• vom 18.08.2012, 16:27 Uhr

Top News

Update: 19.08.2012, 16:58 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Aktivisten wollten Anspruch Japans bekräftigen

Japanisch-chinesischer Inselstreit eskaliert



  • Protestkundgebungen in China nach Landung von japanischer Flotille auf einer der unbewohnten Senkaku-Inseln.

Die Dokdo-Inseln: Ungeachtet eines Verbots der japanischen Behörden betraten etwa ein Dutzend Nationalisten am Sonntag die Hauptinsel und hissten die japanische Flagge.

Die Dokdo-Inseln: Ungeachtet eines Verbots der japanischen Behörden betraten etwa ein Dutzend Nationalisten am Sonntag die Hauptinsel und hissten die japanische Flagge.EPAweb / YNA SOUTH KOREA OUT Die Dokdo-Inseln: Ungeachtet eines Verbots der japanischen Behörden betraten etwa ein Dutzend Nationalisten am Sonntag die Hauptinsel und hissten die japanische Flagge.EPAweb / YNA SOUTH KOREA OUT

Tokio. Der neu aufgeflammte Streit zwischen China und Japan um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer spitzt sich zu. Etwa 20 japanische Aktivisten sowie Dutzende Anhänger und Politiker gingen am Sonntag auf einer der umstrittenen Senkaku-Inseln auf Booten an Land. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, entfalteten sie auf der Insel Uotsuri japanische Flaggen. In China, wo die Inselgruppe Diaoyu heißt, gingen daraufhin mehrere Tausend Menschen in rund einem Dutzend Städte aus Protest gegen Japan auf die Straße, darunter in Peking.

Die Regierung in Peking rief Tokio auf, "die illegalen Aktionen" zu stoppen. Die Aktivisten hätten Chinas territoriale Souveränität verletzt. "Japan sollte diese Angelegenheit vernünftig angehen und eine ernsthafte Beschädigung der chinesisch-japanischen Beziehungen vermeiden", warnte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. Es sei auch Beschwerde bei Japans Botschafter eingelegt worden. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua sprach von einer Provokation seitens Japan.

Ungeachtet eines Verbots der japanischen Behörden waren etwa 150 nationalistischen Aktivisten und Abgeordneten am Samstagabend (Ortszeit) mit 20 Booten von der südjapanischen Insel Ishigaki aus aufgebrochen. Ihr Ziel war es, den territorialen Anspruch Japans auf die Inselgruppe zu bekräftigen. Bei Sonnenaufgang erreichte die Flottille die Hauptinsel Uotsurijima.

Als Erster schwamm der Vorsitzende der Gruppe Gambare Nippon (Vorwärts, Japan!), Satoru Mizushima, mit einem Seil ans Ufer. Die anderen hielten sich am Seil fest und folgten ihm. Auf der Insel hissten die Aktivisten die japanische Flagge. Weil sie nicht zum höchsten Punkt der Insel gelangen konnten, stellten sie die Fahne an einem Berghang und am Ufer auf. Der Tokioter Lokalpolitiker Eiji Kosaka bezeichnete die Reise als "großen Erfolg". Die Inseln seien "eindeutig japanisches Territorium", sagte er. Es gebe dort noch typisch japanische Häuser. Die japanische Küstenwache, die die Flottille während der gesamten Zeit beobachtete, nahm niemanden fest.

Neben Japan und China erhebt auch Taiwan Anspruch auf die Inseln. Tokio beruft sich auf das Jahr 1885, in dem die Japan die Kontrolle der Inseln übernahm. Peking sagt hingegen, die Diaoyu-Inseln hätten bereits während der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) zu China gehört und seien auf Landkarten und in einem Buch verzeichnet gewesen. Während vier der fünf Senkaku-Inseln in Privatbesitz sind, gehört die fünfte der Hauptstadt Tokio. Von strategischer Bedeutung sind in der Region vor allem größere Fischbestände und vermutete Ölvorkommen.

Der Streit um die Inseln war diese Woche eskaliert. Am Mittwoch waren 14 chinesische Aktivisten auf den Inseln gelandet, um Chinas Anspruch auf die Gruppe Nachdruck zu verleihen und gegen die Reise der japanischen Abgeordneten zu protestieren. Für ihre Aktion wählten die Chinesen den Jahrestag der japanischen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg am 15. August 1945. Die japanische Küstenwache nahm die Gruppe fest, am Freitag wurde sie des Landes verwiesen.




Schlagwörter

Japan, China

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-18 16:27:38
Letzte Änderung am 2012-08-19 16:58:26


Werbung



Beliebte Inhalte



Auch in Ankara ging die Polizei mit Tränengas nicht sparsam um - nun kommt es zu Engpässen. - APAweb / REUTERS / Dado Ruvic
  • Lage in Istanbul ruhig - OSZE kritisch - FPÖ und BZÖ fordern Abbruch von Beitrittsgesprächen.
  • weiter

Wie Franz von Assisi ein Freund der Armen und der Tiere. - epa
  • Franziskus ermuntert Bischöfe und Laien zum ursprünglichen Christentum.
  • weiter

Die am Mittwoch angemeldete Insolvenz des Bauriesen Alpine ist eine der größten Pleiten der Zweiten Republik und könnte vom Volumen der Verbindlichkeiten her alles bisher Dagewesene übertreffen. - APAweb/dpa/dpaweb
  • 6.483 Dienstnehmer und 8.000 Gläubiger betroffen.
  • Erste Gläubigerversammlung findet am 4. Juli statt.
  • weiter

Arbeiten in der prallen Sonne: Besonders Bauarbeiter stöhnen unter der Hitze. - apa/Hans Klaus Techt
  • Baufirmen können Arbeiter ab 35 Grad Außentemperatur bezahlt freistellen.
  • weiter

Bernd Wiegand konnte es nur falsch machen. Er hatte keine andere Chance. Bernd Wiegand - das ist der Oberbürgermeister von Halle an der Saale...weiter

Kindergarten ab eins und Ganztagsschule: für Brandsteidl die beste Lösung. - Radule Bozinovic/KOSMO
  • Stadtschulratspräsidentin hält Trennung von deutsch- und nichtdeutschsprachigen Kindern für wenig sinnvoll.
  • weiter

Veganes Urgestein Chen Huang versorgt Wiens Veganer mit dem Nötigsten. - Mazak
  • Wien ist Stadt mit höchster Dichte an veganen und vegetarischen Restaurants.
  • weiter

Die US-Geheimdienste lesen mit. - © Andrea Danti - Fotolia.com
  • Unter Barack Obama wurde das Programm noch ausgeweitet.
  • weiter





Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung