
Bregenz. Der Vorarlberger ÖSV-Läufer Björn Sieber ist am Freitagmittag bei einem Autounfall in seiner Heimatgemeinde Schwarzenberg (Bregenzerwald) tödlich verunglückt. Sein Bruder wurde schwer verletzt. Der Kleinbus mit den beiden Brüdern stürzte rund 74 Meter einen Abhang hinunter, informierte die Vorarlberger Polizei.
Die beiden Männer waren mit ihrem VW-Bus in der Parzelle Klausberg auf einer schmalen Straße gegen 12.35 Uhr talwärts unterwegs, als ihnen ein anderer Kleinbus entgegenkam. Die beiden wichen daraufhin aus, dabei kam das Fahrzeug von der Fahrbahn ab und stürzte über den Hang.
Vermutlich waren beide Insassen nicht angeschnallt, denn beide wurden bei dem Absturz aus dem Wagen geschleudert, so die Polizei. Für den 23-jährigen Europacup- und Weltcupläufer kam laut Angaben der Exekutive jede Hilfe zu spät, Sieber sei sofort tot gewesen. Sein Bruder wurde mit schweren Verletzungen ins Landeskrankenhaus Feldkirch eingeliefert.
Wer von den beiden Brüdern den Kleinbus lenkte, stand vorerst nicht fest. Dazu wurden kriminaltechnische Untersuchungen eingeleitet, hieß es.
Das Mitgefühl des Vorarlberger Skiverbandes gehöre in diesen schweren Stunden der Familie des tödlich verunglückten Björn Sieber, hieß es in einer ersten Stellungnahme. Sieber galt als eine der Nachwuchshoffnungen des österreichischen Skisports.
Sieber hätte am Sonntag beim Weltcup-Auftakt als Vorläufer starten sollen. Er hatte zuletzt die ÖSV-interne Qualifikation für den Riesentorlauf in Sölden bestritten, das Ticket aber verpasst. Im Junioren-Bereich war Sieber Riesentorlauf-Vize-Weltmeister 2009 und Super-G-WM-Dritter 2008. Im Weltcup war Platz sieben in der Super-Kombination 2011 in Bansko sein bestes Ergebnis, bei der WM 2011 belegte Sieber in der Super-Kombi Rang 13.
Bestürzung im ÖSV
Im Österreichischen Ski-Verband gab man sich nach der Todesnachricht entsprechend bestürzt. "Wir sind alle bestürzt, dadurch rückt alles andere in den Hintergrund. Björn war ein fantastischer Mensch, den wir sehr vermissen werden. Er war sehr beliebt in der Mannschaft. Das ist eine schwierige Situation für uns alle, die Jungs sind teilweise miteinander aufgewachsen. Jedem Fahrer ist freigestellt, ob er am Sonntag fahren möchte. Wie ich Björn gekannt habe, würde er wollen, dass wir fahren. Wir werden auf jeden Fall für Björn fahren und fighten", sagte Mathias Berthold, ÖSV-Herren-Cheftrainer.
Auch ÖSV-Sportdirektor Hans Pum ("der ganze Verband ist tief betroffen") und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel gaben ihre Betroffenheit zum Ausdruck. "Durch diesen traurigen Anlass relativiert sich alles, was wir tun", so Schröcksnadel.
Die ÖSV-Athleten werden beim Weltcup-Auftakt am Wochenende in Sölden mit Trauerflor an den Start gehen.