• vom 20.09.2016, 17:15 Uhr

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Update: 20.09.2016, 22:19 Uhr

Michael Häupl

Wunden lecken




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Von Christian Rösner

  • Niederlage der SPÖ in der Leopoldstadt: Häupl sucht Lösung im Emotionalisieren und Polarisieren.

Hat laut Häupl zu wenig emotionalisiert: Ex-Bezirksvorsteher Karlheinz Hora.

Hat laut Häupl zu wenig emotionalisiert: Ex-Bezirksvorsteher Karlheinz Hora.© apa/Pfarrhofer Hat laut Häupl zu wenig emotionalisiert: Ex-Bezirksvorsteher Karlheinz Hora.© apa/Pfarrhofer

Wien. Einmal mehr drückte Bürgermeister Michael Häupl am Dienstag seine Enttäuschung über den Ausgang der Wahlwiederholung am Sonntag in der Leopoldstadt aus, wo die SPÖ den Vorstehersessel nun an die Grünen abgeben müssen - die "Wiener Zeitung" hat ausführlich berichtet. Das Wundenlecken innerhalb der Wiener SPÖ ist voll im Gange.

"Ein extrem trauriger Tag" sei das für ihn gewesen, betonte Häupl. Und die Lehren, die für ihn daraus zu ziehen sind, seien ganz klar: Die SPÖ müsse bei kommenden Wahlkämpfen mehr emotionalisieren und polarisieren, meinte der Bürgermeister.

Bei der Bezirksvertretungswahl seien die großen emotionialen Themen nicht im Vordergrund gestanden, meinte er. Im Vordergrund sei für die Sozialdemokraten offensichtlich die Frage gestanden, wer Zweiter im Bezirk wird. Was viele potenzielle SPÖ-Wähler dazu veranlasst habe, zu Hause zu bleiben. Aber auch etwa das Thema Sicherheit rund um den Praterstern habe "nicht so rasend" emotionalisiert - hier sei die SPÖ nicht die einzige Partei gewesen, die sich thematisch nicht durchsetzen konnte, meinte Häupl.

Großaufgebot an Spitzenkräften

Auf die Frage der "Wiener Zeitung", ob das Vorhaben, mehr zu emotionaliseren und zu polarisieren auch mit weniger Vermittlung von Inhalten einhergehen würde, meinte der Bürgermeister: "Das ist ein böser Vorwurf. Ich meine genau das, was wir bei der Gemeinderatswahl vergangenen Herbst gemacht haben - genau das. Da ist der Herr Strache mit seiner FPÖ für das Abschotten der Stadt, für das Rauswerfen der Flüchtlinge gestanden - und ich für das andere".

Dass die SPÖ damals nur zufällig von der Flüchtlingsproblematik profitiert haben könnte und solche Umstände nicht reproduzierbar sind, lässt Häupl nicht gelten. "Ein Wahlkampf spielt sich immer vor einem entsprechenden gesellschaftspolitischen Hintergrund ab. Es tut mir leid, aber mit zusätzlichen U-Bahn-Stationen kann man keine Wahl mehr gewinnen."

Und offensichtlich auch nicht mit einem Großaufgebot an SPÖ-Spitzenkräften. Immerhin war Bundeskanzler Christian Kern persönlich in der Leopoldstadt angetreten, um die Bezirks-SPÖ zu unterstützen - sowie auch Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil - die "Wiener Zeitung" hat berichtet. Michael Häupl hatte dem Bezirk dreimal einen Besuch abgestattet.





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Dokument erstellt am 2016-09-20 17:20:07
Letzte nderung am 2016-09-20 22:19:40



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