• vom 08.07.2016, 17:35 Uhr

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Update: 08.07.2016, 18:20 Uhr

Heinz Fischer

Eine Träne zum Abschied




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Von Katharina Schmidt

  • Unter den Augen der Spitzen der Republik wurde Heinz Fischer als Bundespräsident verabschiedet.



Auf der Tribüne statt im Saal: Van der Bellen mit Frau (o.), Ex-Kanzler Faymann, Schüssel und Vranitzky (u.v.l.). Standing Ovations von Bures, Kern und Mitterlehner für Fischer (r.).

Auf der Tribüne statt im Saal: Van der Bellen mit Frau (o.), Ex-Kanzler Faymann, Schüssel und Vranitzky (u.v.l.). Standing Ovations von Bures, Kern und Mitterlehner für Fischer (r.).© apa/Neubauer (2), reuters/Bader Auf der Tribüne statt im Saal: Van der Bellen mit Frau (o.), Ex-Kanzler Faymann, Schüssel und Vranitzky (u.v.l.). Standing Ovations von Bures, Kern und Mitterlehner für Fischer (r.).© apa/Neubauer (2), reuters/Bader

Wien. Als die erste Strophe der Bundeshymne erklang, hatte sie sich schon wieder gefangen. Doch nur wenige Augenblicke zuvor hatte sich Margit Fischer verstohlen zwei Tränen aus den Augenwinkeln gewischt. Die Reaktion der First Lady außer Dienst war der Situation wohl durchaus angemessen: Am Freitagvormittag hatte sich die Spitze der Republik im Reichsratssitzungssaal im Parlament eingefunden, um den scheidenden Bundespräsidenten Heinz Fischer zu verabschieden.

Neben der gesamten Bundesregierung, den Nationalrats-, Bundesrats- und EU-Abgeordneten waren auch die Landeshauptleute, EU-Kommissar Johannes Hahn und sein Amtsvorgänger Franz Fischler, Vertreter der Religionsgemeinschaften und Höchstgerichte, ehemalige Minister wie Claudia Bandion-Ortner und die früheren Bundeskanzler Franz Vranitzky, Wolfgang Schüssel und Werner Faymann gekommen. Für Letzteren war es der erste öffentliche Auftritt nach seinem erzwungenen Abgang aus dem Kanzleramt im Mai - statt der Regierungsbank blieb ihm nur der Platz auf der Tribüne gegenüber.


Und noch ein Ehrengast wünschte sich an diesem Tag wohl an einen anderen Ort im Saal: Alexander Van der Bellen, bis vergangene Woche designierter Bundespräsident, musste mit Frau und Wahlkampfteam ebenfalls auf der Tribüne Platz nehmen. Da die Bundespräsidentenstichwahl nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs von vergangener Woche wiederholt werden muss, war es nicht Van der Bellen, der Fischer unter Fanfarenklängen in den Sitzungssaal geleitete. Diese Aufgabe übernahm Nationalratspräsidentin Doris Bures, die für die kommenden Monate mit ihren Stellvertretern Karlheinz Kopf und Norbert Hofer die formalen Aufgaben des Bundespräsidenten erfüllen wird.



In ihrer Rede lobte sie den Geehrten für sein Bekenntnis zum sozialen Zusammenhalt und zum Schutz der Minderheitenrechte. "Objektiv und unparteiisch sein hieß für ihn nicht, auf Grundsätze und Prinzipien zu verzichten", betonte Bures. Fischer habe "wie kaum ein anderer" moralische Autorität verkörpert und Ratschläge hinter verschlossener Tür erteilt. Erst, wenn er "Entwicklungen in Konflikt mit der Rechtsstaatlichkeit wähnte, hat er das Gewicht seiner Worte in die Waagschale geworfen".

Fischers Besonnenheit und seinen "Willen zum ausführlichen Nachdenkprozess" hob auch Bundesratspräsident Mario Lindner in seiner Würdigung hervor, bevor Fischer selbst noch einmal die Gelegenheit bekam, diese Besonnenheit unter Beweis zu stellen.

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Dokument erstellt am 2016-07-08 17:38:10
Letzte nderung am 2016-07-08 18:20:44



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