• vom 12.08.2012, 12:28 Uhr

Top News

Update: 12.08.2012, 12:31 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Volumen der faulen Kredite erstmals geringer als 10 Milliarden Euro

Abbau der Hypo-Giftpapiere schreitet voran



  • Höhe des weiteren Kapitalbedarf noch offen.

Wieviel Staatshilfe benötigt die Kärntner Hypo noch? - JJ55 - Creative Commons

Wieviel Staatshilfe benötigt die Kärntner Hypo noch? JJ55 - Creative Commons

Klagenfurt. Die Hypo Alpe-Adria-Bank hat das Volumen ihrer faulen Kredite erstmals seit der Notverstaatlichung im Dezember 2009 unter die Grenze von zehn Mrd. Euro gedrückt. Vorstandschef Gottwald Kranebitter erklärte in einem Hintergrundgespräch, dass die Sanierung trotz der erzielten Teilerfolge ein "steiniger Weg" sei, zu schaffen mache der Bank dabei auch das negative Umfeld in Südosteuropa. Für das erste Halbjahr kann Kranebitter wenigstens eine knappe Milliarde Neugeschäft vermelden, dazu wurden 200 Mio. an Einlagen lukriert.

  Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist nach wie vor ein dominierendes Thema, auch wenn Kranebitter stets betont, lieber nach vorne blicken zu wollen. So habe es aus der Arbeit der CSI Hypo bisher 100 Anzeigen und sechs Zivilklagen gegeben, daraus resultieren bis dato Mittelrückflüsse in der Höhe von 17,5 Mio. Euro. Sieben Verhaftungen - kurzfristige Festnahmen nicht eingerechnet - stehen auch auf der Haben-Seite, sie erfolgten in Serbien.

Höhe des weiteren Kapitalbedarf offen
  Eine der zentralen Fragen, die derzeit im Raum stehen, ist die Höhe des zusätzlichen Kapitalbedarfs. Die Notenbank hat einen Bedarf von 1,5 Mrd. Euro errechnet, ob die Hypo das tatsächlich brauchen wird, will Kranebitter derzeit nicht beantworten. "Das legt der Regulator fest. Es gibt positive und negative Entwicklungen, die werden von der Nationalbank beurteilt." Er legt aber auch Wert auf die Feststellung, dass ein eventueller Kapitalnachschuss durch den Eigentümer, die Republik Österreich, nicht automatisch bedeute, dass das Geld verloren sei. "Man muss uns Zeit geben, das geordnet zurückzufahren."

  Was das im Klartext bedeutet, zeigen Zahlen. So hat die Bank im ersten Halbjahr insgesamt 2.000 Autos verkauft, dazu 50 Boote und zahlreiche Lkw. Am Balkan wurden, so Kranebitter, eigene Callcenter aufgebaut. "Wenn ein Leasingkunde mit seinen Zahlungen in Verzug kommt, nehmen wir nach fünf Tagen Kontakt mit ihm auf und fragen nach." Dauert der Zahlungsstopp länger, versucht man, einen Zahlungsplan zu vereinbaren. Auf die Frage, ob es das bisher nicht gegeben habe, diese Vorgangsweise sei doch bei Leasing-Geschäften üblich, meinte Kranebitter: "Jedenfalls nicht systematisch." So habe es einen Fall gegeben, in dem drei Jahre lang die Leasingraten für ein Boot nicht bezahlt wurden, der Kunde von der Bank aber niemals kontaktiert wurde. Derartige Sorglosigkeit gebe es jetzt jedenfalls nicht mehr.

Klare Aussagen erwünscht
  Dass Finanzministerin Maria Fekter die Idee, für den Bereich der faulen Kredite so etwas wie eine Bad Bank zu installieren, schroff abgelehnt hat, will der Bankchef nicht kommentieren. Er meinte lediglich: "Die Frau Minister hat sehr klar gesagt, was sie will. Klare Aussagen sind mir wesentlich lieber als schwammige." Das Nachrichtenmagazin "profil" meldet indes in seiner jüngsten Ausgabe, die Finanzmarktaufsicht (FMA) rechne mit einem noch deutlich höheren Kapitalbedarf der Hypo, vor allem wegen der Bonitätsprobleme in Italien und Slowenien.

  Fekter bzw. ihr Kabinett sollen, so "profil", der FMA in jüngster Zeit Signale gesandt haben, dass das Ministerium "eine Reduktion der Summe wünsche". Die Finanzmarktaufsicht hat der Hypo eine Anhebung der Eigenkapitalquote auf zwölf Prozent verordnet, was im vergangenen Jahr einen Bedarf von 1,5 Mrd. Euro bedeutet hätte. Nun soll es, so "profil", deutlich mehr geworden sein, was der Ministerin gar nicht zu Gesicht stehe. Müsste sie das Geld bis Jahresende an die Hypo überweisen, risse das ein deutliches Loch in ihr Budget. Ein Sprecher Fekters dementierte gegenüber dem Magazin, dass es Spannungen zwischen Ministerium und FMA gebe.




Schlagwörter

Hypo

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-12 12:30:57
Letzte Änderung am 2012-08-12 12:31:28


Werbung



Beliebte Inhalte



Auch in Ankara ging die Polizei mit Tränengas nicht sparsam um - nun kommt es zu Engpässen. - APAweb / REUTERS / Dado Ruvic
  • Lage in Istanbul ruhig - OSZE kritisch - FPÖ und BZÖ fordern Abbruch von Beitrittsgesprächen.
  • weiter

Die am Mittwoch angemeldete Insolvenz des Bauriesen Alpine ist eine der größten Pleiten der Zweiten Republik und könnte vom Volumen der Verbindlichkeiten her alles bisher Dagewesene übertreffen. - APAweb/dpa/dpaweb
  • 6.483 Dienstnehmer und 8.000 Gläubiger betroffen.
  • Erste Gläubigerversammlung findet am 4. Juli statt.
  • weiter

Arbeiten in der prallen Sonne: Besonders Bauarbeiter stöhnen unter der Hitze. - apa/Hans Klaus Techt
  • Baufirmen können Arbeiter ab 35 Grad Außentemperatur bezahlt freistellen.
  • weiter

An der Existenz des Bauriesen hängen Tausende Jobs. Die Alpine selbst beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter (zu gleichen Teilen im In- und Ausland). - APAweb/BARBARA GINDL
  • Geschäftsführung strebt Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung an
  • weiter

Bernd Wiegand konnte es nur falsch machen. Er hatte keine andere Chance. Bernd Wiegand - das ist der Oberbürgermeister von Halle an der Saale...weiter

Kindergarten ab eins und Ganztagsschule: für Brandsteidl die beste Lösung. - Radule Bozinovic/KOSMO
  • Stadtschulratspräsidentin hält Trennung von deutsch- und nichtdeutschsprachigen Kindern für wenig sinnvoll.
  • weiter

Veganes Urgestein Chen Huang versorgt Wiens Veganer mit dem Nötigsten. - Mazak
  • Wien ist Stadt mit höchster Dichte an veganen und vegetarischen Restaurants.
  • weiter

Die US-Geheimdienste lesen mit. - © Andrea Danti - Fotolia.com
  • Unter Barack Obama wurde das Programm noch ausgeweitet.
  • weiter





Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung