• vom 05.09.2012, 18:17 Uhr

Top News

Update: 05.09.2012, 18:47 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Wer folgt Beyrer nach? Hearing dürfte Vorentscheidung bringen

Computer-Mann Kemler Favorit für ÖIAG-Spitze


Von Karl Leban

  • Insgesamt vier Bewerber auf der Shortlist, auch Paierl mit Chancen.

Großer Vorteil: Rudolf Kemler (links im Bild) gilt als gut mit der Industriellenvereinigung vernetzt.

Großer Vorteil: Rudolf Kemler (links im Bild) gilt als gut mit der Industriellenvereinigung vernetzt.

Wien. Am Donnerstag dürfte die Vorentscheidung bei der Kür des neuen ÖIAG-Chefs fallen. Vier Kandidaten haben es in die Finalrunde geschafft. Sie müssen sich am Donnerstag einem Hearing vor dem Personalausschuss des ÖIAG-Aufsichtsrats stellen. Erwartet wird, dass da bereits entschieden wird, wer Markus Beyrer als Alleinvorstand der Staatsholding nachfolgt. Die Aufsichtsratssitzung am Freitag dürfte deshalb nur noch eine Pflichtübung sein, diese Entscheidung offiziell "abzustempeln".

Werbung

Folgende Bewerber hat der Personalberater Egon Zehnder auf die Shortlist gesetzt: Ex-AUA-Vorstand Peter Malanik, den einstigen steirischen ÖVP-Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl, den früheren Chef der Österreich-Tochter von Hewlett Packard, Rudolf Kemler, und den ÖIAG-Chefjuristen Günther Leonhartsberger. Nicht darunter ist der Kleinanlegerschützer Wilhelm Rasinger, der sich als einer von insgesamt 16 Interessenten ebenfalls beworben hatte.

Wie die "Wiener Zeitung" im Umfeld der staatlichen Industrieholding erfahren hat, soll Kemler die mit Abstand besten Chancen haben, das Rennen zu machen. Er wurde am Mittwoch als heißester Anwärter gehandelt. Einer seiner Vorteile: Mit Parteipolitik hat der 56-Jährige - im Gegensatz zu Paierl - nichts am Hut. Im ÖIAG-Aufsichtsrat, der seit der ehemaligen schwarz-blauen Koalition auf seine Unabhängigkeit pocht und daher von politischen Zuflüstungen alles andere als angetan ist, dürfte das gut ankommen.

Obendrein ist Kemler, der auch eine Vergangenheit als Siemens- und General-Electric-Manager hat, gut mit der Industriellenvereinigung (IV) vernetzt. Ebenfalls ein Plus, denn die IV betrachtet die ÖIAG als "Erbpacht". So wird der Aufsichtsrat von Leuten aus ihren Reihen dominiert. Bei der letzten Kür des ÖIAG-Chefs kam Beyrer, der nun nach Brüssel wechselt, um dort Generaldirektor der europäischen Arbeitgeberorganisation "Businesseurope" zu werden, zugute, dass er über viele Jahre Generalsekretär der IV war.

AUA als Handicap für Malanik
Wie aus informierten Kreisen zu hören ist, will sich die Politik bei der jetzigen Personalentscheidung heraushalten. Paierls Chancen, im ÖIAG-Chefsessel Platz zu nehmen, sollen deshalb erheblich gesunken sein. Die ÖVP-Spitze würde den Ex-Landesrat, der zusammen mit Magna den steirischen Autocluster aufgebaut hat, gerne als neuen ÖIAG-Boss sehen. Für die IV soll Paierl allerdings ein rotes Tuch sein, vor allem wegen seiner Vergangenheit als Politiker und seiner noch immer starken Verbindungen zu seiner Partei.

De facto keine Chancen werden Leonhartsberger eingeräumt. Und auch Malanik dürfte leer ausgehen. Obwohl unter den Bewerbern anfangs favorisiert, soll ihm das "Odium der AUA, die keine Erfolgsstory war", anhaften, wie es ein Insider im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" formuliert.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-05 18:23:05
Letzte Änderung am 2012-09-05 18:47:57


Werbung



Beliebte Inhalte



150 Jahre SPD Parteichef Gabriel wirbt aus diesem Anlass für eine "neue Agenda" für Deutschland. - dpa
  • Progressive Allianz als Alternative zu Sozialistischer Internationale gegründet.
  • weiter

Solidarität, Unverständnis, aber auch Furcht und Hass machen sich in London breit. - APAweb/REUTERS/Luke MacGregor
  • Islamistischer Tathintergrund: Polizei geht von "einsamen Wölfen" aus.
  • weiter

Bundeskanzler Faymann tauscht die Position mit Luxemburg: Österreich kann sich jetzt einen Bankdatenaustausch bis Jahresende vorstellen, Luxemburg stellt plötzlich Bedingungen. - APAweb / Andy Wenzel
  • Luxemburg knüpft Zustimmung an Verhandlungsergebnis mit Drittstaaten.
  • weiter

20.000 Obdachlose leben allein auf den Straßen Athens. - APAweb / EPA / Orestis Panagiotou
  • Wer arbeitslos wird, landet schnell auf der Straße.
  • weiter

"Bevor uns das Rohöl ausgeht, geht uns das Wasser aus" , ist Brabeck-Letmathe überzeugt. - dpa
  • Spitzenmanager über Europas Defizite und emotionale Debatten.
  • weiter

Haben die Wiener Senioren mehr Weitblick als die eigene Partei? - Rösner
  • Die "rote Basis" macht Urlaub - und schimpft über die (grüne) Stadtpolitik.
  • weiter

Schütze Bosko Rasovic trainiert fünfmal pro Woche. S. Jenis
  • Rund 24.000 Wiener haben eine Waffenbesitzkarte.
  • weiter

Reinhard Göweil Die fünf Agrarkonzerne Monsanto, Pioneer, Syngenta, Limagrain und Bayer kontrollieren weltweit zirka 63 Prozent des Saatguts...weiter





Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

Nach 28 Jahren stießen Biologen auf eine unbekannte Affenart in Afrika: die Lesula-Affen. Sie leben versteckt in der Lomami-Region in der Dem. Rep. Kongo und wurden nun von der Universität von Arizona für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Werbung