• vom 20.11.2015, 11:36 Uhr

Top News

Update: 20.11.2015, 18:17 Uhr

Erbschaftssteuer

Erben wird ab 2016 teurer




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (41)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online/APA

  • Mehrere Möglichkeiten zur Berechnung der neuen Grunderwerbsteuer - mit Hochrechnung je nach Bezirken.

Wien. Wie teuer Erben und Schenken ab 2016 ist, zeigt eine neue Verordnung des Finanzministeriums. Darin sind zur Änderung des Grunderwerbsteuergesetzes ab 1. Jänner mehrere Berechnungsmöglichkeiten vorgegeben. Die neue Steuer zu errechnen ist höchst kompliziert, und meistens wird es teurer, so der Österreichische Rechtsanwaltskammertag (ÖRAK).

Steuersatz je nach Grundstückswert

Information

*Beispiel 1 bezieht sich auf (Vbg.), Baujahr 2009, Nutzfläche 114 m2, Garage und Gerätehaus 25 m2, dreifacher Bodenwert 9.780 Euro; Hochrechnungsfaktor 10,5; Baukostenfaktor für Vorarlberg: 1.780 Euro/m2

Beispiel 2 bezieht sich auf eine 2008 generalsanierten Altbau-Eigentumswohnung in 1040 Wien, Anteile 61/2881, Nutzfläche 65 m2, dreifacher Bodenwert des gesamten Grundstücks: 441.501 Euro; Hochrechnungsfaktor 3,5; Baukostenfaktor für Wien: 1.560 Euro je m2

Grundstückwertverordnung 2016
Immobilientipps
Grunderwerbssteuer neu


Bisher galt der dreifache Einheitswert einer Immobilie als Bemessungsgrundlage - und darauf zwei Prozent Grunderwerbsteuer.
Ab 2016 aber wird der sogenannte "Grundstückswert" als Basis herangezogen. Für die ersten 250.000 Euro Grundstückswert beträgt der Steuersatz künftig 0,5 Prozent, für die nächsten 150.000 Euro 2,0 Prozent und darüber hinaus - also über 400.000 Euro - dann 3,5 Prozent.

Zwei Beispiele: Ein Einfamilienhaus in Meiningen, Vorarlberg*  ergibt einen Grundstückswert von 323.410 Euro und daraus künftig 2.718 Euro Steuer (gegenüber bisher 274 Euro). Etwa gleich bleibt dagegen die Steuerbelastung bei einer Altbauwohnung in Wien: Hier errechnen sich laut ÖRAK 134.118 Euro Wert bzw. künftig 671 Euro Steuer (gegenüber bisher 540 Euro).

Für die Berechnung des Grundstückswerts sieht die Verordnung des Finanzministeriums zwei Möglichkeiten vor: Das Pauschalwertmodell nach einer komplexen Formel oder Werte aus einem Immobilienpreisspiegel. Dieser bezieht sich auf einen Preisspiegel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) beziehungsweise ab 1.1.2017 auf einen derzeit noch gar nicht existierenden Immo-Preisspiegels der Statistik Österreich. Als dritte Option könne man auch den Grundstückswert über ein Schätzgutachten ermitteln lassen, das sei aber mit erheblichen Mehrkosten verbunden und werde wohl die Ausnahme bleiben, meint ÖRAK-Präsident Rupert Wolff.

Für die Ermittlung des Steuersatzes werden alle Übertragungen zwischen denselben Personen innerhalb eines 5-Jahres-Zeitraums zusammengezählt - wenn etwa Vater und Mutter ihre Anteile am gemeinsamen Haus, das ihnen je zur Hälfte gehört, zu unterschiedlichen Zeiten ihrem Sohn schenken.

Mehr Steuerbelastung

Bei den fünf Beispielen, die die ÖRAK exemplarisch durchgerechnet hat, kommt nach dem neuen Modus durchwegs mehr Steuerbelastung heraus - bei einem Betriebsgrundstück mit Fabriksgebäude sogar das Zehnfache. Lediglich in einem Fall liegt die Steuer künftig nur geringfügig höher als bisher. "Anhand der Beispiele sieht man, dass es für Betroffene in der Regel deutlich teurer wird", so Wolff: "Aber im Schnitt scheint die Erhöhung der Steuerbelastung vielleicht nicht ganz so hoch auszufallen wie zu befürchten war."

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Erbschaftssteuer

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-11-20 11:38:56
Letzte nderung am 2015-11-20 18:17:57



Werbung




Werbung


Werbung