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Update: 18.09.2012, 19:08 Uhr
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Per pedes unterwegs in Wien - ein Lokalaugenschein

Zu Fuß sieht die Stadt ganz anders aus


Von Barbara Sorge

  • Immer mehr Wiener nutzen neben dem Auto und dem Rad auch ihre Beine.

Am Südtiroler Platz sind Fußgänger unterirdisch besser dran. - Barbara Sorge

Am Südtiroler Platz sind Fußgänger unterirdisch besser dran. Barbara Sorge

Wien. "Wenn man viel in der Stadt geht, wundert man sich oft", sagt Martin Just. Der Kulturarbeiter und Autor ist als engagierter Geher viel zu Fuß unterwegs. Gleichzeitig fungiert er auch als Sprecher der Fußgänger-Initiative "WildUrb", die das Gehen wieder salonfähig machen will. Mit der "Wiener Zeitung" hat er sich auf Lokalaugenschein begeben, um einige Orte in der Stadt zu besichtigen, an denen es Fußgängern derzeit besonders schwer gemacht wird - noch.

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Denn in Zukunft soll es Fußgängern in der Stadt besser gehen, plant die Stadt doch eine Reihe von Maßnahmen, um die Fortbewegung zu Fuß attraktiver zu machen. In den nächsten Wochen soll auch ein eigener Experte fürs Gehen präsentiert werden, der die bestehenden Strukturen der Stadt in diesem Bereich verstärken soll. Drei Orte fallen Martin Just sofort ein, die sich dieser Experte anschauen könnte.

Da wäre einmal der Matzleinsdorfer Platz. Hier fällt sofort auf, dass die Fußgänger in den Untergrund verbannt wurden, wo sie sich an einer Vielzahl von Wegweisern orientieren müssen, um sich im Labyrinth von Straßenbahn, Schnellbahn und Unterführung zurechtzufinden. Vor allem der Weg zur Buslinie 14 A ist nur unterirdisch zu finden. Für den Versuch, den Kreuzungsbereich am Matzleinsdorfer Platz oberirdisch zu queren - von der unterirdischen Station der Straßenbahnlinie 6 hinauf an die Oberfläche, weiter über den Gürtel und anschließend auch noch über die Reinprechtsdorfer Straße -, sollte man mindestens vier Minuten einplanen, wie der Selbstversuch zeigt. Und beim Überqueren der Straßen muss man auf jeden Fall einmal am Mittelstreifen stehen bleiben, um auf die nächste Grünphase zu warten.

Einfachste Mobilitätsform dauert oft am längsten
Dabei geht es bei den Anliegen der Fußgänger auf keinen Fall nur um die Länge der Grünphasen beim Zebrastreifen. "Das Problem ist, dass die einfachste Mobilitätsform viel zu wenig im Verkehrskonzept mitgedacht wurde", kritisiert Just. Und schlägt ganz wilden Fußgängern vor, zu versuchen, zu Fuß zur Shopping City Süd zu gehen. "Ab Vösendorf kommen sie nicht weiter, auch wenn man mit Karte oder sogar Navigationsgerät ausgerüstet ist, steht man an." Seien doch gerade auch Navis auf Autos ausgelegt, die Wege, die angezeigt würden, führen vielleicht zur SCS, aber nicht zu Fuß, ergänzt Just.

Den Verteilerkreis zu überwinden, ist eine fußgängerische Herausforderung, der sich Martin Just, engagierter Geher und Sprecher der "WildUrbs" beim Lokalaugenschein mit der "Wiener Zeitung" stellt.

Den Verteilerkreis zu überwinden, ist eine fußgängerische Herausforderung, der sich Martin Just, engagierter Geher und Sprecher der "WildUrbs" beim Lokalaugenschein mit der "Wiener Zeitung" stellt.Barbara Sorge Den Verteilerkreis zu überwinden, ist eine fußgängerische Herausforderung, der sich Martin Just, engagierter Geher und Sprecher der "WildUrbs" beim Lokalaugenschein mit der "Wiener Zeitung" stellt.Barbara Sorge

Gehen ist umweltfreundlich, aber nicht immer bequem.

Gehen ist umweltfreundlich, aber nicht immer bequem.© chris-m - Fotolia Gehen ist umweltfreundlich, aber nicht immer bequem.© chris-m - Fotolia




Schlagwörter

Unterwegs, zu Fuß, Mobilität

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Dokument erstellt am 2012-09-18 17:48:14
Letzte Änderung am 2012-09-18 19:08:19


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