• vom 27.07.2017, 09:49 Uhr

Top News

Update: 27.07.2017, 20:32 Uhr

Flüchtlinge

Zahl der Schlepper und Geschleppten stark gesunken




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Der "Schlepperbericht" des Innenministeriums sieht Libyen als Hotspot des Schlepperwesens.

Ein Schlepper-Einvernahmebüro der Polizei im Registrierungscontainer an der östereichisch-ungarischen Grenze bei Nickelsdorf.  - © APAweb / Robert Jäger

Ein Schlepper-Einvernahmebüro der Polizei im Registrierungscontainer an der östereichisch-ungarischen Grenze bei Nickelsdorf.  © APAweb / Robert Jäger

Wien. Nach der Migrationswelle 2015 und der Schließung der Westbalkanroute ist die Zahl der nach Österreich geschleppten Personen und der Schlepper 2016 zurückgegangen. Dennoch liegen die Zahlen deutlich über jenen von 2014, heißt es im Schlepperbericht des Innenministeriums. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 50.848 Personen aufgegriffen, die unberechtigt nach Österreich eingereist waren oder sich hier unberechtigt aufhielten - ein Rückgang von 46 Prozent gegenüber 2015 (94.262). 2014 wurden 34.070 Menschen aufgegriffen, 2008 waren es 15.367.

27.850 der 2016 aufgegriffenen Personen (Teil der "Aufgegriffenen-Gesamtzahl") waren mit Schleppern über die Grenze gekommen (2014: 20.768, 2015: 72.179). 22.749 reisten selbstständig illegal ein bzw. hielten sich in Österreich illegal auf (2015: 20.975). Die Zahl der Schlepper sank von 1.108 (2015) auf 249 (2016). 2014 waren 511 Schlepper identifiziert worden.

Sobotka will "Kontrolldruck" erhöhen

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) kündigte weitere Schwerpunktaktionen an. "Wir sehen ganz deutlich, dass die Schwerpunktkontrollen im grenznahen Bereich Wirkung zeigen", sagte der Ressortchef. Man wolle den Kontrolldruck entsprechend erhöhen. Grenzüberschreitende Ermittlungen und der Aufbau einer internationalen Ermittlungseinheit standen zuletzt im Mittelpunkt der kriminalpolizeilichen Arbeit.

76 Prozent der (aufgegriffenen) geschleppten Personen waren 2016 Männer, 40 Prozent 19 bis 30 Jahre und 20 Prozent 15 bis 18 Jahre alt, gefolgt von den 31- bis 40-Jährigen (14 Prozent). Neun Prozent waren bis sieben Jahre alt. Bei den Schleppern handelte es sich hauptsächlich um Männer (93 Prozent), die meisten waren Rumänen (30), gefolgt von Ungarn (29), Pakistanis (17) und Serben (14). Durchschnittlich sind Schlepper 20 bis 40 Jahre alt.

Mehr Flüchtlinge aus Nigeria

Die meisten geschleppten Personen kamen bisher aus Afghanistan (2016: 9.445, 2015: 20.391), Syrien (2016: 2.880, 2015: 21.473), Pakistan (2016: 2.298, 2015: 2.633), Irak (2016: 2.134, 2015: 12.732) und Iran (2016: 1.850, 2015: 2.656). Es zeichnete sich aber bereits seit Mitte 2016 ein starker Anstieg verschiedener afrikanischer Nationen wie etwa Gambia (2016: 1.077; 2015: 430) oder Nigeria (2016: 4.245; 2015: 2.228) an.

Die meisten Aufgriffe gab es im vergangenen Jahr in den Bezirken Baden (6.475) und Neusiedl am See (5.502), gefolgt von Kufstein (5.066), Bezirk Innsbruck-Land (5.043), Stadtpolizeikommando Salzburg (4.442) sowie im Bereich der Landespolizeidirektion Wien in den Bezirken Favoriten (1.808) und Josefstadt (1.638). Die meisten Grenzübertritte erfolgten aus Ungarn (11.122), Italien (9.384) und Slowenien (4.457).

Migration auf hohem Niveau

Für 2017 ist Migration aus Afghanistan auf hohem Niveau zu erwarten, heißt es weiter im Schlepperbericht. Sollte sich die Situation im Irak, aber insbesondere in Syrien nicht deutlich verbessern, müsse man von einem gleichbleibend hohen Niveau des Zustroms ausgehen, ebenso aus Libyen.

Eine Million Migranten in Libyen

Für die Schlepperkriminalität in Österreich sind die Westbalkanroute und die zentrale Mittelmeerroute von wesentlicher Bedeutung. Laut den Analysen der Entwicklung bis zum Halbjahr 2017 rückt letztere verstärkt in den Vordergrund. Derzeit würden mehr als eine Million Menschen in Libyen auf ihre Überfahrt nach Europa warten. Der "Failed-State" wirke "wie ein Magnet" für viele Migranten aus dem zentralafrikanischen Raum.

Werbung



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-07-27 09:50:21
Letzte nderung am 2017-07-27 20:32:28



Werbung




Werbung


Werbung