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Update: 12.08.2012, 10:25 Uhr
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Republikanischer Vize-Kandidat auf Kriegsschiff präsentiert

Paul Ryan soll Demokraten das Fürchten lehren



  • Romney stellt Nachwuchshoffnung versehentlich als "nächsten Präsidenten der USA" vor.

Der Präsidentschaftskandidat (Mitt Romney, re.) und sein Vize (Paul D. Ryan). - APAweb/AP/Amanda Lucier

Der Präsidentschaftskandidat (Mitt Romney, re.) und sein Vize (Paul D. Ryan). APAweb/AP/Amanda Lucier

Washington. MItt Romney hat den USA seinen Vize-Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen auf einem Kriegsschiff präsentiert: Der 42-jährige konservative Parteistratege Paul D. Ryan, der als Nachwuchshoffnung der Republikaner gilt, soll seinen Teil dazu beitragen, den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama abzulösen. Welche Bedeutung der aufstrebende wirtschaftsliberale Ryan für die Partei inzwischen hat, lässt sich an einem Lapsus ablesen, der Romney ausgerechnet bei der Vorstellung seines Vize-Kandidaten unterlaufen ist.

Ryan sei ein "Mensch großer Zuverlässigkeit, dessen Integrität unbestritten ist", hob Romney bei einer Kundgebung auf dem Schiff in Norfolk (Bundesstaat Virginia) an. Er habe feste Prinzipien, die er in die Praxis umsetzen könne, verstehe die finanziellen Herausforderungen des Landes und sei ein "intellektueller Führer der Partei". Gleichzeitig behandele er seine politischen Gegner mit Respekt, sagte Romney.

Dann aber unterlief Romney ein peinlicher Fehler. Er stellte Ryan als den "nächsten Präsidenten der USA" vor. Später kam er zurück ans Mikrofon und korrigierte sich. Ganz unrichtig muss diese Aussage freilich nicht gewesen sein: Ryan gilt als Hoffnungsträger der Republikaner, der trotz jungen Jahren bereits auf eine langjährige politische Erfahrung zurückblicken kann und sich als Vorsitzender des Haushaltsausschusses im US-Kongress einen Namen machen.

Steuerreformen und Sparmaßnahmen
  Ryan erregte besonders mit seinen rigiden Ansichten in Sachen Steuer-und Sozialpolitik Aufmerksamkeit. Der 42-Jährige will in den kommenden Jahren mehr als sechs Billionen Dollar (4.8 Billionen Euro) aus dem Haushalt schneiden, große Steuerreformen angehen und das Sozialsystem auf neue Füße stellen, es dafür zum Teil auch privatisieren. Die Demokraten verstehen das als Frontalangriff auf ihre Werte und Überzeugungen. Obama nannte es unverantwortlich.

  Viele Kommentatoren bezeichnen Romneys Entscheidung daher als riskant, da er seine Angriffsfläche mit dem polarisierenden Ryan an der Seite deutlich vergrößert habe. Der als langweilig und farblos geltende Präsidentschaftsbewerber Romney müsse auch befürchten, von dem energiegeladenen, jungen Mann in den Schatten gestellt zu werden.

"Entscheidender Moment in der Geschichte"
Seinen ersten offiziellen Auftritt als Vize-Kandidat nutzte Ryan sogleich, um eine Breitseite gegen Obama abzufeuern. "Wir brauchen eine neue Führung, um den Wohlstand, Wirtschaftswachstum und die Arbeitsplätze wiederherzustellen", sagte er. Er sei stolz, gemeinsam mit einem Mann anzutreten, der so viel Erfahrung aus der Wirtschaft mitbringe.

"Wir werden die Größe dieses Landes wiederherstellen", sagte der 42-Jährige. "Dies ist ein entscheidender Moment in der Geschichte unserer Nation, und es ist absolut existenziell, dass wir den geeigneten Mann wählen, um Amerika zu Größe und Wohlstand zurückzuführen", so Ryan. Hohe Arbeitslosigkeit, sinkende Einkommen und erdrückende Schulden seien das Ergebnis "fehlgeleiteter Politik" der Regierung von US-Präsident Barack Obama.

Die Reaktion aus dem demokratischen Lagers ließ nicht lange auf sich warten: Obama kritisierte den frisch gekürten republikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten wegen seiner Vorstellungen zur Steuer- und Sozialpolitik. Er wolle die Steuern für Reiche senken und gleichzeitig der Mittelschicht und den Pensionisten neue Lasten aufbürden, hieß es in einer Mitteilung von Obamas Wahlkampfteam.




Schlagwörter

Republikaner, US-Wahl

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-12 10:12:35
Letzte Änderung am 2012-08-12 10:25:13


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