• vom 13.12.2016, 17:11 Uhr

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ÖFB-Bilanz

Durchwachsene Bilanz




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  • Das Jahr 2016 bescherte dem ÖFB viele dunkle, aber auch helle Momente. Ein Rück- und Ausblick.

Für ÖFB-Boss Leo Windtner (l.) und Sportchef Willi Ruttensteiner war 2016 kein Top-Jahr.

Für ÖFB-Boss Leo Windtner (l.) und Sportchef Willi Ruttensteiner war 2016 kein Top-Jahr.© apa/Fohringer Für ÖFB-Boss Leo Windtner (l.) und Sportchef Willi Ruttensteiner war 2016 kein Top-Jahr.© apa/Fohringer

Wien. (rel) Für den österreichischen Fußballbund (ÖFB) geht ein durchwachsenes Jahr zu Ende - mit zahlreichen Höhen und Tiefen sowie so mancher Lehre, die gezogen werden musste. Dementsprechend vielschichtig fiel daher auch die Bilanz der ÖFB-Führung rund um Präsident Leo Windtner und Sportdirektor Willi Ruttensteiner am Dienstag in einem Wiener Hotel aus. Kernpunkt bildeten vier Themenbereiche: die Performance des Nationalteams, die Rolle von Trainer Marcel Koller, der Erfolg der Frauen-Nationalmannschaft sowie die Zukunft von U21- Coach Werner Gregoritsch nach dem Aus in der EM-Qualifikation gegen Spanien.

Das Nationalteam: Nur fünf Zähler aus sieben Pflichtspielen - angesichts der mehr als mageren Vorstellung des A-Teams im abgelaufenen Jahr kamen auch Windtner und Ruttensteiner nicht umhin, ihre Unzufriedenheit offen zu zeigen. "Ein vierter Gruppenplatz in der WM-Qualifikation ist sicher nicht zufriedenstellend", gab der ÖFB-Boss zu, führte aber auch das bisweilen fehlende Glück der Österreicher ins Treffen.

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Ruttensteiner wiederum ortete im EM-bedingten "Hype" rund um die Nationalmannschaft einen zusätzlichen Grund für das überraschende Scheitern von David Alaba und Co., ohne aber auch die sportlichen Defizite zu leugnen. Die Physis sei nicht entscheidend gewesen. "Es ist aber so, dass wir 2015 einen höheren physischen Aufwand betrieben haben. Etwas verschlechtert haben wir uns in puncto Ballbesitz im Angriffsdrittel, wir haben hier die Philosophie des Pressings verlassen", erklärte er. Im Durchschnitt ein Tor zu erzielen sei international zu wenig. "Andererseits kommt hinzu, dass wir 1,4 Tore pro Spiel kassiert haben, das ist etwas zu hoch, um sich zu qualifizieren. Wir müssen die Fehler minimieren, Ziel wäre es so stabil zu stehen, damit man unter dem Durchschnitt von einem Gegentor pro Spiel wie 2015 bleibt", sagte der Sportchef. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Österreicher bei den kommenden Partien anschreiben. Die erste Gelegenheit ergibt sich bei der WM-Qualifikation am 24. März 2017 gegen Moldawien. Vier Tage später gastiert Finnland zu einem Testspiel in Innsbruck.

Der Teamchef: Koller jedenfalls kann in Ruhe Weihnachten feiern, sitzt er doch, wenn es nach Leo Windtner geht, fest im Sattel. "Eine Diskussion über Marcel Koller wird seitens des ÖFB in keiner Weise ausgelöst, wir stehen für Kontinuität und ganz klar hinter ihm, alles andere wäre Spekulation", sagte der Präsident. Rückendeckung bekam der zuletzt in Medienberichten mit dem FC Basel in Verbindung gebrachte Koller auch von Ruttensteiner. "Er ist ein fantastischer Trainer und der gleiche Fachmann wie 2015. Er hat sich 2016 nicht verändert, im Gegenteil vielleicht sogar noch mehr gearbeitet, um den Turnaround zu schaffen. Ich denke, dass er das Potenzial, die Motivation, den Enthusiasmus hat, diesen 2017 zu schaffen", betonte der 54-Jährige.

Die Frauen: Während die Herren 2016 also ausließen, so gaben zumindest die Kickerinnen im ÖFB Anlass zur Freude. "Wenn es eine Sternstunde in diesem Jahr gegeben hat, so doch die erfolgreiche Qualifikation des Frauen-Nationalteams für die EM 2017", jubelte Ruttensteiner. Die ÖFB-Frauen geben bei der EM in den Niederlanden (16. Juli bis 6. August) ihr Debüt bei einer Endrunde. Das Team von Trainer Dominik Thalhammer bekommt es in der Gruppe C mit der Schweiz (18. Juli), Frankreich (22. Juli) sowie Island (26. Juli) zu tun.

Die U21: Zwar hat das U21-Team das angepeilte Ziel einer erstmaligen EM-Teilnahme verpasst, allerdings hatte die Mannschaft 2016 mit Deutschland und (im Play-off) mit Spanien zwei von der Papierform übermächtige Gegner zu bekämpfen. "Für die Reputation des heimischen Fußballs ist es etwas Gewaltiges gewesen, daheim gegen eine mit allen Spielern angetretene spanische Mannschaft 1:1 zu spielen und auswärts ein 0:0 zu erspielen, auch wenn es wehgetan hat", erklärte Ruttensteiner mit Blick auf die verpasste Chance einer erstmaligen EM-Qualifikation.

Wie es mit U21-Teamchef Werner Gregoritsch weitergeht, ist dagegen noch offen. Der Vertrag des Trainers läuft mit Jahresende aus. Wie berichtet, soll es in Spanien im Teamhotel zu Alkoholexzessen und Sachbeschädigungen durch einige Kicker gekommen sein.




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Dokument erstellt am 2016-12-13 17:14:08



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