• vom 14.10.2012, 21:49 Uhr

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Update: 15.10.2012, 14:52 Uhr
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Stratosphärensprung geglückt

Baumgartner erreichte Überschallgeschwindigkeit



  • Sichere Landung in der Wüste.

Ein großer Sprung für Baumgartner, eine Fundgrube für die Wissenschaft und ein faszinierender Fernsehabend für die Menschheit. - Red Bull Stratos

Ein großer Sprung für Baumgartner, eine Fundgrube für die Wissenschaft und ein faszinierender Fernsehabend für die Menschheit. Red Bull Stratos

Roswell. Der Salzburger Extremsportler Felix Baumgartner hat am Sonntag seinen lange vorbereiteten Stratosphären-Sprung absolviert - und sicher gelandet. Gleich drei Rekorde hat er dabei gebrochen. Ersten Auswertungen zufolge erreichte der 43-Jährige im Himmel über Roswell, New Mexico, eine Geschwindigkeit von 1.342,8 km/h. Damit hat Baumgartner als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrochen. Den Überschallknall habe er aber nicht gespürt, sagte Baumgartner. Der zweite Rekord ist mit 39.045 Metern der höchste Absprung. Einen weiteren Weltrekord stellte er mit dem längsten freien Fall ohne Stabilisierungsfallschirm auf. Der Salzburger fiel dabei 36.500 Meter in insgesamt vier Minuten und 20 Sekunden.

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Langwieriges Rekord-Procedere

Bis die Rekorde offiziell anerkennt werden, wird es aber noch einige Wochen dauern. Ein langwieriges Procedere steht bevor. So müssen die von der Federation Aeronqautique Internationale (FAI), dem Internationalen Luftsportverband, in Roswell gesammelten Daten zuerst an die "Oberste Nationale Flugsportkommission" (ONF) mit Sitz in Wien übermittelt werden. Dort erfolgt dann eine Vorprüfung der Unterlagen durch einen Sachbearbeiter in den Sektionen Fallschirm und Ballonfahrt. Die Bestätigung der Rekorde erfolgt dann durch die jeweiligen Delegierten. In weiterer Folge muss dann die FAI die Rekorde anerkennen.

Die Kapsel mit Baumgarnter an Bord, wie sie vom Heliumballon in die Höhe gezogen wird.

Die Kapsel mit Baumgarnter an Bord, wie sie vom Heliumballon in die Höhe gezogen wird.APAweb / AP/Franklin Die Kapsel mit Baumgarnter an Bord, wie sie vom Heliumballon in die Höhe gezogen wird.APAweb / AP/Franklin

Bange Momente während des Sprungs

Während des Sprunges gab es einige gefährliche Momente. Etwa 90 Sekunden lang trudelte Baumgartner, ehe er wieder die Kontrolle über seinen Körper gewann. "Ich war bei vollem Bewusstsein, habe jede Sekunde gewusst, was passiert," sagte Baumgartner nach dem Sprung. Er habe sehr viel ausprobiert, um in eine stabile Flugposition zu gelangen und war damit schließlich erfolgreich.

Nach mehr als vier Minuten freien Fall zog er, früher als geplant, die Reißleine seines Fallschirms. "Ich habe absolut keine Ahnung, ob ich Überschall geflogen bin und wenn, zu welchem Zeitpunkt", sagte er. Einen Überschallknall habe er nicht gespürt, "ich war so beschäftigt, das unter Kontrolle zu bekommen".

Bei der Ankunft auf der Erde - Baumgartner landete um 20.16 Uhr MESZ (12.16 Uhr Ortszeit) in einem flachen Gelände bei Roswell - fiel der Salzburger auf die Knie und riss die Hände in die Höhe. Lautstarken Jubel gab es auch in der Mission Control, seine Verwandten und Freunde umarmten einander. Die Freude und Erleichterung war auch Mentor Joe Kittinger ins Gesicht geschrieben, als Baumgartner nach den bangen 90 Sekunden den Funkkontakt wieder aufnahm und sicher auf der Erde landete.

Auch die Kapsel landete wieder am Boden

Nach einem Aufstieg von zwei Stunden und 18 Minuten gab Kittinger gegen 19.48 Uhr MESZ mit den Worten "Here we go" sein OK, den Sprung zu beginnen. Um 20.03 Uhr MESZ öffnete Baumgartner die Tür zu seiner Kapsel und sprang anschließend in die Tiefe. 39.068 Meter war die letzte angezeigte Höhe, in der die Kapsel schwebte. Um 20.39 Uhr MESZ landete auch die Kapsel sicher am Boden.

"Ich glaube, mir sind 20 Tonnen Last von den Schultern gefallen", sagte  Baumgartner nach dem Sprung. Bereits vor dem Start hatte Baumgartner mit Problemen zu kämpfen. Die Visierbeheizung funktionierte nicht richtig. "Wir haben alle möglichen Dinge versucht, es ist nicht besser geworden, da haben wir uns für den Sprung entschieden", erzählte Baumgartner.

Wie Baumgartners Sprung auf Twitter kommentierte wurde

Nach der Landung herzt Baumgartner Art Thompson, den technischen Projektleiter der Mission.

Nach der Landung herzt Baumgartner Art Thompson, den technischen Projektleiter der Mission.APAweb /AP /Ross D. Franklin Nach der Landung herzt Baumgartner Art Thompson, den technischen Projektleiter der Mission.APAweb /AP /Ross D. Franklin

Bundespräsident gratuliert via Facebook

Der Sprung hat auch im Internet enormes Interesse hervorgerufen, neben Rekordwerte für den Live Stream des Sprungs auf You Tube, war der Spacejump auf Platz eins der weltweiten Twitter-Trends.

Bundespräsident Heinz Fischer gratulierte Baumgartner via Facebook zu seinem "großartigen Erfolg, der mit Mut und Beharrlichkeit erreicht wurde und weltweite Aufmerksamkeit findet. Österreich ist stolz auf Ihre Leistung!" Bundeskanzler Werner Faymann: "Sein Sprung aus rund 39 Kilometer Höhe war für Millionen Menschen weltweit ein faszinierendes Ereignis. (...) "Ich gratuliere Felix Baumgartner und seinem Team zu dieser beeindruckenden Leistung. Sie sind gemeinsam an die Grenzen des Menschenmöglichen und an die Grenzen der Physik gegangen."




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-13 18:20:09
Letzte Änderung am 2012-10-15 14:52:25


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