• vom 16.08.2012, 09:52 Uhr

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Update: 16.08.2012, 13:18 Uhr
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Testflug von superschnellem Jet fehlgeschlagen

Wellenreiter außer Kontrolle



  • Jet sollte sechsfache Schallgeschwindigkeit erreichen.

Der superschnelle Jet "Wellenreiter" sollte 7000 km/h erreichen - ein Testflug scheiterte. - APAweb/Reuters/US Air Force/Handoutgrafik

Der superschnelle Jet "Wellenreiter" sollte 7000 km/h erreichen - ein Testflug scheiterte. APAweb/Reuters/US Air Force/Handoutgrafik

Er sollte die sechsfache Schallgeschwindigkeit erreichen und endete im Nirgendwo. Der Test mit einem superschnellen Jet, ist fehlgeschlagen. Das teilte die US-Luftwaffe am Mittwoch mit. Demnach löste sich der unbemannte Hyperschalljet X-51A Waverider (Wellenreiter) bei dem Testflug am Dienstag zwar planmäßig von dem B-52-Bomber, der ihn über den Pazifik getragen hatte. Wenige Sekunden später sei aber ein Problem mit einem Kontrollruder festgestellt worden und die Maschine kurz danach verloren gegangen.

Der Bomber mit dem "Wellenreiter" war vom Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien aufgestiegen. Der Experimentalflieger, der gemeinsam mit der Flugzeughersteller Boeing entwickelt wurde, sollte nach dem Abkoppeln auf eine Geschwindigkeit von 7000 Kilometern pro Stunde kommen. Mit einem solchen Tempo wäre London von New York in rund einer Stunde zu erreichen.

Schockwellen reiten
Der Minijet wurde Wellenreiter getauft, da er auf den durch seine hohe Geschwindigkeit erzeugten Schockwellen reitet und dadurch noch mehr beschleunigt. Insgesamt sollte das Fluggerät bei dem Test die Geschwindigkeit von Mach 6 für 300 Sekunden halten.

Der Jet sollte nach der Beschleunigung derart schnell fliegen, dass die an seiner Vorderseite eintretende Luft im Inneren des stromlinienförmigen Fluggerätes ganz von alleine extrem stark verdichtet wird. Der in diesem Luftstrom gezündete Treibstoff beschleunigt den Flugkörper dann weiter.

Diese "Scramjet"-Technik arbeitet nach dem seit langer Zeit bekannten Prinzip des Staustrahl-Triebwerkes. Dieses kommt mit viel weniger Teilen aus als herkömmliche Turbinen. Im Grunde handelt es sich um eine sich selbst beschleunigende Düse.

Problem nach 16 Sekunden
In einer Mitteilung der Luftwaffe hieß es, dass sich der Jet über dem Wasser sicher vom Trägerbomber gelöst habe und der Raketenantrieb planmäßig gezündet worden sei. Nach 16 Sekunden sei jedoch ein Problem mit einem der Kontrollruder aufgetreten. Als sich der "Wellenreiter" etwa 15 Sekunden später vom Raketenantrieb getrennt habe, sei er außer Kontrolle geraten.

Die X-51 wird von Boeing und der Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency) vorangetrieben, der Forschungsabteilung des US-Militärs.

Die "Scramjet"-Technik könnte blitzschnelle Militärschläge aus der Luft möglich machen - wenn es den Entwicklern gelingen sollte, die technischen Probleme zu lösen. Eine Beförderung von Passagieren ist beim derzeitigen Stand der Technik allerdings noch Zukunftsmusik.

Tests mit derartigen Hyperschall-Geräten sind nicht völlig neu: Ein älteres Modell "X-43" erreichte mit diesem "Scramjet"-Prinzip (supersonic-combustion ramjet) 2004 bereits eine Geschwindigkeit von rund Mach 10 - etwa 11 000 Kilometer pro Stunde.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-16 09:52:45
Letzte Änderung am 2012-08-16 13:18:59


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