• vom 22.08.2017, 10:40 Uhr

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Update: 22.08.2017, 10:44 Uhr

Russland

Prominenter russischer Regisseur festgenommen




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Von WZ Online, APA/dpa

  • Der Theatermacher Kirill Serebrennikow fürchtete seit längerem eine Festnahme.

Kirill Serebrennikow fürchtete schon länger seine Festnahme. 

Kirill Serebrennikow fürchtete schon länger seine Festnahme. © APAweb / AFP, Loic Venance Kirill Serebrennikow fürchtete schon länger seine Festnahme. © APAweb / AFP, Loic Venance

Moskau. Der prominente russische Theaterregisseur Kirill Serebrennikow (47) ist unter Betrugsverdacht festgenommen worden. Das teilte das Staatliche Ermittlungskomitee am Dienstag in Moskau mit. Der Leiter des Moskauer Gogol-Theaters stehe im Verdacht, zwischen 2011 und 2014 staatliche Gelder von 68 Millionen Rubel (knapp eine Million Euro) veruntreut zu haben.

Serebrennikow ist ein international anerkannter Theatermacher und steht der russischen Führung kritisch gegenüber. Er sollte im September in Stuttgart die Märchenoper "Hänsel und Gretel" inszenieren.

Die Behörden hatten die Wohnung des Regisseurs und das Gogol-Theater im Mai durchsucht. Drei frühere Mitarbeiter wurden mit Untersuchungshaft oder Hausarrest belegt. Serebrennikow war nach Behördenangaben zunächst Zeuge in dem Verfahren. Weil aber sein Pass eingezogen war und er nicht ins Ausland reisen durfte, fürchtete auch er eine Verhaftung.

Den Vorwurf der Veruntreuung wies er zurück. Allerdings hat ihn die frühere Chefbuchhalterin seiner Produktionsfirma "Siebtes Studio" in Vernehmungen belastet. Nach Serebrennikows Angaben werfen die Ermittler ihm vor, dass eine bestellte Inszenierung von Shakespeares "Sommernachtstraum" nicht zustande gekommen sei. Die Aufführung ist allerdings mehrfach in Russland und im Ausland gezeigt worden.

Viele russische Künstler forderten eine Freilassung des inhaftierten Theatermachers. Auch die Staatsoper Stuttgart setzte sich für Serebrennikow ein. Im Mai setzte das Bolschoi-Theater in Moskau ein Ballett des Regisseurs über den russischen Startänzer Rudolf Nurejew kurz vor der Welturaufführung ab.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-22 10:43:34
Letzte Änderung am 2017-08-22 10:44:25



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