• vom 11.10.2012, 20:22 Uhr

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Update: 11.10.2012, 23:04 Uhr
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Politologen fürchten Flächenbrand nach Spannungen

Türkei verhindert Waffenlieferung an Syrien



  • Anscheinend militärische Geräte abgefangen.
  • USA geben der Türkei Rückendeckung.

Das syrische Passagierflugzeug wird in Ankara von den türkischen Behörden untersucht.

Das syrische Passagierflugzeug wird in Ankara von den türkischen Behörden untersucht.APAweb / AP, Burhan Ozbilici Das syrische Passagierflugzeug wird in Ankara von den türkischen Behörden untersucht.APAweb / AP, Burhan Ozbilici

Ankara/Damaskus/Moskau. Die Türkei hat ein syrisches Passagierflugzeug nach einer Zwangslandung in Ankara wieder frei gelassen. Die Fracht der Maschine vom Typ A-320 wurde teilweise beschlagnahmt. Das Flugzeug habe Munition eines russischen Herstellers an Bord gehabt, die für das Verteidigungsministerium in Damaskus bestimmt gewesen sei, ergänzte Ministerpräsident Tayyip Erdogan am Donnerstag.

Geheimdienstinformationen sorgten für Überprüfung

Türkische F-16 zwangen das russische Flugzeug zur Landung

Türkische F-16 zwangen das russische Flugzeug zur LandungBild: SRA Alan Port - CC Türkische F-16 zwangen das russische Flugzeug zur LandungBild: SRA Alan Port - CC

"Wir sind entschlossen, Waffenlieferungen an ein Regime zu kontrollieren, das solch brutale Massaker an der Zivilbevölkerung verübt", erklärte Davutoglu während eines Aufenthalts in Athen. Es sei nicht hinnehmbar, dass der türkische Luftraum für solche Lieferungen benutzt werde.

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Donnerstag früh durfte die Maschine mit ihren 35 Passagieren in Ankara wieder starten und Richtung Damaskus weiterfliegen.

Moskau forderte Erklärung

Die Führung in Moskau forderte am Donnerstag eine Erklärung der türkischen Regierung. Syrien reagierte empört auf den Zwischenfall. "Dies ist ein feindlicher Akt", erklärte das Außenministerium. Es seien "keine Waffen oder sonstigen verbotenen Waren" an Bord gewesen. Damaskus forderte die türkischen Behörden auf, die beschlagnahmte Ladung "vollständig und unbeschädigt" zu übergeben. Konkrete Angaben dazu, was sich im Frachtraum der Maschine befand, wurden nicht gemacht.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien sind stark angespannt. In den vergangenen Tagen kam es an der türkisch-syrischen Grenze zu Schusswechseln - so auch am Mittwoch, als auf türkischer Seite erneut mehrere Mörsergranaten einschlugen. Der türkische Generalstabschef Necdet Özel drohte Syrien mit härteren Vergeltungsschlägen, falls der Beschuss nicht aufhöre.

Die Ereignisse im Überblick

Die Ereignisse im ÜberblickBild: Graphic News Die Ereignisse im ÜberblickBild: Graphic News

Die syrische Führung warf der Türkei vor, sie habe die jüngsten Angriffe an der Grenze selbst inszeniert. Die regierungsnahe syrische Tageszeitung Al-Watan schrieb am Mittwoch, Ziel dieser Taktik sei es, die Einrichtung eines "befreiten Gebietes" im Norden der syrischen Provinz Idlib durchzusetzen.

"Der türkische Ministerpräsident führt seine Reihe lügenhafter Erklärungen fort, die darauf abzielen, das feindselige Verhalten seiner Regierung gegenüber Syrien zu rechtfertigen", erklärte das syrische Außenministerium am Donnerstag in Damaskus und wies damit erneut zurück, dass sich an Bord der Maschine Waffen befunden hätten.

USA unterstützen die Türkei

Die USA unterstützen das Vorgehen der Türkei. Zwar wollte der stellvertretende Regierungssprecher Josh Earnest die Entscheidung Ankaras, das Flugzeug zur Landung zu zwingen, nicht ausdrücklich kommentieren. Aber er sagte am Donnerstag, Washington stehe hinter Verbündeten, die versuchten, Waffenlieferungen an das Regime von Bashar al-Assad zu verhindern. Die gelte besonders für die Türkei.

Experten fürchten Flächenbrand

Experten sehen eine stärkere Konfrontation in der Region heraufziehen. Die Türkei nehme Russland im Syrienkonflikt zunehmend als Feind wahr, sagte der Arabist Boris Dolgow von der Akademie der Wissenschaften der Staatsagentur Ria Nowosti.

Der Moskauer Politologe Wladimir Jewsejew sprach von einer gezielten Eskalation durch die Türkei. "Es ist offensichtlich, dass das ein Element des Drucks auf Russland ist, weil die Türkei keine direkten Hebel hat, um die Lage in Syrien zu beeinflussen", meinte er. Ankaras Ziel sei es, Russland auf diese Weise von seiner Unterstützung für Assad abzubringen.




Schlagwörter

Türkei, Syrien, Russland, Waffenhandel, USA

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-10 22:05:08
Letzte Änderung am 2012-10-11 23:04:42


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