• vom 15.09.2017, 18:08 Uhr

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Update: 15.09.2017, 18:51 Uhr

London

Mit dem Schrecken davongekommen




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  • In der Londoner U-Bahn explodierte mitten im Morgenverkehr ein selbst gebauter Sprengsatz.

Panische Angst durchlebten die Augenzeugen des Anschlags in London.

Panische Angst durchlebten die Augenzeugen des Anschlags in London.© reuters/Kevin Coombs Panische Angst durchlebten die Augenzeugen des Anschlags in London.© reuters/Kevin Coombs

London/Berlin. (leg/ag) Es ist wieder passiert: London wurde von einem Terroranschlag erschüttert. Ein selbst gebauter Sprengsatz explodierte gegen 8.20 Uhr im U-Bahnhof Parsons Green in der britischen Hauptstadt und verletzte mindestens 29 Menschen. Augenzeugen sprachen von einem lauten Knall und einer Flammenwand sowie einem starken chemischen Geruch. Ein Fahrgast schilderte dem britischen Rundfunk BBC, dass er einen extrem heißen "Feuerball" über seinem Kopf gespürt habe, die Kamera zeigte die versengten Haare des Mannes. Nach dem Knall, der weithin zu hören war, rannten verstörte Menschen aus dem oberirdisch gelegenen U-Bahn-Gebäude, Panik brach aus. "Es waren mehr als 100 Menschen - Frauen kamen heraus ohne Schuhe, angeschlagen und zerschrammt", sagte die 18-jährige Augenzeugin Rachel Green. Sie habe auch Mütter mit Kindern gesehen - "es war Schulbeginn".

Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamierte den Anschlag für sich. Großbritannien rief noch am Freitagabend die höchste Terrorwarnstufe aus.


Todesopfer forderte der Sprengsatz in dem voll besetzten U-Bahn-Zug gottlob keine. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurde auch keines der Opfer, die überwiegend Verbrennungen erlitten, schwer oder lebensgefährlich verletzt. Politik und Medien reagierten auf die Explosion in der Londoner U-Bahn nervös - was nicht verwundert: In diesem Jahr hat es in London drei und in ganz Großbritannien vier islamistische Terroranschläge gegeben. Darunter war auch das Attentat bei einem Konzert von Popstar Ariana Grande in Manchester, wo ein Selbstmordattentäter 22 Menschen, darunter viele Kinder, mit in den Tod riss. Die Explosion in der U-Bahn löste auch Erinnerungen an den 7. Juli 2005 aus, als bei islamistischen Anschlägen in der Londoner U-Bahn insgesamt 56 Menschen ihr Leben verloren hatten. Kein Wunder , dass die Politik auf diese vergleichsweise glimpflich verlaufene Explosion reagierte wie auf einen Anschlag mit vielen Todesopfern.

Die Serie an islamistischen Anschlägen in den letzten Monaten und Jahren hat die scheinbar so selbstsicheren westlichen Gesellschaften nervös und verwundbar gemacht. So hatte die Londoner U-Bahn in Teilen den Betrieb eingestellt. Der Londoner Auswahlindex FTSE rutschte um 1,3 Prozent nach unten. Premierministerin Theresa May berief den nationalen Krisenstab ein. Londons Bürgermeister Sadiq Khan verkündete, die Stadt werde sich nie vom Terror einschüchtern lassen. May sagte, dass der "feige Angriff" enorme Schäden hätte anrichten sollen. Tatsächlich verhinderte Schlimmeres nur der Umstand, dass die selbst gebastelte Bombe nicht wie geplant explodierte.

Viele Unklarheiten
Was genau die Explosion ausgelöst hat, blieb noch im Dunklen. In sozialen Medien kursierten Bilder und Videos von einem brennenden weißen Kübel in einer Supermarktsackerl. Laut BBC wurde der Sprengsatz ferngezündet.

Dem Sender Sky News zufolge identifizierte die Polizei eine Person, die in den Anschlag involviert war. In Birmingham wurde ein mit einem Messer bewaffneter Mann verhaftet - ob er in Verbindung zu dem Londoner Anschlag steht, war am Freitag unklar.

Den Unmut der britischen Ermittler zog sich US-Präsident Donald Trump zu: Er schrieb im Sozialen Netzwerk Twitter, die mutmaßlichen Attentäter seien im Vorfeld "im Visier von Scotland Yard" gewesen. Die Londoner Polizei bezeichnete den Kommentar als "nicht hilfreiche Spekulation".




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-15 18:12:07
Letzte nderung am 2017-09-15 18:51:31



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