• vom 28.02.2017, 10:15 Uhr

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Update: 28.02.2017, 10:32 Uhr

Griechenland

Wirtschaftskrise und Sparkurs führen zu Armut




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Von WZ Online, APA

  • Armutsindex stiegt von 2008 bis 2015 um 40 Prozent, mitverursachend sind die Auflagen der Geldgeber.

Eine ältere Frau durchsucht Kleiderspenden der orthodoxen Kirche in Athen. - © APAweb, Reuters, Alkis Konstantinidis

Eine ältere Frau durchsucht Kleiderspenden der orthodoxen Kirche in Athen. © APAweb, Reuters, Alkis Konstantinidis

Athen. Die griechische Bevölkerung leidet einer Studie zufolge unter größerer Armut als es ein Blick auf die Einkommen vermuten lässt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Demnach reicht es nicht aus, im Kampf gegen Armut diese ausschließlich am geringen Einkommen festzumachen.

Die IW-Forscher schlagen vielmehr eine breitere Definition vor, die neben dem Verdienst auch materielle Entbehrungen sowie niedriges Bildungsniveau, Unterbeschäftigung, das Wohnumfeld und gesundheitliche Einschränkungen berücksichtigt.

Dies spiegelt sich in einem sogenannten multi-dimensionalen Armutsindex für die Jahre 2008 bis 2015 wider. "Größter Verlierer ist Griechenland mit einem Anstieg von mehr als 40 Prozent, gefolgt von Irland und Zypern mit je 28 Prozent." IW-Autor Christoph Schröder verwies auf die jahrelange Rezession und die immer noch sehr Arbeitslosigkeit in Griechenland. "Natürlich liegt das auch am Sparkurs und an den Auflagen der Geldgeber." Die Regierung in Athen hängt seit Jahren am Finanztropf der Euro-Partner.

Anstieg auch in Italien und Spanien

Auch für Italien und Spanien signalisiert das Barometer einen Anstieg. Zudem belegt es die Aufholjagd vieler osteuropäischer Länder wie Polen, Tschechien und Slowenien. "Tschechien ist quasi das Skandinavien des Ostens", sagte Schröder zu Reuters. Deutschlands östlicher Nachbar habe etwa in puncto Arbeitslosigkeit und Bildung an Boden gutgemacht. Tschechien liegt im multi-dimensionalen Armutsindex der EU hinter Schweden, Finnland und Luxemburg auf Rang vier und damit noch vor Deutschland (Platz 8). Schlusslichter sind Rumänien, Griechenland und Bulgarien.

Für Deutschland empfahl Schröder im Kampf gegen die Armut mehr Investitionen in Bildung sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wichtig sei auch eine verstärkte Integration von Flüchtlingen. Hier könne helfen, ausländische Abschlüsse problemloser anzuerkennen und es Zuwanderern zu ermöglichen, Ausbildung in Teilen nachzuholen.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-02-28 10:16:32
Letzte nderung am 2017-02-28 10:32:08



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