• vom 15.10.2012, 11:32 Uhr

Top News

Update: 15.10.2012, 17:20 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (5)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Ackerl will weiteren Parteitag vor NR-Wahl

SPÖ-Debatte voll entbrannt



  • Wiener stärken Bundeskanzler den Rücken.

Wiens Bürgermeister Häupl stärkt SPÖ-Chef Faymann den Rücken. - APAweb / Herbert Pfarrhofer

Wiens Bürgermeister Häupl stärkt SPÖ-Chef Faymann den Rücken. APAweb / Herbert Pfarrhofer

Wien/Salzburg/Linz. Mit gänzlich unterschiedlichen Einschätzungen haben die SPÖ-Landeschefs das schwache Abschneiden von Bundeskanzler Werner Faymann beim vergangenen Parteitag kommentiert: Oberösterreichs Josef Ackerl forderte einen Sonderparteitag, stieß damit aber auf wenig Unterstützung. Wiens Bürgermeister Michael Häupl dagegen hielt Faymanns 83,43 Prozent für "gar nicht so schlecht".

Werbung

Entgegen den öffentlichen Beteuerungen der SPÖ-Spitze sieht Vorarlbergs Parteichef Michael Ritsch das Nicht-Erscheinen von Faymann vor dem U-Ausschuss zu den Korruptionsaffären als Grund für dessen schwaches Abschneiden beim Parteitag in St. Pölten. Er meinte: "Das war ein klares Zeichen der Delegierten, dass sie mit der ganzen Abhandlung des U-Ausschusses einfach nicht einverstanden sind. Da gibt es nichts schönzureden."

Reaktion auf Absenz im U-Ausschuss
Ähnliches glaubt der Kärntner SPÖ-Chef Peter Kaiser: Er sieht das bescheidene Abschneiden von Fayman als Reaktion darauf, "dass man sich dem Unterausschuss nicht gestellt hat". Im Nachsatz betonte Kaiser, dieses Handeln jedoch nicht bewerten zu wollen. Er bedauerte, dass das Wahlergebnis die "inhaltlich qualitätsvolle Debatte" überschatte.

Ackerl trat am Montag gar für einen weiteren Parteitag vor der Nationalratswahl ein, bei dem man Geschlossenheit zeigen könne. Ihm reichen Faymanns Erklärungen für die Schlappe nicht gänzlich aus. Er findet, dass "die Partei breiter agieren muss", dass die Funktionäre und Mitglieder mehr miteinander diskutieren und letztlich mitreden dürfen sollen. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter beurteilte die Idee des Sonderparteitages im APA-Gespräch "skeptisch". Kräuter findet, dass sich die Funktionäre im Wahljahr lieber draußen bei den Wählern umtun sollten statt auf Parteitagen.

"Die Welt geht davon nicht unter", meinte der niederösterreichische SP-Chef Sepp Leitner zum schwachen Abschneiden von Faymann. Allerdings müsse der SPÖ-Vorsitzende die Konsequenzen ziehen und sich auf den innerparteilichen Austausch fokussieren. Auf eine "hätte-wäre-Diskussion", was Faymann besser oder anders machen hätte können, will sich Leitner nicht einlassen. Die Lehre, die man daraus ziehen könne, sei, "klaren Tisch" zu machen und intensive Gespräche innerhalb der Partei zu führen: "Dafür braucht es auch keinen Sonderparteitag."

Fassungsloser Blecha
Für SPÖ-Urgestein und Pensionistenverbands-Chef Karl Blecha ist das schlechte Abschneiden von Faymann nicht nachvollziehbar: "Ich kann es überhaupt nicht erklären, ich war fassungslos." Nicht unterstützt wurde von Blecha die Forderung nach einem weiteren Parteitag vor der Nationalratswahl. Er verwies diesbezüglich auf den ohnehin geplanten Parteirat, bei dem auch die Parteitagsdelegierten geladen wären.

Schützenhilfe kam aus Wien: "Ich finde das Wahlergebnis gar nicht so schlecht", kommentierte Häupl das Resultat. "Ich halte die Nervosität, die da jetzt ausbricht, für völlig unangebracht", unterstrich er. Er, Häupl, stehe hinter Faymann: "Absolut, überhaupt gar keine Frage." Das Nicht-Erscheinen Faymanns vor dem U-Ausschuss zu den Korruptions- und Inseratenaffären sei "sicher kein Argument" für das Wahlergebnis beim Parteitag gewesen, unterstrich der Wiener Bürgermeister.

"Ich bin verwundert über meine Parteifreunde", meinte Josef Muchitsch, Vorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz, über die Streichungen für den Parteivorsitzenden am Wochenende. "Das ist nicht okay, das ist kein gerader Weg." Andererseits räumt der steirische SPÖ-Abgeordnete ein, dass mit dem Votum nicht die Person Werner Faymann, sondern die Parteispitze und da wiederum die Art der Kommunikation gemeint gewesen sei: "Man ist halt nicht gerne Befehlsempfänger über die Medien."




5 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-15 11:35:14
Letzte Änderung am 2012-10-15 17:20:15


Werbung



Beliebte Inhalte



Blumen geschockter Anrainer in der Nähe des Tatortes. Noch sind die Motive der Angreifer unklar. Sicher ist, dass sie schockieren und Angst verbreiten wollten. Da wir dies nicht unterstützen wollen, finden Sie hier keine bluttriefenden Bilder. (red/ja) - Foto: apaWeb / EPA - Arrizabalaga
  • Mutige Frau verwickelte Täter in ein Gespräch.
  • weiter

20.000 Obdachlose leben allein auf den Straßen Athens. - APAweb / EPA / Orestis Panagiotou
  • Wer arbeitslos wird, landet schnell auf der Straße.
  • weiter

Wien. Ein Mann hat Donnerstag früh seinen ehemaligen Chef in Wien-Alsergrund angeschossen. Der Inhaber einer Firma in der Seegasse 25 erlitt laut...weiter

  • Neue Regierung will Verhandlungen mit Brüssel nicht fortsetzen.
  • weiter

"Bevor uns das Rohöl ausgeht, geht uns das Wasser aus" , ist Brabeck-Letmathe überzeugt. - dpa
  • Spitzenmanager über Europas Defizite und emotionale Debatten.
  • weiter

Schütze Bosko Rasovic trainiert fünfmal pro Woche. S. Jenis
  • Rund 24.000 Wiener haben eine Waffenbesitzkarte.
  • weiter

Haben die Wiener Senioren mehr Weitblick als die eigene Partei? - Rösner
  • Die "rote Basis" macht Urlaub - und schimpft über die (grüne) Stadtpolitik.
  • weiter

Reinhard Göweil Die fünf Agrarkonzerne Monsanto, Pioneer, Syngenta, Limagrain und Bayer kontrollieren weltweit zirka 63 Prozent des Saatguts...weiter





Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

Werbung