• vom 02.01.2015, 17:33 Uhr

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Update: 02.01.2015, 18:48 Uhr

Arbeitsmarkt

"Bis 2018 ist keine Entspannung am Arbeitsmarkt in Sicht"




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Von Sophia Freynschlag

  • Nach einem Rekord an Arbeitslosen im Dezember wird in den nächsten Jahren die Arbeitslosigkeit weiterhin steigen.



Wien. Seit Jahren steigt die Arbeitslosigkeit in Österreich, und eine Trendwende scheint immer ferner in die Zukunft zu rücken. Zum Jahreswechsel war jeder zehnte Erwerbsfähige ohne Job, die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition kletterte auf 10,2 Prozent. In diesem Jahr werde die Arbeitslosigkeit weiterhin im Vergleich zu 2014 zunehmen, sagt Herbert Buchinger, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS): "Bis 2018 ist keine Entspannung am Arbeitsmarkt in Sicht." Bis dahin werde der Jahresdurchschnitt an Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr stetig steigen.

Auch Wifo und IHS erwarten in ihren aktuellen Prognosen für 2015 und 2016 keine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt. 2015 stehe "neuerlich ein einigermaßen schwieriges Jahr" auf dem Arbeitsmarkt bevor, teilte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) am Freitag mit. Er rechnet im zweiten Halbjahr 2015 mit einer Stagnation, eine wirkliche Trendumkehr am Arbeitsmarkt erwartet er für 2016, wie er im Ö1-Mittagsjournal sagte. Noch Anfang 2014 rechnete Hundstorfer mit einer Trendwende im Jänner 2015. AMS-Vorstand Johannes Kopf hielt vor einem Jahr Mitte 2015 für zumindest "möglich".


Ausgangslage im europäischen Vergleich "noch eher günstig"
Das Wirtschaftswachstum ist zu schwach, sodass die Zahl der neu geschaffenen Stellen nicht mit dem wachsenden Arbeitskräfteangebot mithalten kann. Zwar ist die Zahl der Beschäftigten im Jahresvergleich um 0,6 Prozent auf 3,38 Millionen Ende Dezember gestiegen, die Zahl der Arbeitskräfte nimmt aber deutlich stärker zu. Gründe dafür sind der spätere Pensionsantritt von geburtenstarken Jahrgängen der Über-50-Jährigen und der Zuzug von Arbeitskräften.

Zwar hat die Arbeitslosenzahl im Dezember mit fast 456.000 Personen (inklusive Schulungsteilnehmer) ein neues Rekordniveau erreicht. Zumindest im Vergleich mit anderen europäischen Ländern sei die Ausgangssituation in Österreich für 2015 "noch eher günstig", so Hundstorfer. Die Arbeitslosenquote liegt im EU-Durchschnitt bei 10 Prozent.

Eine niedrigere Arbeitslosenquote als Österreich (5,1 Prozent nach Eurostat-Berechnung) hat mit 4,9 Prozent nur Deutschland, das Österreich nach fast vier Jahren im September als Musterschüler innerhalb der EU abgelöst hat. "In Österreich steigt das Erwerbspotenzial im Gegensatz zu Deutschland und die Zuwanderung ist stärker als im Nachbarland", erklärt Buchinger diese Entwicklung.

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Dokument erstellt am 2015-01-02 17:38:09
Letzte nderung am 2015-01-02 18:48:04



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