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Update: 19.12.2016, 19:36 Uhr

Artenschutz

Heute entdeckt - morgen ausgestorben?




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Von Gerald Jatzek / WZ Online

  • Die Mekong-Region fasziniert Forscher und Naturschützer.

Acanthosaura phuketensis - © International Thai National Parks - CC

Acanthosaura phuketensis © International Thai National Parks - CC

163 bisher unbekannte Tier- und Pflanzenarten verzeichnet der Jahresberichtbericht des World Wide Fund For Nature (WWF) zur Mekong-Region. Neben 126 Pflanzen entdeckten die Forscher in Südostasien neun Amphibien, elf Fische, 14 Reptilien und drei Säugetiere. Dazu gehören etwa ein 7 cm großer Molch (Tylototriton anguliceps), der wie ein Plastiktier aus dem Überraschungsei wirkt, und ein Gecko mit hellblauen Flecken (Gekko bonkowskii). Parafimbrios lao ist Schlange mit in Regenbogenfarben schillerndem Kopf in Laos und Thailand, der drei Zentimeter große Frosch Leptolalax isos hüpft durch Kambodscha und Vietnam, und die Eidechse Acanthosaura phuketensis lebt als Miniaturdrache im südlichen Thailand

Die Region um den rund 4.500 Kilometer langen Mekong gilt als sehr artenreich. Allein zwischen 1997 und 2015 wurden dort rund 2.400 neue Spezies beschrieben. Die beteiligten Wissenschafter berichten, dass sie die Arten vor allem in schwer zugänglichen, entlegenen Gebieten gefunden hätten.

Der WWF sieht die Region und damit Tiere und Pflanzen durch viele Einflüsse gefährdet: wachsende Städte, Straßenbau und Wasserkraftwerke zum Beispiel.

Außerdem wird gewildert und illegal mit Arten gehandelt. Aufsehen erregte zuletzt eine Razzia im berühmten Tiger Temple Ende Mai 2016. Dabei stellte sich heraus, dass die Mönche nicht nur an 250.000 Besuchern verdienten, sondern auch illegalen Handel mit den Tieren trieben. Neben 137 lebendigen Tieren fand die Polizei die tiefgekühlten Kadaver von 40 Jungtieren und ein Labor zur Herstellung traditioneller chinesischer Medizin aus den Klauen und Zähnen der Tiere.

Gefährdete Vielfalt

Tylototriton anguliceps.

Tylototriton anguliceps.© Porrawee Pomchote Tylototriton anguliceps.© Porrawee Pomchote

Die Greater Mekong-Region ist eines der artenreichsten Gebiete der Welt, in dem die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen freilich eine schwerwiegende Bedrohung für viele Arten darstellen. Der WWF veröffentlicht seit 1997 jährlich einen Bericht über neue Arten in der Region. In diesem Zeitraum wurden mehr als 2.400 Species erstmals wissenschaftlich beschrieben.

Eine der jüngsten ist die wuschelige Fledermaus Murina kontumensisa im zentralen Hochland Vietnams , deren Lebensraum von Abholzung bedroht ist. Jimmy Borah vom WWF nannte die für den Report tätigen Wissenschafter die unbesungenen Helden der Artenerhaltung. "Sie wissen, dass sie gegen die Zeit wettlaufen, um die neuentdeckten Species zu schützen."

Besonders schwierig wird das wohl bei der neu entdeckten Bananen-Art Musa nanensis, von der nur 50 Stauden im Norden Thailands, nahe der Grenze zu Laos, gefunden wurden.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-12-19 17:34:40
Letzte nderung am 2016-12-19 19:36:32



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