• vom 11.10.2016, 16:51 Uhr

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Update: 11.10.2016, 21:02 Uhr

Citizen Science

Crowdsourcing für die Wissenschaft




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Von Eva Stanzl

  • Forschung nutzt die Kreativität von Laien, um zu praxisrelevanten Ansätzen zu finden.

Auch die Herpetofaunistische Datenbank Österreichs , wie sie das Naturhistorische Museum Wien seit 1982 betreibt, wurde von Bürger-Meldeplattformen gespeist: Auch den Bürgern ist es zu verdanken, dass sie heute 107.000 Amphibien und Reptilien enthält.

Auch die Herpetofaunistische Datenbank Österreichs , wie sie das Naturhistorische Museum Wien seit 1982 betreibt, wurde von Bürger-Meldeplattformen gespeist: Auch den Bürgern ist es zu verdanken, dass sie heute 107.000 Amphibien und Reptilien enthält.© NHM Auch die Herpetofaunistische Datenbank Österreichs , wie sie das Naturhistorische Museum Wien seit 1982 betreibt, wurde von Bürger-Meldeplattformen gespeist: Auch den Bürgern ist es zu verdanken, dass sie heute 107.000 Amphibien und Reptilien enthält.© NHM

Wien. Alle Menschen können forschen. Oder genauer: Alle Menschen können sich in den Wissenschaften nützlich machen. Laienforscher haben besonders in den Naturwissenschaften Tradition: Sie zählen die Sterne, damit Astronomen exakte Karten des Nachthimmels erstellen können. Sie registrieren die Schmetterlinge in ihren Gärten, um die Artenvielfalt zu beobachten, verzeichnen Amphibien und Reptilien im ganzen Land oder suchen in den Wäldern nach Fossilien aus dem frühen Tertiär.

Traditionellerweise spendeten die Laienforscher ihre Funde den Museen oder gaben ihre Aufzeichnungen an Universitäten weiter. Doch nun gibt es eine neue Art des Mitmachens. "Citizen Science", zu Deutsch "Bürgerwissenschaften", nennen sich Projektformen, bei denen Laien (bis zu einem gewissen Grad) mitforschen. Um die Kreativität der Bevölkerung zu nutzen, baut das Wissenschaftsministerium nun sein Programm für gesellschaftliche Formen der Forschung mit Förderungen aus.


Schüler, die sich als Allergene verkleiden
Ausgangspunkt ist die seit 2007 laufende Initiative "Sparkling Science" für Nachwuchsforschung, bei dem bisher 29,2 Millionen Euro für insgesamt 206 Projekte an Schulen und Forschungseinrichtungen vergeben wurden. "Ging es etwa darum, die medizinischen Fragebögen für Allergiker zu verbessern, schwärmten Schüler als Allergene verkleidet durch die Stadt Salzburg und befragten Passanten zum Thema. Die Ergebnisse der Straßenbefragung wurden an der Universität Salzburg zu zielgerichteten Fragen ausformuliert", erklärt Christian Smoliner, Experte für Erdsystemforschung im Wissenschaftsministerium.

Im November startet eine Ausschreibung, bei der auch Erwachsene in laufende Projekte eingebunden werden sollen. Und ab Anfang 2017 will man auch neue Projekte in gesellschaftsoffenen Formen der Forschung fördern.

Hintergrund ist ein internationaler Trend zu Kooperationsmodellen. "So wie der Schritt vom disziplinär zugespitzten Forschungsansatz hin zur Interdisziplinarität eine entscheidende Erweiterung von Fragestellungen gebracht hat, die heute wissenschaftlich relevant sind, eröffnet Citizen Science neue Chancen und führt zu Kooperationen, die früher kaum vorstellbar oder technisch gar nicht machbar waren", betont Barbara Weitgruber, Sektionschefin im Wissenschaftsministerium, die die Initiative federführend betreut.

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Dokument erstellt am 2016-10-11 16:56:09
Letzte nderung am 2016-10-11 21:02:04



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