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Update: 17.08.2012, 13:18 Uhr
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Außenminister Tuomioja sorgt für Verunsicherung

Finnland bereitet sich auf Zerfall der Euro-Zone vor



  • Spindelegger will Staaten aus Euro-Zone rausschmeißen.

Der finnische Außenminister Erkki Tuomioja sorgt mit seiner Äußerung über den möglichen Zerfall der Euro-Zone für Verunsicherung.

Der finnische Außenminister Erkki Tuomioja sorgt mit seiner Äußerung über den möglichen Zerfall der Euro-Zone für Verunsicherung.APAweb / EPA, Soeren Stache Der finnische Außenminister Erkki Tuomioja sorgt mit seiner Äußerung über den möglichen Zerfall der Euro-Zone für Verunsicherung.APAweb / EPA, Soeren Stache

London/Wien. Der finnische Außenminister Erkki Tuomioja hat am Freitag mit Aussagen über einen möglichen Zerfall der Eurozone für Wirbel gesorgt. Sein Land habe bereits Vorbereitungen für das Ende der Währungsunion getroffen, sagte er in einem Interview mit der britischen Zeitung "Daily Telegraph".

Er riet anderen europäischen Staaten, ebenfalls Vorkehrungen für ein solches Szenario zu treffen. "Wir müssen uns offen auf die Möglichkeit eines Zerfalls der Eurozone vorbereiten", forderte Tuomioja.

"Das ist nicht etwas, das jeder in Finnland befürwortet, geschweige denn die Regierung." Ein Auseinanderbrechen des Euro würde aber nicht das Ende der Europäischen Union bedeuten, so Tuomioja. Im Gegenteil: "Es könnte der EU helfen, besser zu funktionieren."

Finnland steht zu Euro
Finnlands Europa-Minister Alexander Stubb versuchte Zweifel an der finnischen Unterstützung für den Euro zu zerstreuen. Finnland stehe zu "100 Prozent" zum Euro, sagte Stubb der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich will deutlich machen, dass die Spekulationen des Außenministers nicht die Position der Regierung widerspiegeln".

Spindelegger will Staaten rausschmeißen
In Österreich hat unterdessen Vizekanzler Außenminister Michael Spindelegger (V) in einem Interview mit dem "Kurier" (Freitag) erklärt, man brauche im Falle von Ländern, die sich nicht an Verpflichtungen halten, "Möglichkeiten, dass man jemanden aus der Währungsunion rausschmeißt." Wenn es diese Regel schon gäbe, "hätte man schon Konsequenzen ziehen müssen", so der ÖVP-Chef, ohne jedoch Griechenland in diesem Zusammenhang namentlich zu erwähnen. Eine Vertragsänderung, die zum Ausschluss eines Landes aus dem Euro-Raum nötig wäre, brauche allerdings Zeit - schätzungsweise fünf Jahre.

Faymann gegen Spindeleggers Vorstoß
Anders als Spindelegger ist SPÖ-Chef Bundeskanzler Werner Faymann nicht für einen "Rauswurf" von Euro-Mitgliedsländern aus dem gemeinsamen Währungsraum - und er warnt auch vor den negativen Folgen eines Zerbrechens der Eurozone, die bei weitem größer sein würden als allfällige Vorteile für einzelne Länder. "Einen Rauswurf kann ich nicht empfehlen", betonte Faymann am Freitag in einer Aussendung. Für FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache ist Spindeleggers Vorstoß "unglaubwürdig".

Wollte man die Möglichkeit schaffen, ein Land gegen dessen Willen aus der gemeinsamen Währungszone zu drängen, bedürfe es darüber hinaus einer EU-Vertragsänderung mit Volksabstimmung, so Faymann.




Schlagwörter

Finnland, Euro-Zone

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-17 11:25:51
Letzte Änderung am 2012-08-17 13:18:35


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