• vom 07.10.2012, 10:29 Uhr

Top News

Update: 07.10.2012, 10:34 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Cybercrime-Report 2011: Weltweit zwei Milliarden potenzielle Opfer

Im Vorjahr 5.112 Cyberdelikte in Österreich angezeigt



  • Innenministerin Mikl-Leitner: "Wir müssen schneller als die Täter werden".

Die Angriffe aus dem Internet nehmen zu, auch in Österreich. - APAweb/Elaine Thompson/AP/dapd

Die Angriffe aus dem Internet nehmen zu, auch in Österreich. APAweb/Elaine Thompson/AP/dapd

Wien. Tatverdächtige sind mehrheitlich zwischen 25 und 40 Jahren alt, und sie haben mehr als zwei Milliarden potenzielle Opfer zur Verfügung. Denn so viele Internetanschlüsse gibt es mittlerweile weltweit. Allein in Österreich sind es 6,1 Millionen. Das geht aus dem Cybercrime-Report des Bundeskriminalamts (BK) hervor, der am Sonntag veröffentlicht wurde. Die Herausforderung für die Ermittler formulierte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner so: "Wir müssen schneller als die Täter werden."

  Im Vorjahr gab es 5.112 Anzeigen wegen Cyberdelikten, abgesehen von 2009, als zwei Serien mit insgesamt mehr als 6.200 Einzeltaten geklärt wurden, die bisher höchste Zahl. 43,7 Prozent der 2011 angezeigten Cybertaten wurden geklärt, ein Rückgang gegenüber 2010 um rund fünf Prozent. Das Innenministerium führt dies auf die Professionalisierung der Tätergruppen und, damit einhergehend, die schwierige Ermittlungsarbeit zurück. 46 Prozent der ausgeforschten Verdächtigen waren 25 bis 40 Jahre alt, 28 Prozent unter 25 und 26 Prozent über 40. Mehr als die Hälfte der Täter waren Inländer. Rund 18 Prozent der Verdächtigen kamen aus Deutschland, weitere 6,2 Prozent stammten aus Rumänien. Größere Tätergruppen stellten noch die Türkei (1,8 Prozent), Russland (1,4) und Ungarn (1,3). 17,2 Prozent der Ausgeforschten stammten aus anderen Nationen.

  Kopfzerbrechen bereitet den Ermittlern unter anderem die hohe Zahl der Jugendlichen unter den potenziellen Opfern: Nur zwei Prozent der Neun- bis 16-Jährigen nutzen das Internet laut einer repräsentativen Studie vom Forschungsverbund EU Kids Online zuhause nicht. 48 Prozent haben einen WWW-Zugang im Kinderzimmer, 53 Prozent sind mit Smartphones oder normalen Handys online. 62 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben ein Profil in einem sozialen Netzwerk wie Facebook.

  Dementsprechend warnte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) Kinder und Jugendliche vor einem allzu sorglosen Umgang mit dem Internet und persönlichen Daten: "Das Internet vergisst nichts. Es dokumentiert dauerhaft und öffentlich. Vielen Userinnen und Usern sind diese Konsequenzen nur leider oft nicht bewusst. Hier wollen wir Bewusstsein schärfen, informieren und aufklären, besonders die Jugendlichen, die sich viel im Netz bewegen." Das Innenministerium initiierte nicht zuletzt deshalb das Projekt "Click und Check", bei dem Kriminalpräventionsbeamte Schüler den richtigen Umgang mit dem Internet lehren. 13.200 Jugendliche wurden auf diese Weise im Vorjahr erreicht.

  Ein Großteil der Cyberdelikte waren Betrügereien. Diese Sparte stieg von 2010 auf 2011 um rund 36 Prozent auf 2.033 Anzeigen. Klassisch ist in diesem Bereich der Bestellbetrug, bei dem die Täter bei Internet-Versandhäusern Waren ordern ohne sie zu bezahlen. Umgekehrt verkaufen Täter vorgeblich Waren, die zwar bezahlt, aber nie geliefert werden.

  Bei der Kinderpornografie gab es einen Anstieg von 315 Anzeigen 2010 auf 502 im Vorjahr. Die Zahl der Websites ging laut Bundeskriminalamt zurück, stattdessen wurde das Material verstärkt in geschlossenen Foren und Chats getauscht. Daher gebe es auch weniger private Hinweise bei der Meldestelle des Bundeskriminalamts. Auch "peer-to-peer"-Dienste werden bei den Kinderporno-Tätern immer gefragter: Hier werden die Materialien nicht mehr über einen zentralen Anbieter bezogen.

  Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen die Cyberkriminalität war für das Innenministerium die Errichtung des Kompetenzzentrums C4. Dazu gebe es das europäische Cybercrimezentrum bei Europol. "Die Täter im grenzenlosen Internet können auch nur gemeinsam über die Staatsgrenzen hinaus nachhaltig und effizient bekämpft werden", sagte Mikl-Leitner.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-07 10:30:44
Letzte Änderung am 2012-10-07 10:34:45


Werbung



Beliebte Inhalte



Budapest übt Schadensbegrenzung nach der Kritik des deutschen Außenministers Guido Westerwelle am ungarischen Premier Viktor Orban. Orban hatte Deutschland wegen eines Nazi-Vergleichs erzürnt, was Westerwelle als "bedauerliche Entgleisung, die wir klar zurückweisen", bezeichnete. - APAweb/EPA/MIGUEL A. LOPES Budapest/Berlin. Budapest übt Schadensbegrenzung nach der Kritik des deutschen Außenministers Guido Westerwelle am ungarischen Premier Viktor Orban...weiter

Ein tunesischer Polizistvor der Okba Ibn Nafaa Moschee in Kairouan,153 km südlich von Tunis. - EPAweb / MOHAMED MESSARA
  • Festnahmen von 200 mutmaßlichen Extremisten.
  • weiter

Haben die Wiener Senioren mehr Weitblick als die eigene Partei? - Rösner
  • Die "rote Basis" macht Urlaub - und schimpft über die (grüne) Stadtpolitik.
  • weiter

  • FCC pocht angeblich auf neue Kredite und auf Haftungen der Republik.
  • weiter

  • Der Streit um religiöse Symbole ist ein Nebenschauplatz
  • weiter

"Bevor uns das Rohöl ausgeht, geht uns das Wasser aus" , ist Brabeck-Letmathe überzeugt. - dpa
  • Spitzenmanager über Europas Defizite und emotionale Debatten.
  • weiter

Schütze Bosko Rasovic trainiert fünfmal pro Woche. S. Jenis
  • Rund 24.000 Wiener haben eine Waffenbesitzkarte.
  • weiter

Reinhard Göweil Die fünf Agrarkonzerne Monsanto, Pioneer, Syngenta, Limagrain und Bayer kontrollieren weltweit zirka 63 Prozent des Saatguts...weiter





Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof

Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi" Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York.

Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen: 21. 5. 2013: Schwere Zeiten für Fans des glänzenden Metalls: Der Goldpreis erklimmt keine neuen Höhen mehr, das Interesse der Anleger ist merkbar gesunken.

Werbung