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Update: 14.08.2012, 13:46 Uhr
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Ein kleines Plus für Österreichs Wirtschaft

Eurozone auf Rezessionskurs



  • BIP der Euro-Zone schrumpfte um 0,2 Prozent.
  • Ausblick: Negativ

Der Konjunkturmotor stottert, erst im nächsten Jahr soll die Wirtschaft in der Eurozone wieder wachsen. - APAweb / dpa / Martin Gerten

Der Konjunkturmotor stottert, erst im nächsten Jahr soll die Wirtschaft in der Eurozone wieder wachsen. APAweb / dpa / Martin Gerten

München/Wien. Wegen der Euro-Schuldenkrise hat die Wirtschaft in Europa im zweiten Quartal an Schwung verloren, die EU und die Eurozone insgesamt sind sogar geschrumpft gegenüber der Vorperiode. Österreich und Deutschland konnten sich mit einem BIP-Plus von 0,2 bzw. 0,3 Prozent noch knapp behaupten, doch rechnen auch hier Fachleute mit einem weiteren Einknicken und einem Minus im Zeitraum Juli bis September. Wifo-Experte Marcus Scheiblecker geht von 0,2 Prozent Rückgang aus; zur APA sagte er, die Prognosen 2012 und 2013 von 0,6 und 1,3 Prozent realem Wachstum in Österreich seien nur zu halten, wenn es gelinge, die Euro-Krise aufzulösen.

Schrumpfende Wirtschaft in Südeuropa

Besonders stark eingebrochen ist die Wirtschaftsleistung im Sog der Euro-Krise in den großen süd- und westeuropäischen Saaten - in Italien um 0,7 Prozent und in Spanien um 0,4 Prozent. Italiens Wirtschaft schrumpfte bereits das vierte Quartal in Folge, im Jahresabstand betrug das Minus 2,5 Prozent. Spanien lebt bereits seit einem dreiviertel Jahr im Abschwung. Frankreichs Wirtschaft stagnierte jetzt erneut, schon zum dritten Mal hintereinander.

Sanierungsbedarf in der Eurozone, flaue Konjunkturdaten: Europa steckt in der Krise, Österreich geht es ein wenig besser.

Sanierungsbedarf in der Eurozone, flaue Konjunkturdaten: Europa steckt in der Krise, Österreich geht es ein wenig besser.APAweb / dpa / Frank May Sanierungsbedarf in der Eurozone, flaue Konjunkturdaten: Europa steckt in der Krise, Österreich geht es ein wenig besser.APAweb / dpa / Frank May

Ungarn verbuchte das zweite Minus-Quartal in Folge. Auch in Tschechien, Portugal, Großbritannien und Zypern setzte sich die Abwärtsbewegung fort, neu ins negative Terrain gerutscht sind Finnland und Belgien. Ein nennenswertes Wachstum wiesen in Europa fast nur Schweden, die Slowakei und Rumänien auf, international die USA und Japan.

Griechenland: Fünftes Ressionsjahr

Für Griechenland hat das EU-Statistikamt Eurostat am Dienstag keine neue Zahlen veröffentlicht. Nach Angaben von Montag steuert das Land mit 2013 auf das fünfte Rezessionsjahr zu. Zwischen April  und Juni schrumpfte die Wirtschaft des Landes um 6,2 Prozent im Jahresabstand, nach 6,5 Prozent Minus im ersten Quartal. Premier Antonis Samaras erwartet heuer mehr als sieben Prozent Minus.

Deutschland hat sich im Frühjahr der Abwärtsspirale in Europa entzogen. Steigende Exporte und kauffreudige Verbraucher ließen das BIP von April bis Juni real um 0,3 Prozent zum Vorquartal wachsen. Das war - wie in Österreich - weniger als zu Jahresbeginn mit 0,5 Prozent. Auf Dauer kann sich der Haupthandelspartner Österreichs aber nicht von der Krise absetzen: "Für das zweite Halbjahr deutet sich eine gewisse Wachstumsabschwächung an", sagte ein Bundesbank-Sprecher am Dienstag. Viele Banken-Ökonomen rechnen  für Sommer mit einem Schrumpfen: "Das Wachstum ist im Frühjahr recht solide ausgefallen, bis auf weiteres dürfte das aber die letzte positive Nachricht sein aus Deutschland", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Die deutsche Wirtschaft ist zwar fundamental gut aufgestellt, kann sich aber von der Rezession in der Euro-Zone nicht abkoppeln."

Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone heuer um 0,3 Prozent schrumpft. Für 2013 traut sie ihr wieder ein Wachstum von 1,0 Prozent zu.

Auch Österreich wäre ohne Euro-Krise rascher gewachsen, sagt Wifo-Experte Scheiblecker. Doch profitiere unser Land - ebenso wie der Nachbar - von den relativ starken Märkten außerhalb Europas. Trotz der relativ deutlichen Konjunkturabkühlung könne die Entwicklung in Österreich angesichts der Rezession im Euro-Raum aber als relativ gut bezeichnet werden. "Wir rechnen, dass die Schwäche vor allem vom Export ausgeht" und sich früher oder später auch in der heimischen Produktion bemerkbar macht, so Scheiblecker im Radio. Er geht laut ORF-Mittagsjournal von 0,2 Prozent Minus im 3. Quartal aus.

"Wir haben uns eine Lösung der Euro-Schuldenkrise eigentlich etwas schneller vorgestellt", meinte der Wifo-Experte am Dienstag zur APA. Schließlich schlage sich dieses Problem in Europa in den realwirtschaftlichen Investitionen nieder "und belastet mehr und mehr auch Österreich". Die EZB "dürfe" zwar von ihrem Auftrag her keine Staatsfinanzierungen vornehmen, doch sei die Europäische Zentralbank "das einzige Institut, das hier überzeugend agieren könnte": "Wenn sie jegliche Schulden übernimmt und eingreift, könnte das wirken", ist der Wifo-Experte überzeugt und fügt hinzu: "Viele sagen, das ist notwendig. Eine Inflationsgefahr seh' ich da noch keine."




Schlagwörter

Konjunktur, Wirtschaft, BIP

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-14 09:31:11
Letzte Änderung am 2012-08-14 13:46:46


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