• vom 16.07.2017, 12:52 Uhr

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Update: 16.07.2017, 12:58 Uhr

Alpen

Wolf oft als Störfaktor empfunden




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Von WZ Online, APA

  • Der Bestand in den Alpen hat sich erholt, doch Almwirtschaft und Tourismus sehen Probleme.

Ein Wolf im Alpenzoo in Innsbruck. - © APA, afp, Dieter Nagl

Ein Wolf im Alpenzoo in Innsbruck. © APA, afp, Dieter Nagl

Wien. Praktisch alle Wölfe der Alpen stammen aus Italien. Dort lebten 1970 nur noch rund 100 Exemplare. Durch Schutzmaßnahmen hat sich der Bestand wieder auf 1.800 Tiere erholt, die vor allem in den Apenninen leben. Während die Bevölkerung in Mittelitalien die Entwicklung laut Experten eher gelassen sieht, wird der Wolf in den Alpen oft als Störfaktor empfunden.

Mit seinem Vordringen zeichnen sich zwei Problemfelder ab: Der Schutz der Herdentiere auf den Sommerweiden und die Verträglichkeit mit dem Tourismus. Zum Schutz von Schafen und Ziegen werden Elektrozäune, Hirten und spezielle Hunde als "bellende Bodyguards" benötigt. Das wird die Almwirtschaft voraussichtlich erheblich verteuern und weniger attraktiv machen, sofern nicht der Staat mit Förderungen hilft. Auch für Wanderer und Radfahrer kann der Einsatz von Hunden lästig werden, wenn die Tiere sie als Eindringlinge verbellen oder gar beißen.

Information

Der Wolf ist "Tier des Jahres" 2017. Der Naturschutzbund (Nabu) verhalf dem Rudeltier zu dieser Ehre, "damit er nicht ein zweites Mal verloren geht". In Österreich wurde der Wolf im 19. Jahrhundert ausgerottet. Heutzutage wandern aber immer wieder einzelne Tiere und Gruppen aus den Nachbarstaaten ein. Die Lebensbedingungen hierzulande wären angesichts wachsender Waldflächen und hohen Beständen an Beutetieren (Hirsch, Reh, Wildschwein) durchaus gut. "Der Wolf gehört zum natürlichen Arteninventar Österreichs", heißt es seitens des Nabu. Die Rückkehr sei positiv zu sehen, mit der Jägerschaft und den Bauern, die Verluste befürchten, müssten aber Lösungen gefunden werden.

Viele skeptische Stimmen


In Österreich, wo im Gegensatz zur Schweiz erst wenige Wölfe unterwegs sind, gibt es viele skeptische Stimmen. "Das Verständnis der Bevölkerung ist nicht sehr groß", heißt es bei der Nationalen Beratungsstelle Herdenschutz. Zumal die Herdenschutzhunde auch im Winter in den Dörfern gern und oft bellen und die Nachtruhe stören.

Ein spezielles Problem haben die Jäger. Wird durch den Wolf das Rotwild von den Fütterungen vertrieben und stillt seinen Hunger mit dem Verbeißen von Knospen und dem Schälen junger Bäume, kommen auf den Waidmann erhebliche Zahlungen an die Waldbesitzer zu. "Das kann für den Jäger den Ruin bedeuten", sagte Österreichs Wolfsexperte Georg Rauer.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-07-16 12:53:34
Letzte nderung am 2017-07-16 12:58:54



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