• vom 18.04.2016, 16:41 Uhr

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Update: 18.04.2016, 16:47 Uhr

Astronomie

Neue Nachbarin im galaktischen Reich




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Von Alexandra Grass

  • 391.000 Lichtjahre von der Erde entfernt wurde von Astronomen eine weitere Zwerggalaxie entdeckt.

Crater 2 wurde mit dem Very Large Telescope in Chile erspäht. - © ESO

Crater 2 wurde mit dem Very Large Telescope in Chile erspäht. © ESO

Cambridge/Wien. Unsere Galaxie scheint einen neuen Nachbarn zu haben. Ein Astronomenteam rund um Gabriel Torrealba von der University of Cambridge berichtet von einer bisher unbekannten Zwerggalaxie, 391.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Crater 2, wie sie genannt wird, scheint Teil einer ganzen Familie von Zwerggalaxien zu sein, die vermutlich mit unserer Milchstraße zusammenhängen.

Nur einzelne Sterne sichtbar
Die Milchstraße wird von 49 anderen Galaxien umkreist, darunter befinden sich etwa der Zwerg Sagittarius und zwei Magellansche Wolken. Crater 2 könnte die viertgrößte Sternenansammlung sein und könnte aufgrund ihres schwächeren Lichtes bisher unentdeckt geblieben sein.


Die nun gefundene Zwerggalaxie hat vermutlich einen Durchmesser von 7000 Lichtjahren. Könnten wir sie sehen, würde sie doppelt so groß wie der Mond erscheinen. Bisher waren zwar einzelne Sterne in Crater 2 sichtbar, dennoch sei es unmöglich gewesen, diese als Teil einer eigenen Galaxie wahrzunehmen, erklärten die Forscher im Online-Dokumentenserver "arXiv". Sie könnte aus einem Sternencluster gebildet worden sein, der auch die jüngst entdeckte lichtschwache Zwerggalaxie im Leo-Triplett, im Sternbild des Löwen, entstehen ließ.

Schon im Jänner war das Gebiet auf Fotos des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile erkannt worden. Die Computer halten nach besonders dichten Sternenansammlungen Ausschau. Josh Simon, Astronom am Carnegie Observatorium in Pasadena, erklärte, dass Crater 2 160.000 Mal mehr Licht abgibt als unser Heimatstern, die Sonne.

Die Galaxie in runder Gestalt scheint also doch nicht ganz so lichtschwach zu sein - dennoch blieb sie so lange Zeit unentdeckt. Die Forscher haben dafür auch eine Antwort. Demnach sind die Sterne selbst so weit voneinander entfernt, dass sie eher als gespenstische Gesamterscheinung in Betracht gekommen waren.

Weitere Objekte möglich
Wie Torrealba feststellt, könnte es noch weitere ähnlich diffuse Galaxien in der Umgebung der Milchstraße geben. "Sollten tatsächlich ähnliche Objekte mit weniger Leuchtkraft existieren - und auch geringerer Oberflächenhelligkeit -, sollten sie schon in naher Zukunft erspäht werden können."

Eine Zwerggalaxie ist im Übrigen eine relativ kleine Sternenansammlung, die aus einigen wenigen Milliarden Sternen besteht. Dies ist gering verglichen mit jenen 200 bis 400 Milliarden Sternen, aus denen unsere Milchstraße zusammengesetzt ist. Form und Aktivität der Zwerggalaxien sind stark durch Interaktionen mit großen Sternenansammlungen beeinflusst.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-04-18 16:44:04
Letzte Änderung am 2016-04-18 16:47:03



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