• vom 03.08.2015, 14:10 Uhr

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Update: 03.08.2015, 15:47 Uhr

Donald Trump

Ein Duell mit Mister Nitroglycerin




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Von Johannes Schmitt-Tegge (dpa)

  • Republikaner stellen sich im US-Vorwahlkampf einem Kreuzverhör.

Cleveland/Washington. Nach wochenlangem Drängeln stellen sich zehn Top-Republikaner im US-Vorwahlkampf einem Kreuzverhör. Während das Enfant Terrible Donald Trump austeilt, warnen einige schon vor der "Trumpokalypse". Wird der Milliardär bei der Debatte nun selbst durch den Fleischwolf gedreht?

Zur Vorbereitung auf die erste TV-Debatte im amerikanischen Vorwahlkampf ging Donald Trump erst einmal golfen. Über Politik wollte er bei einem Besuch in Schottland eigentlich gar nicht sprechen, aber ein paar Kommentare konnte er sich am Ende dann doch nicht verkneifen. Als US-Präsident werde er "die Welt vereinen", sagte Trump laut einem Bericht des britischen "Guardian". Mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin werde er "sehr gut auskommen". Diplomatie werde überbewertet und die USA seien trotz aller politischen Korrektheit weltweit unbeliebt. "Alle hassen uns."

Neuer Medienliebling

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Trumps Bemerkungen geben einen kleinen Vorgeschmack auf das, was sich bei der ersten TV-Debatte der Republikaner am Donnerstag (03.00 Uhr MESZ am Freitag) abspielen könnte. Der milliardenschwere Unternehmer hat sich mit seinen reißerischen Bemerkungen nicht nur an die Spitze der Umfragen bei den zu den Republikanern neigenden Wählern gesetzt, sondern ist dank seiner spitzen Zunge auch der neue Medienliebling. Kaum ein Tag vergeht ohne Trump-Titelzeile. Die Aufregung um die E-Mails der demokratischen Bewerberin Hillary Clintons war gestern - Trump beherrscht die Schlagzeilen.

Ob der Marktschreier allerdings auch eine echte politische Diskussion überlebt, muss sich erst noch zeigen. Als Gewinner könne er in Cleveland dann vom Platz gehen, wenn er überzeugende Argumente liefert ohne zu feindselig zu klingen, meint die "New York Times". Er müsse sich als seriöse Stimme gegen das Establishment der neun weiteren Kandidaten behaupten, die anders als der quer einsteigende New Yorker Investor früh Karrieren als Berufspolitiker begannen.

Bush als Mitfavorit

Allen voran wäre da Jeb Bush, Ex-Gouverneur von Florida sowie Sohn und Bruder zweier ehemaliger Präsidenten. Trotz seines massiven Finanzierungsapparats - Bush kommt schon jetzt auf Spenden von mehr als 114 Millionen Dollar (103,95 Millionen Euro) - hat er das Ruder bisher kaum an sich reißen können. Ein Liebling alteingesessener Konservativer bleibt er trotzdem. Wenn die zehn nach Ergebnissen aus fünf nationalen Umfragen ausgewählten Top-Kandidaten sich in die rhetorische Kneifzange nehmen, dürfte vor allem spannend werden, wie das Duell zwischen Trump (20,8 Prozent Zustimmung) und Bush (12,2 Prozent) ausgeht.

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Schlagwörter

Donald Trump, US-Republikaner

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Dokument erstellt am 2015-08-03 15:42:32
Letzte nderung am 2015-08-03 15:47:01



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