• vom 01.09.2012, 13:15 Uhr

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Update: 01.09.2012, 13:47 Uhr
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Regimegegner attackieren Flughäfen und zerstören Kampfjets

Syriens Luftwaffe im Fadenkreuz der Rebellen



  • Russlands Außenminister weist Forderung nach Rückzug der Regimetruppen aus Städten als "naiv" zurück.

Syriens Rebellen richten ihre Waffen nun verstärkt auch gegen die Luftwaffe des Regimes. - APAweb/Reters/Zain Karam

Syriens Rebellen richten ihre Waffen nun verstärkt auch gegen die Luftwaffe des Regimes. APAweb/Reters/Zain Karam

Damaskus. Syriens Luftwaffe sicherte dem Regime von Bashar al-Assad im Bürgerkrieg gegen die Rebellen bisher die Lufthoheit - nun wird sie selber Ziel konzentrierter Angriffe der Regimegegner. Aus mehreren Teilen des umkämpften Landes wurden Angriffe auf Luftwaffenstützpunkte gemeldet. Bei einer Attacke auf den Militärflughafen Kuris in der nördlichen Provinz Aleppo sollen Kampfjets am Boden zerstört worden sein, wie Aktivisten melden. Ungeachtet dieser Erfolge klammert sich das Regime weiterhin an die Macht. Russlands Außeninister Sergei Lawrow betonte, es sei "naiv" zu glauben, dass Assad seine Truppen aus den großen Städten zurückziehen werde, da er eine weitere Aufrüstung der Opposition befürchte.

Vor Studenten des Instituts für Internationale Beziehungen in Moskau wies Lawrow einmal mehr die Forderungen des Westens, Russlands Alliierter Assad müsse seine Truppen und Waffen aus den Städten abziehen, zurück. Diese Forderung sei ein "gänzlich unmachbarer Plan".

Realistische Position
Gleichzeitig verteidigte Lawrow die Haltung Russlands in dem Konflikt. Moskau halte nicht an irgendeinem Regime oder irgendwelchen Personen im syrischen Konflikt fest, sondern nehme nur eine Position ein, die auf Realismus basiere, so der Außenminister vor Studenten.

In Ermangelung diplomatischer Fortschritte auf dem internationalen Parkett könnte die Entwicklung des Bürgerkriegs in Syrien die verhärteten Fronten zwischen dem Westen, der auf einen Sturz Assads drängt, und Russland sowie China überholen.

Denn Syriens Rebellen verfügen offenbar inzwischen über die notwendige Feuerkraft, um selbst die gut geschützte Luftwaffe des Regimes ins Visier zu nehmen. Am Freitag hatte ein Kommandant der Aufständischen in Aleppo angekündigt, dass sich die bewaffneten Assad-Gegner künftig auf die militärische Infrastruktur der syrischen Luftwaffe konzentrieren wollten. Daraufhin wurden erfolgreiche Angriffe auf Luftwaffenstützpunkte durchgeführt, bei der auch Militärjets zerstört worden sein sollen. Bei der Erstürmung des Luftwaffenstützpunkts Abu Kamal erbeuteten die Rebellen nach eigenen Angaben zudem Luftabwehrraketen.

Gegenoffensive der Truppen des Regimes
  Syrische Staatsmedien berichteten jedoch bereits von einer Gegenoffensive gegen die in der Nähe von Militärflughäfen aktiven Rebellen. Dabei seien diesen "schwere Verluste" zugefügt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Von unabhängiger Seite ließen sich auch diese Informationen nicht überprüfen. Auch in der Hauptstadt Damaskus soll es zu Kämpfen gekommen sein, bei denen "Terroristen" getötet wurden, heißt es vonseiten des Regimes.

In den vergangenen Wochen hat das Regime zunehmend mit Helikoptern und Kampfjets Stellungen der Rebellen, aber auch unterschiedslos ganze Wohnviertel in Großstädten wie Aleppo bombardiert. Dies hatte zu einem Anschwellen des Flüchtlingsstroms vor allem in die benachbarte Türkei geführt, wo inzwischen mehr als 80.000 syrische Kriegsvertriebene eingetroffen sind.

Erdogan bekräftigt Forderung nach Flugverbotszone
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte deshalb die Forderung seines Landes nach einer Schutzzone in Syrien selbst. Der Weltsicherheitsrat müsse dafür seine Uneinigkeit überwinden und eine Resolution für eine Flugverbotszone verabschieden, sagte Erdogan nach Angaben türkischer Medien vom Samstag in einem Fernsehinterview am Freitagabend. "Man kann keine Schutzzone einrichten, ohne zunächst eine Flugverbotszone zu erklären", sagte Erdogan demnach. Die Risiken seien sonst zu groß. Das Vorhaben stößt allerdings bei westlichen Regierungen noch auf Vorbehalte.

  Unterdessen trat der algerische Karrierediplomat Lakhdar Brahimi am Samstag die Nachfolge Kofi Annans als Syrien-Vermittler der UNO und der Arabischen Liga an. Annan war mit seinem Plan eines Waffenstillstands und eines daraufhin einsetzenden Dialogs zwischen den verfeindeten Seiten in Syrien gescheitert. Unklar ist, ob Brahimi mehr Erfolg hat. Dem Vernehmen nach will er in den nächsten Wochen nach Syrien reisen und Gespräche am Sitz der Arabischen Liga in Kairo führen.




Schlagwörter

Russland, Syrien

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-01 13:39:16
Letzte Änderung am 2012-09-01 13:47:50


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