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Update: 08.10.2012, 09:19 Uhr
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Heftige Ansagen bei Abwehrkämpferbund-Fest

Slowenische Volksgruppe laut Dobernig keine "echten Kärntner"



  • Botschafter Gerzina: FPK wie "Massenbewegung" der 30er

AM FPK-Landesparteitag am 2. September 2012, in Villach. Im Bild: (v.l.) LH Gerhard Dörfler, FPK-Parteiobmann Kurt Scheuch, Harald Dobernig und Christian Ragger.

AM FPK-Landesparteitag am 2. September 2012, in Villach. Im Bild: (v.l.) LH Gerhard Dörfler, FPK-Parteiobmann Kurt Scheuch, Harald Dobernig und Christian Ragger.APAweb/GERT EGGENBERGER AM FPK-Landesparteitag am 2. September 2012, in Villach. Im Bild: (v.l.) LH Gerhard Dörfler, FPK-Parteiobmann Kurt Scheuch, Harald Dobernig und Christian Ragger.APAweb/GERT EGGENBERGER

Klagenfurt. Kärntens FPK-Finanzlandesrat Harald Dobernig hat am Samstag bei einem Festkonzert des Kärntner Abwehrkämpferbundes mit heftigen Ansagen aufhorchen lassen. Wie die "Kleine Zeitung" in ihrer Sonntagsausgabe berichtete, bezeichnete er die Ortstafellösung als "Einstiegsdroge" und sprach der slowenischsprachigen Volksgruppe ab, "echte Kärntner" zu sein. Die Feier fand anlässlich des bevorstehenden 10. Oktober, dem Tag der Kärntner Volksabstimmung, statt.

"Wir müssen uns stärker artikulieren, müssen kämpfen, gemeinsam Leserbriefe schreiben, sonst glaubt man, dass es in Kärnten nur noch die slowenische Vertretung gibt", so Dobernig. "Kärnten ist nicht zweisprachig." Und weiter: "Man hat bereits den Eindruck, dass in Kärnten mehr Slowenen als richtige Kärntner leben." Kritik übte der FPK-Politiker erneut an einer Ende September präsentierten Zehn-Euro-Sondermünze mit dem Aufdruck "Kärnten/Koroska" - der Name des Bundeslandes in deutscher und slowenischer Sprache.

Wie "Massenbewegung" der 30er

Die Äußerungen von FPK-Landesrat Harald Dobernig über die slowenische Volksgruppe in Kärnten haben den Botschafter Sloweniens in Wien, Aleksander Gerzina, zu einem drastischen Vergleich veranlasst. "Diese Aussagen machen mich sprachlos. Dobernig und seine Kampftruppe verbreiten das Gedankengut einer Massenbewegung, die in den 30er-Jahren erfolgreich war", sagte Gerzina zur "Presse".

FPK-Ansagen für SPÖ "erschreckend"

Kärntens SPÖ-Chef Peter Kaiser hat die Aussagen von FPK-Politiker Harald Dobernig zur slowenischen Volksgruppe am Sonntag in einer Aussendung kritisiert. Diese seien "erschreckend und aufs Schärfste zurück zu weisen". Kritik gab es auch für Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK), der "seinen Jung-Landesrat mit einer derart Kärnten schadenden Politik gewähren lässt".

Der rote Landeshauptmannstellvertreter sagte, es sei beschämend für Kärnten und ganz Österreich, wenn ein junger Mensch derart rückwärtsgewandt in der Politlandschaft fuhrwerke. "Die wirtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen, die Kärnten mit Slowenien und auch Italien pflegt dürfen nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden", so Kaiser.

Ostermayer stellt sich gegen Aussagen Dobernigs

Staatssekretär Josef Ostermayer, der auch Chefverhandler der Kärntner Ortstafellösung war, stellt sich "vehement gegen die menschenverachtenden Aussagen" von FPK-Landesrat Dobernig zu den Kärntner Slowenen. "Die Ortstafellösung als 'Einstiegsdroge' zu bezeichnen ist an Absurdität nicht zu überbieten", kritisierte er am Sonntag gegenüber der APA. "Ich rate dem Landesrat: 'Lernen Sie Geschichte, Herr Dobernig' und zeigen sie mehr Respekt vor der Verfassung!"

Die Kärntner Slowenen seien "selbstverständlich Kärntner, jedoch mit dem großen Vorteil der Zweisprachigkeit und der Verankerung in zwei Kulturen", reagierte Ostermayer auf gegenteilige Behauptungen Dobernigs bei einer Veranstaltung des Kärntner Abwehrkämpferbundes. Dass der Vorteil der Zweisprachigkeit vermehrt auch von den nicht slowenisch sprechenden Kärntnern als solcher gesehen werde, zeige die Tatsache, dass die Anzahl an Anmeldungen in den zweisprachigen Kindergärten
und Schulen wesentlich höher sei als der Anteil an Kärntner Slowenen.

Ostermayer bekräftigte auch, dass sich weder Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) noch Landeshauptmannstellvertreter Peter Kaiser (SP), "noch alle anderen, die konstruktiv am Zustandekommen der Kärntner Ortstafellösung mitgearbeitet haben, solch eine unqualifizierte aggressive Äußerung verdient haben."

Kurz findet Aussagen Dobernigs "wirklich dumm"

Für Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz sind die Aussagen des Kärntner FPK-Landesrates Harald Dobernig über die Volksgruppe der Kärntner Slowenen "wirklich dumm". "Sie sind schädlich für das Zusammenleben in Kärnten und auch in ganz Österreich", kritisierte er am Sonntag gegenüber der APA. "Ich frage mich wirklich, wer solche Aussagen braucht."




Schlagwörter

FPK, Harald Dobernig, Slowenen

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-07 15:14:18
Letzte Änderung am 2012-10-08 09:19:31


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