• vom 06.08.2015, 07:36 Uhr

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Franken-Schock erreicht Arbeitsmarkt




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Von WZ Online, APA/sda/Reuters

  • Wegen sinkender Erträge bauen Schweizer Firmen verstärkt Jobs ab.

Zürich. Im ersten Halbjahr haben Schweizer Unternehmen heuer vor allem mit einer Strategie auf den Franken-Schock reagiert: Sie senkten die Preise. Dadurch gingen die Erträge zurück. Jetzt müssen aber die Kosten den Erträgen angepasst werden. Konkret dürfte das heißen: Jobabbau.

Der Stellenabbau könnte sich im zweiten Halbjahr verstärken, sagte Klaus Abberger von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) am Mittwoch vor Medienvertretern. Die KOF stellte die Resultate ihrer jüngsten Konjunkturumfrage vor: Von den 4.500 Firmen, die geantwortet hatten, wollen rund ein Fünftel Stellen abbauen. Lediglich acht Prozent sagten, sie wollten Leute einstellen.

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Vor allem bei Unternehmen aus der Industrie, dem Handel und der Hotellerie könnte es zu einem Stellenabbau kommen. Diese Branchen haben am stärksten unter der Aufhebung des Euro-Mindestkurses gelitten, wie die Daten der KOF zeigen.

Schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt

Ein halbes Jahr ist es her, seit die Nationalbank den Euro-Mindestkurs hat fallen lassen. Die Auswirkungen der darauffolgenden Frankenaufwertung waren stark: Das Bruttoinlandprodukt schrumpfte. Der Anteil jener Firmen, die ihre Geschäftslage als schlecht beurteilten, stieg stark an.

Mittlerweile ist die erste Schockwelle überstanden. "Nach einem sehr schwierigen ersten Halbjahr, deutet sich eine Stabilisierung an", sagte Abberger. Konkret bedeutet das, dass die Unternehmen ihre Geschäftslage im Juli zumindest nicht noch schlechter einschätzten als in den letzten Monaten.

Merklich verbessert hat sich die Situation aber auch nicht. Nach der Aufhebung des Mindestkurses war der Geschäftslageindikator der KOF auf den tiefsten Stand seit 2009 eingebrochen. Seither verharrt er ungefähr dort. "Die Wirtschaft ist noch nicht wieder im Normalmodus", sagte Abberger.

Negativzinsen auf Einlagen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte Mitte Jänner die mehr als drei Jahre geltende Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken aufgegeben. Aktuell werden für einen Euro 1,0640 Franken bezahlt. Die Aufwertung macht Schweizer Waren im Ausland teuer - was unter anderem die exportabhängige Uhren- und Maschinenbauindustrie trifft. Aber auch weniger ausländische Touristen kommen in die Alpenrepublik. Trotz massiver Kritik aus der Wirtschaft will die Notenbank an ihrem Kurs festhalten. Die SNB stemmt sich mit Negativ-Zinsen gegen die massiven Geldströme in den Franken und die Aufwertung der Landeswährung. Einlagen bei der Zentralbank werden aktuell mit einer Gebühr von 0,75 Prozent belastet.




Schlagwörter

Schweiz, Franken, Euro, Wirtschaft, Arbeit

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-08-05 19:07:19
Letzte nderung am 2015-08-05 21:32:19



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