• vom 24.07.2015, 18:00 Uhr

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Update: 24.07.2015, 19:34 Uhr

Preisverfall

Auf Milchquoten-Aus folgt Intervention




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Von Matthias Nagl

  • Auf dem Milchmarkt wird interveniert, das hat aber kaum mit dem Aus der Quote zu tun.



Gnadenwald. Auf den ersten Blick ist es ganz einfach: Ende März lief die Milchquotenregelung in der EU aus, die Bauern dürfen seither soviel Milch produzieren, wie sie wollen. Nun, wenige Monate später, beklagen Bauernvertreter einen massiven Preisverfall. Österreichs größte Molkerei, die Berglandmilch, senkte ihren Milchpreis für die Bauern Anfang Juli auf 30 Cent je Kilogramm, auch die niederösterreichische NÖM zog mit. Im Jahresdurchschnitt 2014 lag der Preis noch bei 41 Cent.

Das Angebot darf steigen, also sinken die Preise, so die vordergründige Logik. Ganz so einfach ist es aber nicht. In Österreich blieb die Liefermenge nach dem Quoten-Aus annähernd unverändert. Im April ging die angelieferte Menge im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück, im Mai stieg sie leicht an, belegen die aktuellsten Daten der Agrarmarkt Austria (AMA). Ein ähnliches Bild gibt es EU-weit. Von Jänner bis April ging die Milchproduktion um 0,6 Prozent zurück, wobei sie im April, dem letzten erfassten Monat, leicht gestiegen ist.

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Vieles hängt jedoch vom Weltmarktpreis ab. Für dessen Entwicklung ist die in Österreich produzierte Menge jedoch unerheblich. Allerdings geht fast die Hälfte der österreichischen Milch in den Export, meist verarbeitet als Milchpulver oder als Käse veredelt. Der Einfluss des Weltmarktpreises ist in Österreich also erheblich, das gilt auch für die übrigen EU-Länder.

Der Weltmarktpreis hat aufgrund gestiegener Nachfrage aus China im Vorjahr zugelegt, ist zum Jahresende abgestürzt und stagniert nun auf niedrigem Niveau. Das hat ebenfalls mit nun gesunkener Nachfrage aus China zu tun. "Dort ist die eigene Produktion gestiegen, dazu haben sie in den letzten Jahren viel Milchpulver auf Lager gekauft und reduzieren nun ihre Bestände", sagt Johann Költringer, Geschäftsführer der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM).

Dazu treffen die EU-Sanktionen gegen Russland vor allem die europäischen Milchverarbeiter, Russland ist neben China einer der größten Milcheinkäufer auf dem Weltmarkt. Dieser Exportmarkt ist derzeit komplett weggebrochen. Langfristig gilt in der Branche vor allem China als Hoffnungsmarkt. Allerdings sorgen nun Berichte über eine verstärkte chinesisch-russische Zusammenarbeit für Unruhe. Ein chinesisch-russisches Joint-Venture plant eine Riesen-Milchfarm für bis zu 100.000 Kühe. Wie weit die Pläne gediehen sind oder ob es sich nur um agrarpolitisches Säbelrasseln handelt, lässt sich aktuell nicht beurteilen. Die europäischen Milchverarbeiter und Bauern fordern nun auch unabhängig davon drei Monate nach dem Liberalisierungsschritt Interventionen.

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Dokument erstellt am 2015-07-24 18:05:04
Letzte nderung am 2015-07-24 19:34:48



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