• vom 06.12.2016, 07:13 Uhr

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Update: 06.12.2016, 13:26 Uhr

Bundespräsidentenwahl 2016

Innenminister verkündet um 13 Uhr das Gesamtergebnis




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Von WZ Online, APA

  • Briefwähler dürften Van der Bellen fast 54 Prozent bescheren, Wahlbeteiligung höher als im Mai.

Wahlplakate säumen nach wie vor die Straßen.  - © APAweb/ AP, Zak

Wahlplakate säumen nach wie vor die Straßen.  © APAweb/ AP, Zak

Wien. Der gewählte Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat bei der Briefwahl überraschend stark abgeschnitten. Angesichts der vorliegenden Resultate aus sechs Bundesländern erwarten die Hochrechner, dass er letztlich nicht nur über 53, sondern nah an 54 Prozent landet. Ob dies zutrifft, wird man erst Dienstag gegen 13 Uhr wissen, wenn der Innenminister das Gesamtergebnis präsentiert.

Dies hatte er zwar schon für Montagabend geplant - aber die Bezirkswahlbehörde von Innsbruck-Land wurde (als einzige der insgesamt 113) mit der Auszählung der Briefwahl nicht fertig. Sie war eine der 14 Wahlbehörden, der der Verfassungsgerichtshof Rechtswidrigkeiten bei der Briefwahlauszählung im Mai vorgeworfen hat. Beanstandet wurde, dass die Wahlkarten schon am Sonntag geöffnet und ihre Auszählung an Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft delegiert worden war. Bis auf Tirol hatten alle Bundesländer am Montag ihre Ergebnisse inklusive Briefwahl an das Innenministerium geliefert.

 Mehr als Waldheim gegen Steyrer

In den Briefwahlprognosen vom Sonntag gingen sowohl die ARGE Wahlen als auch SORA davon aus, dass sich Van der Bellen mit der Briefwahlauszählung von den am Sonntag ausgewiesenen 51,9 auf 53,3 Prozent verbessern wird, tatsächlich dürfte er an den 54 Prozent kratzen.

Kommt er über 53,91 Prozent, überholt Van der Bellen Kurt Waldheim (ÖVP). Denn dieser hatte 1986 mit 53,91 Prozent die Stichwahl gegen Kurt Steyrer (SPÖ) gewonnen. So gut wie sicher ist, dass Van der Bellen besser abschneidet als Heinz Fischer (SPÖ) bei seiner Erstwahl 2004 (52,39 Prozent) und Franz Jonas bei seiner zweiten Wahl im Jahr 1971, wo er im Duell Waldheim mit 52,78 Prozent schlug.

Wahlbeteiligung noch höher als im Mai 

 Anders als von vielen Meinungsforschern erwartet, ist die Wahlbeteiligung bei der Wiederholung der Hofburg-Stichwahl nicht gesunken - sondern wird mit den Briefwählern letztlich um mehr als einen Prozentpunkt über der vom Mai liegen. Die Hochrechner gehen von einer Beteiligung von letztlich rund 74 Prozent aus, im Mai waren es 72,7 im ersten Wahlgang im April 68,5.

Für den 4. Dezember waren zwar um 20 Prozent weniger Wahlkarten ausgestellt worden als im Mai - nämlich 708.185. Dies aber offenbar nur, weil ein Teil der damaligen Briefwähler jetzt im Wahllokal abgestimmt hat. An der Wahl haben sich an diesem zweiten Adventsonntag 64,6 Prozent beteiligt, das sind um fast vier Prozentpunkte mehr als im Mai (60,7 Prozent). Damals stieg die Beteiligung mit den Briefwahlstimmen um zwölf Punkte. Der Zuwachs wird diesmal - bei weniger Wahlkarten - etwas geringer ausfallen.

Jedenfalls zeigten sich die Österreicher bei der heurigen Bundespräsidentenwahl alles andere als wahlmüde - auch wenn sich diese über fast acht Monate hinzog. Schon die Beteiligung von 68,5 Prozent im April war nicht allzu schlecht, denkt man an den Einbruch bei Heinz Fischers Wiederwahl im Jahr 2010 auf 53,57 Prozent. Die Wahl zwischen dem ersten blauen oder grünen Bundespräsidenten im Mai brachte 72,7 Prozent zum Mitstimmen. Auch dass diese Wahl dann wiederholt werden musste, hat die Wähler offensichtlich nicht vergrault - sondern im Gegenteil noch einige mehr zur Teilnahme motiviert.

Mit rund 74 Prozent wird die Beteiligung so hoch liegen wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. 74,40 Prozent gaben 1998 ihr Stimme ab, als Thomas Klestil zum zweiten Mal - u.a. gegen Gertraud Knoll und Heide Schmidt (LIF) - antrat.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-12-06 07:16:35
Letzte nderung am 2016-12-06 13:26:14



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