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Update: 24.10.2012, 07:39 Uhr
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Giftige Flüsse, kranke Bauern

Der Preis für Baumwolle in Kamerun


Von Klaus Huhold

  • Umweltexperte berichtet über Folgen des massiven Einsatzes von Pestiziden.

Der Stoff, aus dem der Stoff ist: Baumwolle. - APAweb / REUTERS/Ronen Zvulun

Der Stoff, aus dem der Stoff ist: Baumwolle. APAweb / REUTERS/Ronen Zvulun

Wien. Zumindest ein wenig Wohlstand hatten sich Bauern im Norden Kameruns durch den Anbau von Baumwolle erhofft. Immer mehr Felder wurden in den vergangenen Jahrzehnten für den vor allem von der Textilindustrie begehrten Rohstoff geopfert. Doch aus dem Traum vom besseren Leben wurde nichts. Stattdessen kämpfen die Bauern nach wie vor ums Überleben und nun setzen ihnen auch noch die Pestizide aus dem Baumwollanbau zu.

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Denn die Chemikalien werden großflächig eingesetzt, um Schädlinge abzuwehren. Die Folgen: "Das Grundwasser, die Flüsse und die Böden sind verschmutzt. Zudem haben viele Leute Krankheiten wie etwa Atemprobleme", berichtet Diderot Nguepjouo von "Friends of the Earth Kamerun".

Offiziell sei zwar noch nicht untersucht worden, was die Pestizide anrichten. Doch der Zusammenhang mit den Erkrankungen der Bauern scheint offensichtlich. Die Leute werden jedenfalls laut Nguepjouo nicht darüber aufgeklärt, was die Chemikalien bewirken: weder von der Firma Sodecoton, die die Pestizide an die Bauern verkauft, noch vom Staat, dem wiederum mehr als die Hälfte an dem Unternehmen gehört. Auch das französische Unternehmen Geocoton und Privatleute aus Kamerun sind an Sedocoton beteiligt.

In der Armutsfalle gefangen



Der Baumwollexporteur bestimmt das Wirtschaften der Bauern: Von ihm erhalten sie Samen für die Ernte, an dieselbe Firma verkaufen sie dann auch ihre Erträge. Doch bei einer schlechten Ernte und niedrigen Preisen am Weltmarkt erwirtschaften die Bauern nicht einmal ihre Investitionen und haben am Ende der Saison Schulden angehäuft. Somit bleiben sie in der Armutsfalle gefangen. Nguepjouo, der auf Einladung von Global 2000 in Wien ist, verlangt daher, dass schon am Beginn der Saison mit den Bauern ein fester Preis vereinbart wird, damit diese nicht den Schwankungen am Weltmarkt ausgesetzt sind. Zudem ist er überzeugt, dass Baumwolle auch organisch angepflanzt werden kann: "Das hat die Vergangenheit bewiesen."

Die Probleme mit den Chemikalien betreffen übrigens nicht nur Kamerun: 25 Prozent der weltweit eingesetzten Pestizide werden laut Global 2000 für Baumwollernten verwendet.




Schlagwörter

Baumwolle, Armut, Kamerun, Pestizide

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-23 18:29:06
Letzte Änderung am 2012-10-24 07:39:31


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