• vom 19.08.2012, 09:01 Uhr

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Update: 20.08.2012, 09:41 Uhr
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Erster öffentlicher Auftritt des WikiLeaks-Gründers seit zwei Monaten

Assange fordert von Obama "Ende der Hexenjagd"



  • Ansprache vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London.

Julian Assange bleibt ein Zankapfel der Regierungen.

Julian Assange bleibt ein Zankapfel der Regierungen.EPAweb / KERIM OKTEN Julian Assange bleibt ein Zankapfel der Regierungen.EPAweb / KERIM OKTEN

London. Wikileaks-Gründer Julian Assange hat bei seinem mit Spannung erwarteten ersten öffentlichen Auftritt seit seiner Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London der Regierung in Quito gedankt. Er danke allen, die ihm geholfen hätten, vor allem Ecuador, sagte Assange am Sonntag auf einem Balkon der Botschaft. Vor dem Gebäude standen mehrere hundert Sympathisanten, Medienvertreter und Neugierige. Auch eine Hundertschaft der britischen Polizei war dort. Ecuador hatte dem Australier, der vor zwei Monaten in die Botschaft geflohen war, am Donnerstag diplomatisches Asyl gewährt.

Zudem forderte Assange US-Präsident Barack Obama auf, die "Hexenjagd" auf die Enthüllungsplattform Wikileaks und ihre Informanten zu beenden. Unter anderem müssten der Wikileaks-Informant Bradley Manning sowie andere aus dem Gefängnis entlassen werden und Entschädigung für ihre Haft bekommen. "Während Wikileaks bedroht wird, wird auch die Meinungsfreiheit und die Gesundheit unserer ganzen Gesellschaft bedroht", sagte Assange am Sonntag.

Assange äußerte sich von dem Balkon - und damit diplomatisch unverletzlichem Gebiet - aus, um eine drohende Festnahme durch britische Polizisten zu verhindern. Laut der Wiener Konvention ist die Hoheitsgewalt der Behörden des Gastgeberlandes in der Botschaft außer Kraft gesetzt. Andernfalls hätte Assange eine Festnahme durch die britische Polizei riskiert. Diese bewachen die Botschaft, um den 41-jährigen Australier festzunehmen, sobald er das Gebäude verlassen sollte.

Ein Poster des WikiLeaks-Gründers Julian Assange vor der ecuadorianischen Botschaft in London.

Ein Poster des WikiLeaks-Gründers Julian Assange vor der ecuadorianischen Botschaft in London.EPAweb / TAL COHEN Ein Poster des WikiLeaks-Gründers Julian Assange vor der ecuadorianischen Botschaft in London.EPAweb / TAL COHEN

Assange soll wegen mutmaßlich dort begangener Sexualdelikte nach Schweden ausgeliefert werden, hat aber von Ecuador politisches Asyl bekommen. Er fürchtet, letztlich an die USA ausgeliefert zu werden. Wikileaks hat mit der Veröffentlichung vertraulicher US-Diplomatendepeschen und brisanter Dokumente aus den Kriegen in Irak und Afghanistan den Zorn der USA auf sich gezogen. Nach übereinstimmenden Angaben aus den USA, Schweden und Großbritannien hat Washington jedoch bisher keine Schritte unternommen, um seine Auslieferung zu erreichen.

Kurz vor dem Auftritt hatte Assanges Anwalt gesagt, ein weiterer juristischer Schritt sei geplant. Details dazu gab es nicht. Assange ist nach Angaben seines rechtlichen Beraters Baltasar Garzon in "Kampfstimmung" und hat sein Anwälteteam mit weiteren juristischen Schritten beauftragt. "Assange hat seine Anwälte beauftragt, einen juristischen Schritt zu vollziehen, um die Rechte von Wikileaks, von Julian selber und allen, gegen die derzeit ermittelt wird, zu schützen", so der frühere spanische Star-Ermittlungsrichter Garzon.

Das südamerikanische Staatenbündnis UNASUR unterstützt Ecuador im Streit mit Großbritannien im Fall Assange. Die Außenminister solidarisierten sich zum Abschluss ihres Treffens am Sonntag in Guayaquil mit Ecuador vor dem Hintergrund der "Drohung eines Eindringens in die Botschaft" in London, in der Wikileaks-Gründer Julian Assange Asyl erhalten hat.




Schlagwörter

Südamerika, Julian Assange

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Dokument erstellt am 2012-08-19 09:02:14
Letzte Änderung am 2012-08-20 09:41:45


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