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Update: 08.10.2012, 14:54 Uhr
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Physiologie und Medizin

Nobelpreis an Briten und Japaner



  • John Gurdon und Shinya Yamanaka für Reprogrammierung von Zellen in Stammzellen ausgezeichnet.

Die beiden neuen Nobelpreisträger,  Shinya Yamanaka und Sir John B. Gurdon. - Montage: APAweb/REUTERS/Jarno Mela/Lehtikuva/EPA/ Overton

Die beiden neuen Nobelpreisträger, Shinya Yamanaka und Sir John B. Gurdon. Montage: APAweb/REUTERS/Jarno Mela/Lehtikuva/EPA/ Overton

Der Nobelpreis für 2012 für Physiologie und Medizin geht an den britischen Forscher Sir John B. Gurdon (geboren 1933) und an den Japaner Shinya Yamanaka (geboren 1962). Dies erfolge für Forschungen, welche gezeigt hätten, "dass spezialisierte Zellen reprogrammiert werden können, sodass sie wieder unreife Zellen werden, die sich dann in alle Gewebetypen des Körpers entwickeln können", gab das Karolinska-Institut in Stockholm bekannt.

Die Auszeichnungen sind in diesem Jahr mit je acht Millionen schwedischen Kronen (940.000 Euro) dotiert. Das bedeutet eine vom Nobel-Stiftungskomitee gegenüber der Vergangenheit um 20 Prozent herabgesetzte Preissumme (ehemals je zehn Millionen oder 1,088 Mio. Euro).  Der Nobelpreis 2011 für Physiologie und Medizin ging an die Immunologen Ralph M. Steinman (geboren in Kanada), Jules A. Hoffmann (geboren in Luxemburg) und Bruce A. Beutler (USA). Sie hatten wichtige Mechanismen der Aktivierung des körpereigenen Abwehrsystems entdeckt. Steinman war allerdings wenige Tage vor der Zuerkennung in New York gestorben. Er erhielt die Auszeichnung posthum.

Yamanaka dämpfte Erwartungen

Shinya Yamanaka  kam im Jahr 2008 zu den Alpbacher Technologiegesprächen - und dämpte damals im Gespräch mit der APA die Hoffnungen auf schnellen medizinischen Einsatz der Technik.  Dem Japaner und seinem Team war es gelungen, normale Körperzellen durch gentechnische Manipulationen in einen Zustand zurückzuversetzen, von dem aus sie sich wieder in (fast) alle Zellen verwandeln können. Bis dahin kannte man diese Möglichkeit nur von Embryonalen Stammzellen (ES). Diese müssen allerdings Embryonen entnommen werden, was ethisch höchst umstritten ist.

"Menschliche iPS und ES sind einander ähnlich, sie sind aber nicht identisch", betonte Yamanaka. So hätten Analysen mittlerweile ergeben, dass in den iPS doch rund 1.000 Gene anders ticken als in den ES. Die eingeschleusten Gene setzen an zahlreichen Stellen an. Deshalb könnten auch die Forschungen an ES nicht eingestellt werden, die Wissenschafter benötigten noch mehr Vergleiche.

Unklar sei auch, was die vier Faktoren zur Reprogrammkierung ausdifferenzierter Zellen - mittlerweile konnte die Zahl reduziert werden - genau tun, um das Verhalten der Zelle derart grundlegend zu verändern. "Es ist immer noch wie eine Art Blackbox", räumte der Forscher damals ein.

Dass sich aus den Möglichkeiten der iPS in absehbarer Zeit konkrete Therapien entwickeln lassen, vor allem, dass Menschen bei Bedarf quasi maßgeschneiderte Ersatzgewebe oder gar Organe aus eigenen Zellen bekommen, glaubte Yamanaka nicht. Auch wenn die Techniken in den Kurzfassungen der Medien relativ einfach klängen, so bleibe der Aufwand sehr groß. Alleine die Reprogrammierung sei eine aufwändige Prozedur, so war die Methode bei Hautzellen in nur einer von 5.000 Stück erfolgreich.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-08 11:39:32
Letzte Änderung am 2012-10-08 14:54:35


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