und beschädigte ein Dach. 100 Feuerwehrtruppen waren in der Nacht im Einsatz.

Muren gingen in der Steiermark ab
In der Obersteiermark gingen erneut einige Muren ab. Betroffen war diesmal der Bezirk Murtal, wo es zu Verklausungen und Überschwemmungen kam. Die Gewitter und starken Regenfälle richteten vor allem in den Gemeinden St. Johann am Tauern, Möderbrugg, Oberzeiring, Bretstein und Hohentauern Schäden an.

In St. Johann am Tauern ging eine Mure ab, die die Bundesstraße (B114) auf einer Länge von rund 150 Meter verschüttete. Die Straße musste auch am Sonntag gesperrt bleiben, da die Aufräumarbeiten wegen drohender Nachfolgemuren oder Gefahr durch Auflösung von Verklausungen erst am Vormittag begonnen werden können. In Bretstein mussten mehrere Häuser wegen Überschwemmungen durch den Bretsteinbach evakuiert werden, verletzt wurde niemand.

Flachgau stark betroffen
In Salzburg war dieses Mal der Flachgau am stärksten betroffen. In den Gemeinden Hof und Faistenau gingen drei Muren ab, eine davon verlegte auch die Wolfgangsee-Bundesstraße. Alle Muren konnten aber rasch beseitigt werden, sodass es zu keinen gröberen Verkehrsbehinderungen kam. Auch die Großglockner Hochalpenstraße wurde laut Feuerwehr durch eine Gerölllawine verlegt. Der überwiegende Teil der insgesamt 53 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren betraf überschwemmte Keller, Unterführungen und umgestürzte Bäume. In Summe standen 299 Helfer von 18 Feuerwehren im Einsatz.

Waldvierteler Bauernhof brannte
In Niederösterreich hat im Zuge eines heftigen Gewitters ein Blitz in der Nacht auf Sonntag in einem Waldviertler Bauernhof eingeschlagen und eine Scheune in Brand gesetzt, in der sich Strohballen und landwirtschaftliche Geräte sowie Stallungen befanden. Laut der Sicherheitsdirektion gelang es der Feuerwehr, 50 Schweine zu retten, etwa 100 Schweine und 150 Hühner verendeten allerdings in den Flammen bzw. unter herabfallenden Deckenteilen.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-05 11:20:37
Letzte Änderung am 2012-08-05 16:36:21


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