Für ihre Fans ist Kristen Stewart immer noch die keusch-brave Bella Swan aus der "Twilight"-Saga, die diesen Kinoherbst ins Finale geht. Für die Medien ist die 22-Jährige die Freundin ihres "Twilight"-Partners Robert Pattinson, mit dem sie von Paparazzi begleitet durch viele Höhen und Tiefen gegangen ist.

Aber Kristen Stewart kann mehr, als bloß das naive Film-Dummchen zu spielen oder Teil eines perfekt gestylten Hollywood-Traumpaares zu sein. Beim ersten Treffen mit der "Wiener Zeitung" im Jahr 2008, aus Anlass des ersten "Twilight"-Kinofilms, war sie noch nicht firm im Umgang mit der Presse. Sie verplapperte sich in privaten Details und zeigte, dass sie von ihrem Beruf noch nicht wirklich viel verstand. Aber sie hat gelernt. Schnell gelernt, wie man sich präsentieren muss, um in Hollywood zu überleben. Heute zeigt sie sich eloquent und gelassen, kopflastig und ideenreich.
In Walter Salles neuem Roadmovie "Unterwegs - On the Road" (ab 5. Oktober im Kino), der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Jack Kerouac, ist sie Teil einer Gruppe junger Menschen, die sich auf ausgedehnten Reisen einem Lebensgefühl zwischen Sex, Drogen und Jazz hingeben.
"Wiener Zeitung": 2008, vor der Premiere von "Twilight", kannte Sie kaum jemand. Heute sind Sie für die Regenbogenpresse Freiwild. Wie gehen Sie damit um?
Kristen Stewart: Es gefällt mir nicht, aber ich habe daraus gelernt. Als ich mit "Twilight" auf Promotiontour ging - mit 17 -, wusste ich noch nicht, wo ich diese Linie in der Beziehung zur Presse zu ziehen hatte oder was relevant für das Interview war und was lieber bei mir bleiben sollte. Heute weiß ich genau, was ich sagen kann und was nicht.
Gab es nach "Twilight" eine Phase, in der Sie die Gefahr spürten, dass ihnen etwas entgleitet, dass sie eines dieser üblichen "Hollywood Girlies" werden könnten?
Ich finde es unglaublich peinlich, wenn man sich selbst so einschätzt, als wäre man ein Verkaufsschlager. Das ist genau, was solche Mädchen machen. Es gibt diesen Moment, in dem dich in einer Bar plötzlich alle Menschen anstarren, und du daraus schließt, dass du es auch wert bist, dass dich alle anstarren: Das lehne ich ab, denn ich will kein Gebrauchsgegenstand sein. Man muss in diesem Job auch wissen: Sobald du gewisse Dinge von dir preisgibst, bekommst du sie nie mehr zurück.