• vom 12.08.2012, 15:57 Uhr

Top News

Update: 13.08.2012, 12:05 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Erstmals seit 1964 keine Medaille für Österreich

Suche nach Antworten auf olympische Pleite



  • ÖOC-Präsident Stoss will Spitzensportförderung in eine Hand geben.

Schwimm-Star Markus Rogan (li.) und ÖOC-Präsident Karl Stoss können mit Olympia 2012 nicht zufrieden sein. - APA/Roland Schlager

Schwimm-Star Markus Rogan (li.) und ÖOC-Präsident Karl Stoss können mit Olympia 2012 nicht zufrieden sein. APA/Roland Schlager

London. Die rot-weiß-rote Bilanz der Olympischen Spiele in London könnte schlechter nicht sein: Zum zweiten Mal nach Tokio 1964 bleiben Österreichs Sportler ohne Medaille, der Großteil der österreichischen Athleten scheint von der Weltspitze so weit entfernt wie lange nicht. Diese ernüchternde Erkenntnis soll nun Konsequenzen nach sich ziehen.

Nach dem Mountainbike-Rennen der Männer in London stand am Sonntag fest, dass Österreich keine Medaille mehr holt, da es der letzte Bewerb war, bei dem Österreicher am Start waren. Die besten Platzierungen des 70-köpfigen ÖOC-Aufgebots in London schafften somit Schwimmer Dinko Jukic und die Segler Nico Delle Karth/Niko Resch, die jeweils auf Rang vier kamen.

"Es ist schmerzlich", gestand Karl Stoss, Präsident des Österreichischen Olympische Komitee (ÖOC). "Da gibt es nichts zu beschönigen." Viele Niederlagen hätte er miterlebt, traurige und frustrierte Athleten gesehen. "Erfolge und Misserfolge liegen im Spitzensport aber oft sehr eng beisammen", erinnerte Stoss. Für Österreich schlug das Pendel in der britischen Hauptstadt fast nur in eine Richtung aus.

Keine Pauschalurteile
70 Athleten hatte das ÖOC nach London entsandt, einige davon waren von Sportminister Norbert Darabos medial als "Olympia-Touristen" verunglimpft worden. Die Nominierungskriterien, die das Komitee weitgehend der Vergabe der Startplätze durch die internationalen Fachverbände angepasst hat, will Stoss im Hinblick auf Rio 2016 von Sportler zu Sportler einzeln durchgehen. "Pauschalurteile helfen niemandem und machen auch wenig Sinn", betonte der ÖOC-Chef.

Stoss machte stattdessen auch "semi-optimale Bedingungen" in der heimischen Infrastruktur für die fehlenden Weltklasseleistungen verantwortlich. "Die Grundvoraussetzungen für Spitzensport sind in Österreich oft nicht gegeben", meinte der 55-jährige Vorarlberger. Als Beispiele führte er zu niedrige Hallen für Gymnastin Caroline Weber, kaum Trainingsmöglichkeiten für die Synchronschwimmerinnen oder einen fehlenden Wildwasserkanal an.

"Wir möchten aber nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Wir werden mit Athleten und Verbänden nach Lösungen suchen", versprach Stoss. Die fünf bestehenden Olympia-Zentren in Linz, Salzburg, Innsbruck, Dornbirn und in der Südstadt sollen verstärkt in Anspruch genommen werden, dazu sollen die Athleten viel stärker eingebunden werden. "Sonst sprechen wir wie der Blinde von der Farbe", meinte Stoss.




Schlagwörter

London 2012, Olympia

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-12 15:09:40
Letzte Änderung am 2012-08-13 12:05:46


Werbung



Beliebte Inhalte



Auch in Ankara ging die Polizei mit Tränengas nicht sparsam um - nun kommt es zu Engpässen. - APAweb / REUTERS / Dado Ruvic
  • Lage in Istanbul ruhig - OSZE kritisch - FPÖ und BZÖ fordern Abbruch von Beitrittsgesprächen.
  • weiter

Wie Franz von Assisi ein Freund der Armen und der Tiere. - epa
  • Franziskus ermuntert Bischöfe und Laien zum ursprünglichen Christentum.
  • weiter

Die am Mittwoch angemeldete Insolvenz des Bauriesen Alpine ist eine der größten Pleiten der Zweiten Republik und könnte vom Volumen der Verbindlichkeiten her alles bisher Dagewesene übertreffen. - APAweb/dpa/dpaweb
  • 6.483 Dienstnehmer und 8.000 Gläubiger betroffen.
  • Erste Gläubigerversammlung findet am 4. Juli statt.
  • weiter

Arbeiten in der prallen Sonne: Besonders Bauarbeiter stöhnen unter der Hitze. - apa/Hans Klaus Techt
  • Baufirmen können Arbeiter ab 35 Grad Außentemperatur bezahlt freistellen.
  • weiter

Bernd Wiegand konnte es nur falsch machen. Er hatte keine andere Chance. Bernd Wiegand - das ist der Oberbürgermeister von Halle an der Saale...weiter

Kindergarten ab eins und Ganztagsschule: für Brandsteidl die beste Lösung. - Radule Bozinovic/KOSMO
  • Stadtschulratspräsidentin hält Trennung von deutsch- und nichtdeutschsprachigen Kindern für wenig sinnvoll.
  • weiter

Veganes Urgestein Chen Huang versorgt Wiens Veganer mit dem Nötigsten. - Mazak
  • Wien ist Stadt mit höchster Dichte an veganen und vegetarischen Restaurants.
  • weiter

Die US-Geheimdienste lesen mit. - © Andrea Danti - Fotolia.com
  • Unter Barack Obama wurde das Programm noch ausgeweitet.
  • weiter





Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung