Wien. Offiziell ist die Frage des neuen ORF-Standortes seit Juni in der Sommerpause. Bis 13. September müsste der Stiftungsrat, laut aktueller Beschlusslage, einen möglichen Umzug an einen zentralen Standort in Wien-Erdberg beschließen, sonst bleibt alles beim Alten: das Fernsehen am Küniglberg und das Radio im Funkhaus in Wien-Wieden. Inoffiziell wird jedoch weiter geplant - und die Planungen dürften nicht in Richtung Neu Marx gehen. Der kaufmännische Direktor des ORF (und Gegner eines Umzuges) Richard Grasl erklärte jüngst dem "Standard" dass bereits ein "Raum- und Funktionskonzept" erarbeitet wird.

Dieses soll, wie man hört, sehr detailliert sein - was jedenfalls nicht für Neu Marx als Standort spricht. Als Vorentscheidung will Grasl diese Pläne auf Nachfrage der "Wiener Zeitung" jedoch nicht verstanden wissen: "Diese Planungen sind unabhängig von einer endgültigen Standortentscheidung", sagt Grasl. Dass sich so detaillierte Pläne eins zu eins umlegen lassen, wenn man doch nach Neu Marx ziehen sollte, sagt Grasl damit aber auch nicht, jedoch: "Wir beginnen dann nicht bei Null."
Insider im ORF sehen jedoch als Indiz eines "Aus" für Neu Marx, dass bereits planerisch (detailliert bis hin zu Kühlung, Heizung und Beleuchtung) mit der Umgestaltung des Küniglbergs begonnen wird. Das Haupthaus (der Bauteil 1 von Roland Rainer) muss ja, wie berichtet, auf jeden Fall saniert werden. Sollte, wie angedacht, etwa auch das Radio auf den Küniglberg ziehen, wird man jedenfalls ein neues zusätzliches Gebäude benötigen. Sprich: Auf dem Küniglberg dürfte kein Stein auf dem anderen bleiben, während die leere Fläche in Neu Marx wohl noch länger auf eine Bebauung warten muss.